Männliche Sexualität nach Unfällen und Erkrankungen

Florian Friedrich • 27. August 2025

Erektionsschwäche nach Erkrankungen

Die männliche Sexualität kann sich nach Unfällen, Krebs (etwa Prostatakrebs) und anderen Erkrankungen massiv verändern oder beeinträchtigt sein.

Es gibt verschiedene körperliche Erkrankungen, wie etwa Diabetes, Prostatakrebs, Schlaganfälle, Lähmungen, Multiple Sklerose, aber auch diverse Medikamente, die eine Erektion erschweren oder sogar ganz unmöglich machen.

Männliche Sexualität nach Unfällen und Erkrankungen

Prostatakrebs und erektile Dysfunktion

Eine bei Männern sehr weit verbreitete Krebsart ist der Prostatakrebs, der das Sexualleben eines Mannes bzw. Paares radikal und in kürzester Zeit verändern kann. Viele Männer fallen dann in eine ganz-oder-gar-nicht-Haltung hinein und geben ihre Sexualität lieber völlig auf, anstatt neue Wege von Lust, Leidenschaft und Nähe zu erkunden. Sie verzichten fortan nicht nur auf Geschlechtsverkehr, sondern auch auf jede Form von Sinnlichkeit und Erotik und werden oft unglücklich, verbittert, frustriert oder depressiv. Erotik und Nähe als Quelle der Lebendigkeit und als ein Erlebniswert fallen dann ganz weg.

Dieses Schwarz-Weiß-Denken haben viele Männer stark verinnerlicht. Immerhin haben wir ja unser ganzes Leben lange den Mythos internalisiert, dass nur Geschlechtsverkehr mit Penetration richtiger Sex sei, alles andere sei unvollständig und zähle nicht. 


Viele Männer denken dann gar nicht daran, eine emotional bereichernde Form von Erotik zu leben, die ohne Erektion leidenschaftlich, lustvoll, geil und erfüllend sein kann. Übrigens braucht es keine Erektion für einen Orgasmus.

Wichtig ist es allerdings, erst einmal den Verlust der genitalen Sexualität zu betrauern, sich Zeit und Raum für die Trauerphase zu geben, geduldig zu sein (oder zu werden) und auch schwierige Emotionen wie starke Kränkung, das immense Leid, Wut, Hilflosigkeit, Ohnmacht und Verzweiflung anzunehmen und sie nicht wegzudrücken.

Filmtipp: "Prostatakrebs und was dann?"

Schwere Verläufe von Prostatakrebs können nicht nur zu Inkontinenz führen, sondern auch zum Verlust der genitalen Sexualität.

Fragen für neue Wege in der Sexualität

Dann geht es auf die Suche, wobei folgende Fragen hilfreich sein können: 

  • Brauche ich noch Nähe, Zärtlichkeit, körperliche Berührungen und Erotik?
  • Wenn ja: Wie kann ich auch ohne Erektion das Beste aus den Umständen machen?
  • Wie wünsche ich mir Sinnlichkeit, Zärtlichkeit, körperliche Nähe und Erotik unabhängig von meiner Erektion?
  • Was geht noch (etwa die/den Partner*in mit den Händen, mit Sexspielzeugen oder dem Mund befriedigen, sich streicheln lassen, sich aneinander reiben)?
  • Welche neuen Wege können wir ausprobieren oder entdecken?
  • Welche Alternativen zur Penetration gibt es? Wie kann ich dabei als Mann bzw. wie können wir als Paar spielerisch und neugierig eine neue Sinnlichkeit entdecken?
  • Kann ich die sexuelle emotionale Erregung noch spüren (was auch ohne Erektion möglich ist, da Orgasmen, Erregung und Lust durch das Gehirn ausgelöst werden)?
  • Was kann ich körperlich noch, etwa tasten, spüren, mich bewegen, riechen, küssen, streicheln? 


Sextoys und Hilfsmittel

Übrigens sind alle Hilfsmittel von Sextoys, über Potenzmitteln (PDE-5-Hemmer), Vakuumpumpen, Penisinjektionen, Strap-Ons (das sind Penisse zum Umschnallen), Sexualcoachings, Betroffenengruppen, Fortbildungen, und Tantrakursen erlaubt und sogar hilfreich und sinnvoll. 

Florian Friedrich als Bastian im Theaterstück DER DRESSIERTE MANN
von Hannes Heissl 30. August 2026
Mein aktuelles Schauspielprojekt in der Rolle des Bastian Der dressierte Mann von John von Düffel Nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar. Vilar dreht den Spieß um. Sie behauptet: Nicht die Männer unterdrücken die Frauen, sondern Frauen dressieren die Männer seit Jahrhunderten. Frauen nutzen Sex, Liebe und die Mutterrolle als Machtmittel. Dafür lassen sie sich aushalten und versorgen. Männer arbeiten, machen Krieg, zahlen - und bekommen dafür “Zuneigung” und Sex. Sie sind also die eigentlichen „Sklaven“. “Der Mann ist dressiert wie ein Haustier. Er glaubt frei zu sein, ist aber abhängig.” Das Buch löste 1971 einen riesigen Skandal aus. Von Feministinnen gehasst, von Männern gefeiert. Bis heute extrem umstritten. Es ist in dem Buch eine provokante These, dass die klassische Rollenverteilung Frauen bevorteilt und Männer ausbeutet. Bis heute ein Provokations-Bestseller. Der Vorverkaufspreis beträgt 16 Euro, an der Abendkasse 18 Euro. Ermäßigungen gibt es für Jugendliche sowie für (Schüler-)Gruppen ab zehn Personen. Reservierungen: Freiraum Oberndorf: 0664 / 6431727 Theatergruppe Oberndorf: 0677 / 62551846 E-Mail: info@freiraumoberndorf.at Ich freue mich. die tolle Rolle des Bastian zu spielen, eine Rolle, die man(n) sich nur wünschen kann.
Weiße Rosen in einem Rosengarten vor schneebedeckten Bergen – poetisches Bild für Selbstreflexion
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Podcast über Psychotherapie und Hypnosystemik: Selbstwert, innere Muster, Glaubenssätze und die Frage, wie wir anders mit uns selbst umgehen können.
Mensch zwischen verschiedenen inneren Zuständen – Hypnosystemik und Selbstregulation
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Du bist nicht dein Zustand: Erfahren Sie, wie innere Zustände Wahrnehmung und Verhalten beeinflussen und wie Hypnosystemik neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet.
Verschwörungstheorien: Rufschädigung von Michaela Huber?
von Florian Friedrich 14. August 2026
Was sind Rituelle Gewalt und Satanic Ritual Abuse (SRA)? Rituelle Gewalt und SRA gibt es nicht, sie sind ein Märchen, eine Urbane Legende. Das Konstrukt ist eine Verschwörungstheorie, die unter Psychotherapeut*innen weit verbreitet ist und nicht hinterfragt wird. Die bekannte Traumatherapeutin Michaela Huber gilt als eine der Hauptvertreterinnen dieser Theorie. Das Narrativ behauptet, dass geheime Organisationen, wie etwa Satanssekten, im Untergrund Kinder missbrauchen, foltern, abrichten und mittels Mind Control fernsteuern. Rituelle Gewalt werde von der Politik, von der Justiz, von der Polizei und den Reichen und Mächtigen verschleiert. Gerade der nicht empirische Nachweis der Rituellen Gewalt sei ein Beweis für deren Existenz. Auch Behandlungsfehler durch Traumatherapeut*innen und das Suggerieren falscher Erinnerungen sind kein Beweis für die Existenz Ritueller Gewalt. Wer sich kritisch dagegen äußert, der wird massiv angefeindet und ihm wird rasch unterstellt, dass er selbst ein Teil dieser großen Verschwörung sei oder zumindest generell Gewalt an Kindern rechtfertige, ganz nach dem Motto: "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich und auch gegen alle Opfer von Gewalt." Viele meiner Kolleg*innen wissen gar nicht, dass es sich bei dieser dümmlichen Theorie lediglich um ein Verschwörungsnarrativ handelt. Eine Klarstellung oder: Wer hat hier ihren eigenen einst guten Ruf geschädigt? Die bekannte Psychotherapeutin Michaela Huber verbreitet Verschwörungsgeschichten zu Satanismus, Satanic Panic und Ritueller Gewalt. Diese konnten bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Somit handelt es sich bei Ritueller Gewalt um eine Urbane Legende bzw. um ein Verschwörungsnarrativ, welches ein False-Memory-Syndrom suggerieren kann. Nachdem mir eine Kollegin auf einer Social-Media-Plattform unterstellt hat, ich würde bei der "renomierten" Kollegin Michaela Huber Rufschädigung und Diskreditierung begehen, dass diese mittlerweile entlastet worden sei (falsch!), dass ich ihren therapeutischen Ansatz abwerte (richtig, da fühle ich mich verstanden, wobei eine Verschwörungstheorie in meiner Welt kein psychotherapeutischer Ansatz ist) und dass mein Beitrag „vollkommen überflüssig sei“, habe ich ihr folgendes geantwortet: Michaela Huber gilt heute als sehr umstritten und wird sogar auf Wikipedia heftigst als Verschwörungstheoretikerin kritisiert. In Österreich würde ich Michaela Huber sofort bei der Ethikkommission melden, und eventuell würde ihr sogar die Zulassung als Psychotherapeutin entzogen werden, wenn sie sich nicht von ihren Verschwörungsgeschichten zur rituellen Gewalt distanziert. In Deutschland ist das leider etwas schwieriger. Michaela Huber wurde keinesfalls entlastet und konnte ihre Theorien bis heute nie beweisen. Ohne jedes Unrechtsbewusstsein oder die Bereitschaft, in einen wissenschaftlichen Dialog und Diskurs zu treten, verbreitet sie nach wie vor ihre esoterische Ideologie. So dürfen sich Psychotherapie-Schulen oder traumatherapeutische Ansätze, die einen seriösen Anspruch nach dem State-of-the-Art haben, nicht verhalten, so verhalten sich allerdings Sekten (was paradox ist, denn Huber postuliert ja, Satanssekten aufzudecken). Hier werden Huber und ihre Jünger*innen dem ganz ähnlich, was sie zu bekämpfen suchen.