Trans*ident - psychotherapeutische Stellungnahmen ("Gutachten")

Florian Friedrich • 24. Oktober 2025

Stellungnahmen für trans*Personen

Ich schreibe psychotherapeutische Stellungnahmen (umgangssprachlich "Gutachten") für trans*idente Menschen. Meine Zielgruppen sind Kinder, Jugendliche und erwachsene trans*Personen.

Trans*ident - psychotherapeutische Stellungnahmen (

Psychologische und fachärztliche Stellungnahmen

Ich bin Psychotherapeut und Sexualtherapeut in Salzburg und Hamburg mit dem Schwerpunkt trans*Identität (Transgender, Transsexualität, agender, polygender, genderfluid, nicht binär) und LGBTIQA* und biete auch online Coming-Out-Beratung und psychologische Hilfe für trans*Personen an.


Menschen, die trans* sind, benötigen in Österreich eine

  • psychotherapeutische ODER psychologische
  • UND fachärztliche Stellungnahme

bevor sie mit der Hormontherapie oder körpermodifizierenden Maßnahmen zur Angleichung an ihr Wunschgeschlecht beginnen können. Das sehen die österreichischen Behandlungsempfehlungen vor. Auch die Änderung des Personenstandes ist in der Regel nur mit diesen Stellungnahmen möglich.


Der Weg der Stellungnahmen und Gutachten in Österreich

  1. Sie benötigen als trans*Person über einen Zeitraum von mehreren Monaten eine begleitende Psychotherapie. Wenn jemand gerade depressiv ist oder unter starken Ängsten oder anderen Belastungen leidet, dann kann eine Sitzung auch wöchentlich sinnvoll sein. Diese Psychotherapie ist in Österreich verpflichtend (und somit ethisch fragwürdig, weil Psychotherapie ja immer freiwillig sein sollte), sie wird jedoch von den aktuellen Richtlinien, Leitlinien und den Sozialversicherungsträgern unbedingt vorgesehen. In Österreich ist dieses Prozedere kürzer und trans*freundlicher als in Deutschland. Lassen Sie sich daher nicht beunruhigen, wenn Sie auf deutschen Webseiten andere Informationen lesen.
  2. Nach mehreren Monaten kann der/die Psychotherapeut*in dann eine psychotherapeutische Stellungnahme verfassen, in der er/sie bestätigt, dass seiner/ihrer Einschätzung nach Trans*Geschlechtlichkeit vorliegt (hierfür ist die Diagnose: „F64.0 Transsexualismus“ unbedingt erforderlich). Diese Diagnose wird auch für Personen gegeben, die sich als genderfluid, non-binary, als agender oder polygender erleben.
  3. Mit dieser Stellungnahme geht es dann zu einem/einer Psychiater*in der Wahl, die/der das fachärztliche Gutachten erstellt. Mit diesem kann dann der Personenstand geändert werden und Sie können mit hormonellen Maßnahmen beginnen.
  4. Für weitere chirurgische und körpermodifizierende Maßnahmen (frühestens ab einem Jahr nach dem Start der Hormontherapie) braucht es dann a) eine weitere aktuelle klinisch-psychologische ODER psychotherapeutische Stellungnahme sowie b) eine psychiatrische Kontrolluntersuchung und Stellungnahme
  5. Während des gesamten Prozesses wird eine psychologische oder psychotherapeutische Begleitung empfohlen.


Kinder und Jugendliche

Diese Empfehlungen für den Behandlungsprozess gelten lediglich für Personen ab Eintritt der Volljährigkeit, also für Erwachsene mit trans*Geschlechtlichkeit oder Geschlechtsdysphorie. Kinder und Jugendliche haben spezielle Bedürfnisse, weswegen es hier eigene und sehr individuelle Wege und Empfehlungen gibt.

Dokumentation: "Trans*: Wer bestimmt mein Geschlecht?"

Der Film dokumentiert die deutsche Situation, die komplizierter ist als der österreichische Weg. In Deutschland entscheiden nämlich Gerichte, ob die Änderung von Namen und Geschlecht möglich sind.

Ich schreibe psychotherapeutische Stellungnahmen

Ich biete psychologische Hilfe und Begleitung auf dem Weg der Transition an und schreibe psychotherapeutische Stellungnahmen. Wenn Sie ein geringes Einkommen haben und bei der ÖGK-Salzburg oder BVAEB versichert sind, dann biete ich kostenlose Therapieplätze für Wirtschaftlich Schwache an.


Wie viel kostet die psychotherapeutische Stellungnahme?

Ich verfasse die Stellungnahme dialogisch zusammen mit Ihnen. Das tun wir während der psychotherapeutischen Sitzungen, weswegen hier keine zusätzlichen Kosten für Sie anfallen. Die Preise für die psychotherapeutisch Sitzungen finden Sie hier.


Meine besonderen Schwerpunkte sind zudem

  • Asperger / Autismussspektrum & trans*Identität
  • ADS und ADHS & trans*Identität
  • Borderline & trans*Identität



Supervision für Fachkräfte, Berufsgruppen und Helfer*innen

Ich biete Weiterbildungen und Supervisionen für Helfer*innen, Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Ärzt*innen, Sozialarbeiter*innen und Pädagog*innen an, die mit trans*Personen arbeiten.

Posttraumatische Belastungskompetenz
von Florian Friedrich 15. Januar 2026
Wenn aus Überleben Verbundenheit entsteht Traumatische Erfahrungen können das Leben eines Menschen grundlegend erschüttern. Sie greifen tief in das Erleben von Sicherheit, Beziehung, Identität und Sinn ein. Wird aus dieser Erschütterung eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) , stehen meist Symptome, Defizite und Einschränkungen im Vordergrund: Flashbacks, Übererregung, Vermeidung, emotionale Taubheit, Beziehungsabbrüche. Doch neben dem oft langjährigen Leid entwickeln viele Menschen, die sich intensiv mit ihrer PTBS auseinandergesetzt haben, von einer neuen Tiefe, einer veränderten Art, sich selbst und anderen zu begegnen, von gewachsenen inneren Fähigkeiten. Diese Entwicklung lässt sich als Posttraumatische Belastungskompetenz beschreiben.
Trauma nach einer Brandkatastrophe: Was hilft?
von Florian Friedrich 14. Januar 2026
Wie du einer PTBS vorbeugen kannst (inklusive Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing®) Aus aktuellem Anlass ( Brandkatastrophe von Crans-Montana ) möchte ich hier über ein paar psychische Erste-Hilfe-Maßnahmen schreiben. Einen schweren Unfall oder eine Brandkatastrophe mitzuerleben – etwa Schreie zu hören, Brandgeruch wahrzunehmen oder Bilder von brennenden Menschen zu sehen – kann tief erschüttern - übrigens auch dann, wenn wir lediglich Videos im Internet und in den Medien davon sehen. Viele Betroffene und Zeug*innen sind im Nachhinein verunsichert von ihren Reaktionen. Wichtig i st: Starke körperliche und seelische Reaktionen sind normale Antworten auf ein extremes Ereignis. Sie bedeuten nicht, dass du durchdrehst oder zwangsläufig eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln wirst. Dieser Artikel erklärt, warum Flashbacks auftreten, was in den ersten Tagen und Wochen hilft, und wie Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing (SE) die Verarbeitung unterstützen können. Übrigens soziale Unterstützung schützt stark und ist einer der wichtigsten präventiven Wirkfaktoren, um keine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln. Menschen, die: über das Erlebte sprechen können emotionalen Rückhalt bekommen körperlich und emotional gehalten werden sich verstanden und ernst genommen fühlen haben ein deutlich geringeres PTBS-Risiko . Soziale Bindung wirkt wie ein Puffer gegen traumatische Überforderung.
Was ist
von Florian Friedrich 10. Januar 2026
Zu hohe Idealvorstellungen und Klischees, die uns im Weg stehen Viele Menschen haben sehr verkopfte Konstrukte und Konzepte von „Wahrer Liebe“. Emotional betrachtet ist Liebe ein starkes körperliches und seelisches Gefühl, das viele Menschen im Brustraum oder um die Herzgegend, aber auch von Kopf bis Fuß spüren. Viele fühlen Liebe als innere Wärme, als ob eine kleine Sonne aufginge und uns innerlich erstrahlen ließe. Das Gefühl Liebe ist losgelöst von der Sexualität. Dabei kann die Liebe die Sexualität ergänzen, dies ist jedoch nicht immer zwingend der Fall. Das körperliche und emotionale Fühlen von Liebe können wir bei Sexualpartner*innen, aber auch bei Freund*innen, in der Natur, für unsere Kinder, Eltern, Tiere u.v.m. erleben. Das gesellschaftliche Konstrukt „Wahre Liebe“ ist allerdings ein Mythos, denn Liebe ohne Konflikte und Begrenzungen gibt es nur in Märchen oder Hollywoodfilmen kurz vor dem Ende des Streifens. Mit der Realität hat das Ganze wenig zu tun. Ich biete Paartherapie, Paarcoaching und Beratung an, wenn Sie bemerken, dass Sie unter zu hohen und irrealen Idealvorstellungen von "Wahrer Liebe" leiden.
Das Nachlassen der Verliebtheit bei Bindungsstörungen
von Florian Friedrich 10. Januar 2026
Warum trennen sich viele Menschen nach der ersten Verliebtheit zu früh? Idealisierung und Realitätsverzerrung Wenn wir frisch verliebt sind, idealisieren wir oft den/die andere*n, ohne sie/ihn so zu sehen, wie er/sie im tiefsten Innersten wirklich ist und ohne in seinen/ihren authentischen (personalen) Kern zu blicken. Wir sehen sie/ihn dann so, wie wir sie/ihn gerne haben würden. Das Wort „Verliebtheit“ hat sicherlich nicht zufällig die Vorsilbe „ ver- “, weil wir oft irren, wenn wir VERliebt sind, uns etwas vormachen, Frühwarnzeichen nicht beachten oder uns selbst täuschen. Wir leiden in der Verliebtheit unter leichten Symptomen von Realitätsverlust, was uns aber angesichts der vielen Glücks- und Bindungshormone, die der Körper ausschüttet, egal ist. Wir verdrängen in der Regel nur allzu gerne, dass dieser überoptimale Zustand irgendwann auch wieder sein Ende haben wird. In diesem realitätsverzerrten Zustand besetzen wir den anderen Menschen mit Wünschen, Idealvorstellungen und Fantasien, die im Gegenüber gar nicht vorhanden sind. Sogar Unstimmigkeiten und Gegensätze werden positiv gedeutet und idealisiert: „ Gegensätze ziehen sich an “ oder „ wir ergänzen einander “. Diese erste Verliebtheit führt rasch zu einer so starken Bindung, dass sie in der Regel als zu intensiv und damit als anstrengend erlebt wird. Dies ist ein typisches Traumafolgesymptom: Sich immens stark zu binden, bevor wir den/die andere*n gut kennen. Aus diesen Idealisierungen, dem Himmel, wird dann rasch die Hölle. Es kommt zu massiven Kränkungen, Enttäuschungen, zu Ohnmachtserfahrungen und Hass, mit denen die Betroffenen nicht selbstregulierend umzugehen vermögen. Lesen Sie in diesem Artikel, warum Menschen mit Bindungsängsten rasch ihre Partnerschaften beenden, wenn die erste euphorische Verliebtheit schwindet.