Detransition - Stellt sie trans*Identität in Frage?

Florian Friedrich • 18. August 2025

Warum wollen manche trans*Menschen nach der Transition wieder zurück?

Einige trans*Personen stellen sich die Frage: "Was ist, wenn ich mich geirrt habe oder Zweifel habe?"

Lesen Sie in diesem Beitrag, warum das Phänomen der Detransition trans*Identität niemals infrage stellt.

Detransition - Was ist, wenn ich mich geirrt oder Zweifel habe?

Was ist Detransition?

Etwa ein bis drei Prozent aller trans* (transgender, transidenten, transsexuellen, genderfluiden, nicht-binären, diversen, agender) Menschen wollen nach ihrem Prozess der hormonellen und chirurgischen Maßnahmen zur Anpassung an das Gegengeschlecht bzw. Wunschgeschlecht wieder zurück in ihren ursprünglichen Körper. Das nennt man "Detransition" oder "Retransition".

Einige Menschen, die eine Detransition anstreben, tun das auch deshalb, weil sie in ihrem neuen Geschlecht starken Anfeindungen, Diskriminierungen (trans*Phobie) ausgesetzt sind. Diese psychische Gewalt kann zu Traumatisierungen, Belastungsreaktionen, Depressionen und Ängsten führen.

Manche Menschen haben sich aber auch einfach nur geirrt und wollen wieder zurück in ihr biologisches Geschlecht. Detransition ist eine real existierende Gefahr menschlichen Irrtums von Menschen, Betroffenen, Gutachter*innen und Ärzt*innen.


Eine Minderheit innerhalb einer Minderheit

Das Phänomen der Detransition wird zudem auch in der LGBTIQA* Community oft tabuisiert.

Politische und konservative Ideologien missbrauchen das Phänomen der Detransition oft, um trans*Menschen zu verunglimpfen und das authentische Bedürfnis nach trans*Identitäten kleinzureden oder trans*Personen ihre Gefühle auszureden.

Positiv formuliert könnte man jedoch auch sagen, dass über 97 bis 99 Prozent aller trans*identen Personen zufriedener und meistens markant glücklicher sind, wenn sie in der sozialen Rolle des anderen Geschlechts leben und auch hormonelle und chirurgische Maßnahmen machen lassen.

Und 100 Prozent Sicherheit gibt es im menschlichen Leben eben nie, auch nicht bei der Entscheidung für den Weg der Transition. Dazu ist die menschliche Psyche auch schlicht zu komplex, und wir können nie alles verstehen, ergründen oder absolut wissen, fühlen und erleben. Die in Österreich geltenden Handlungsempfehlungen sehen aus diesem Grund auch verbindlich vor, dass trans*idente Menschen psychotherapeutisch eine Zeit lang begleitet werden, um das Risiko der Detransition zu minimieren.

Mein Filmtipp: "Detransition: Für sie war die Geschlechtsangleichung der falsche Weg"

In diesem Kurzfilm von Reporter sehen Sie junge Menschen, die nach einer Geschlechtsangleichung wieder in ihr ursprüngliches Geschlecht zurückmöchten.

Was ist, wenn jemand unter Borderline oder Psychosen leidet?

Besonders vorsichtig sollten Gutachter*innen dann sein, wenn eine schwere psychische Erkrankung wie eine Borderline-Persönlichkeitsstörung (mit ihrer verzweifelten Suche nach Identität) oder eine Schizophrenie (mit ihrem Verlust an Identitätsgefühl und dem sich-Auflösen aller Grenzen) vorliegt. Hier ist dann das Risiko der Detransition größer.

Auch teilweise oder vorübergehende Geschlechtsidentitätsstörungen, wie sie etwa in Krisen während der Adoleszenz auftreten und akute Psychosen, bei der die geschlechtliche Identität vorübergehend verkannt wird, sind Gründe, geschlechtsangleichenden Maßnahmen nicht zuzustimmen oder zumindest den Betroffenen noch Zeit zu geben und Maßnahmen aufzuschieben.

Allerdings gibt es selbstverständlich auch Menschen, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung oder Schizophrenie leiden, und die trans* sind und kein Risiko der Detransition aufweisen. Hier würde dann die Möglichkeit der Transition die Borderline / Schizophrenie-Symptomatik unter Umständen sogar lindern.

An dieser Stelle wird ersichtlich, wie schwer und komplex die Diagnostik sein kann und weshalb die Detransition nie ganz ausgeschlossen werden kann.


Fazit

Detransition ist ein Phänomen, das relativ selten vorkommt und ein Tabu ist. Detransition stellt jedoch trans*Identität niemals infrage, da die meisten Menschen nach körpermodifizierenden Maßnahmen wesentlich zufriedener sind als zuvor. Eine Aussöhnung mit dem biologischen Geschlecht ist bei trans*Identität größtenteils unmöglich. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Diagnostik, insbesondere dann, wenn schwere Persönlichkeitsstörungen, Bindungsstörungen, Komplexe posttraumatische Belastungsstörungen und Psychosen vorliegen. Dennoch sind auch schwere psychische Störungen und Erkrankungen kein Grund, einer Transition nicht zuzustimmen.


Psychotherapeutische Begleitung während des Coming-outs und der Transition

Ich biete psychologische Hilfe und Psychotherapie in Österreich an, online auch in Wien, München, Berlin und Hamburg. 

Verschwörungstheorien: Rufschädigung von Michaela Huber?
von Florian Friedrich 26. März 2026
Was sind Rituelle Gewalt und Satanic Ritual Abuse (SRA)? Rituelle Gewalt und SRA gibt es nicht, sie sind ein Märchen, eine Urbane Legende. Das Konstrukt ist eine Verschwörungstheorie, die unter Psychotherapeut*innen weit verbreitet ist und nicht hinterfragt wird. Die bekannte Traumatherapeutin Michaela Huber gilt als eine der Hauptvertreterinnen dieser Theorie. Das Narrativ behauptet, dass geheime Organisationen, wie etwa Satanssekten, im Untergrund Kinder missbrauchen, foltern, abrichten und mittels Mind Control fernsteuern. Rituelle Gewalt werde von der Politik, von der Justiz, von der Polizei und den Reichen und Mächtigen verschleiert. Gerade der nicht empirische Nachweis der Rituellen Gewalt sei ein Beweis für deren Existenz. Auch Behandlungsfehler durch Traumatherapeut*innen und das Suggerieren falscher Erinnerungen sind kein Beweis für die Existenz Ritueller Gewalt. Wer sich kritisch dagegen äußert, der wird massiv angefeindet und ihm wird rasch unterstellt, dass er selbst ein Teil dieser großen Verschwörung sei oder zumindest generell Gewalt an Kindern rechtfertige, ganz nach dem Motto: "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich und auch gegen alle Opfer von Gewalt." Viele meiner Kolleg*innen wissen gar nicht, dass es sich bei dieser dümmlichen Theorie lediglich um ein Verschwörungsnarrativ handelt. Eine Klarstellung oder: Wer hat hier ihren eigenen einst guten Ruf geschädigt? Die bekannte Psychotherapeutin Michaela Huber verbreitet Verschwörungsgeschichten zu Satanismus, Satanic Panic und Ritueller Gewalt. Diese konnten bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Somit handelt es sich bei Ritueller Gewalt um eine Urbane Legende bzw. um ein Verschwörungsnarrativ, welches ein False-Memory-Syndrom suggerieren kann. Nachdem mir eine Kollegin auf einer Social-Media-Plattform unterstellt hat, ich würde bei der "renomierten" Kollegin Michaela Huber Rufschädigung und Diskreditierung begehen, dass diese mittlerweile entlastet worden sei (falsch!), dass ich ihren therapeutischen Ansatz abwerte (richtig, da fühle ich mich verstanden, wobei eine Verschwörungstheorie in meiner Welt kein psychotherapeutischer Ansatz ist) und dass mein Beitrag „vollkommen überflüssig sei“, habe ich ihr folgendes geantwortet: Michaela Huber gilt heute als sehr umstritten und wird sogar auf Wikipedia heftigst als Verschwörungstheoretikerin kritisiert. In Österreich würde ich Michaela Huber sofort bei der Ethikkommission melden, und eventuell würde ihr sogar die Zulassung als Psychotherapeutin entzogen werden, wenn sie sich nicht von ihren Verschwörungsgeschichten zur rituellen Gewalt distanziert. In Deutschland ist das leider etwas schwieriger. Michaela Huber wurde keinesfalls entlastet und konnte ihre Theorien bis heute nie beweisen. Ohne jedes Unrechtsbewusstsein oder die Bereitschaft, in einen wissenschaftlichen Dialog und Diskurs zu treten, verbreitet sie nach wie vor ihre esoterische Ideologie. So dürfen sich Psychotherapie-Schulen oder traumatherapeutische Ansätze, die einen seriösen Anspruch nach dem State-of-the-Art haben, nicht verhalten, so verhalten sich allerdings Sekten (was paradox ist, denn Huber postuliert ja, Satanssekten aufzudecken). Hier werden Huber und ihre Jünger*innen dem ganz ähnlich, was sie zu bekämpfen suchen.
trans*identität – Supervision und Teamsupervision
von Florian Friedrich 16. Februar 2026
Gruppensupervision für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Gutachter*innen, Pädagog*innen, Therapeut*innen und andere Berufsgruppen Ich biete regelmäßig an Samstagen von 11 bis 13 Uhr eine kostenlose online Supervisionsgruppe / Intervisionsgruppe für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die trans*Personen auf ihrem Weg der Transition in ihr Wunschgeschlecht begleiten und/oder Gutachten bzw. Stellungnahmen für Hormontherapien und Operationen verfassen. In dieser Gruppe können wir alle viel voneinander lernen, Fallvignetten einbringen, unser Schwarmwissen bündeln, netzwerken und auch Länder übergreifend zusammenarbeiten. Die Gruppe ist offen, d.h. Sie können jederzeit dazustoßen. Ich selbst koordiniere die Gruppe nur, bin aber im Sinne der Intervision ein Teil der Gruppe und nicht deren Leiter. In der Gruppe können Einzelfälle, aber auch Themen eingebracht werden. Mögliche Themen sind: Gutachten erstellen Sorgen wegen Detransition und Fehldiagnosen Rechtliches und Haftung bei Detransition Autismus, ASS und ADHS in der Kombination mit trans*Identitäten genderfluide und non binäre Lebensweisen Rechtliche Aspekte Andere LGBTIQA* Themen Wann sind die nächsten Termine? Samstag, 21. Februar 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 25. April 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 4. Juli. 2026 von 11 bis 13 Uhr  Einzeln oder im Team Des Weiteren biete ich (kostenpflichtige) Supervisionen (einzeln oder Teamsupervision) und Coaching für helfende Berufsgruppen an, die mit trans*identen (transgender, transsexuellen, diversen, nicht binären, genderfluiden) Personen arbeiten, etwa für Pädagog*innen, Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Gutachter*innen. Die Supervisionen sind auch online möglich. Viele Psychotherapeut*innen und Gutachter*innen sind sich unsicher, wie sie mit trans*Personen und der Geschlechtsidentität von Menschen arbeiten und therapeutisch vorgehen sollen und lehnen dann trans*idente und non-binäre Menschen ab. Unter Umständen liegt dies daran, dass trans*Personen oft gar keine klassische Psychotherapie benötigen, da es ja nicht um die Heilung von Symptomen oder einer psychischen Erkrankung geht, sondern vielmehr um eine aktive Unterstützung auf dem Weg der Transition und der persönlichen Entwicklung. Insofern stellt eine Zwangs-Psychotherapie für uns als Helfer*innen, aber auch für unsere Klient*innen / Patient*innen eine Restriktion dar, die oft als entwürdigend erlebt wird.
Somatopsychik – Wenn der Körper die Psyche beeinflusst
von Florian Friedrich 30. Januar 2026
Somatopsychik nach Gunther Schmidt: Wie der hypnosystemische Ansatz Körper & Psyche verbindet – verständlich erklärt & praxisnah.
Systemische Beratung und Therapie in Salzburg / Hamburg
von Florian Friedrich 27. Januar 2026
Hypnosystemisches Coaching Der hypnosystemische Ansatz geht auf den Arzt, Betriebswirten und Psychotherapeuten Gunther Schmidt zurück. Dieser war ein Schüler des Hypnotherapeuten Milton Erickson (1901-1980). Gunther Schmidt hat die lösungsorientierte systemische Familientherapie und Beratung mit der kompetenzaktivierenden Hypnotherapie Ericksons verbunden und damit die systemische Therapie massiv und nachhaltig weiterentwickelt. Gunther Schmidt ist ärztlicher Direktor der sysTelios Klinik , und er überzeugt mich von allen systemischen Therapeut*innen am meisten. Ich biete systemische und hypnosystemische Therapie, Beratung und Coaching in Salzburg und Hamburg an. Gerne komme ich auch in Ihren Betrieb. Existenzanalyse und Hypnosystemik Hören Sie den Podcast: Sounds of Science Spezial / Christian Kuhlmann, Alfried Längle & Gunther Schmidt - Hypnosystemik und Existenzanalyse