Mag. Florian Friedrich, BA

Psychotherapie, Beratung und Coaching


Wichtig: Ich bin in meiner Praxis voll und kann daher keine Ersttermine

 für neue Klient*innen anbieten.

Starke Schmerzen - Psychologische Schmerztherapie

Florian Friedrich • 7. Mai 2024

Was sind chronische Schmerzen und Schmerzstörungen?

Chronische Schmerzen und Schmerzstörungen sind oft die Folge von akuten starken Schmerzen, etwa nach Verletzungen. Der Schmerz kann etwa dann chronisch werden, wenn der akute Schmerz nicht ausreichend behandelt wurde. In diesem Fall beginnt der akute Schmerz sich zu verselbständigen. Die Ursache des Schmerzes ist oft schon gar nicht mehr vorhanden, dennoch bestehen die chronischen Schmerzen weiterhin.

Dies hängt mit dem Schmerzgedächtnis zusammen. Wenn z.B. immer wieder Schmerzsignale im Rückenmark und im Gehirn ankommen, kann es zu einer Übersensibilisierung gegenüber leichten Schmerzen kommen, die dann als starker Schmerz erlebt werden. Hierbei handelt es sich also nicht um „eingebildete“ Schmerzen, sondern um einen real gegebenen Schmerz. Das Gehirn hat nämlich einen falschen und kontraproduktiven Umgang mit Schmerzen gelernt.


Hypnotherapie, hypnosystemische Ansätze und Hypnose

Im Rahmen meiner Schmerztherapie arbeite ich mit hynosystemischen Ansätzen und mit Hypnose. Dabei würdigen wir Ihre Tapferkeit und Ihre Stärke. Im Rahmen der Schmerztherapie lernen Sie, von Ihren Schmerzen weniger überflutet zu werden und weniger Hilflosigkeit zu erleben. Stattdessen können Sie die Erfahrung machen, noch kompetenter und wieder handlungsfähig im Umgang mit Ihren Schmerzen zu werden.

Starke Schmerzen - Psychologische Schmerztherapie

Schmerzmeditation: Pendeln zwischen Schmerz und Wohlgefühl

Diese Schmerzmeditation kann Dir helfen, besser mit Dir selbst umzugehen und Dich körperlich durch Atmen und Fokussieren etwas zu entspannen.

Das Schmerzsystem kann empfindlicher werden

Wenn Schmerzen lange andauern, dann wird unser Schmerzsystem (die Nervenbahnen, Bereiche des Gehirns, Nozizeptoren) empfindlicher. Leichte Schmerzreize, aber auch schon Berührungen und Wärme können dann Schmerzen auslösen. Zudem können bestimmte Nervenzellen so überempfindlich werden, dass sie sogar ohne jede Reizung von außen aktiv werden und Schmerzen erzeugen. Manchmal reichen auch schon bestimmte Situationen, Gefühle oder Gedanken aus, um Nervenzellen zu aktivieren, die dann dem Körper Schmerz signalisieren.


Das Schmerzgedächtnis

Treten Schmerzen immer wieder auf, dann lernen das Nervensystem und der Körper, Schmerzen zu produzieren. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als „Schmerzgedächtnis“. Das Schmerzen verarbeitende System ist dann überempfindlich geworden und hat sich sozusagen verselbständigt.


Ein überempfindliches Schmerzsystem bemerkt man, wenn

  • der Schmerz ganz ohne Vorwarnung plötzlich einschießt
  • bereits kleine Aktivitäten und körperliche Betätigungen zu Schmerzen führen
  • der Schmerz stark von den Gedanken und der aktuellen Stimmung abhängig ist
  • der Schmerz im Körper wandert und sich ausbreitet
  • alte Verletzungen, Wunden und Narben plötzlich wieder Schmerzen bereiten


Diese Schmerzen bedeuten nicht, dass sie „verrückt“ oder psychotisch werden oder dass Sie sich diese Schmerzen nur einbilden. Das Schmerzgedächtnis ist hier überempfindlich geworden und das Schmerzsystem unseres Körpers erfüllt seine ursprüngliche (sinnvolle) Funktion nicht mehr.


Psychologische Schmerztherapie in Salzburg, Wien, Hamburg und München

Meine Schmerztherapie setzt am biopsychosozialen Krankheits- und Gesundheitsmodell an. Neben körperlichen Faktoren spielen nämlich auch psychische und soziale Faktoren beim Schmerzerleben eine Rolle.

Das Ziel einer Schmerz-Psychotherapie ist es, auf verhaltenstherapeutischer Ebene einen neuen Umgang mit den Schmerzen zu finden und Schmerzen kompetenter bewältigen zu können. Auch der Kontext, in dem die Schmerzen entstanden sind oder besonders stark erlebt werden, findet in meiner tiefenpsychologischen und existenzanalytischen Schmerzbehandlung Berücksichtigung. Des Weiteren vermittle ich auch Entspannungsverfahren, etwa die progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Achtsamkeits- und Meditationsübungen.


Der berühmte Hypnotherapeut Milton Erickson litt selbst unter chronischen höllischen Schmerzen. Er hypnotisierte sich jeden Morgen mindestens eine Stunde lang selbst, um für den Rest des Tages relativ Schmerz-frei und voller Energie zu sein. Dies gelang ihm auch immer, bedurfte aber eines Dranbleibens an der eigenen Selbstfürsorge.

Diese Anekdote soll Ihnen helfen, eine achtungsvolle und freundliche Haltung gegenüber sich selbst zu entwickeln: Das Leidvolle könnte Sie wieder besuchen, aber daraus kann eine Übungschance für Sie werden, um besonders anteilnehmend und liebevoll mit sich selbst umzugehen.

Kurzfilm: "Schmerzgedächtnis - Was ist das eigentlich?"

In diesem Film wird erklärt, wie chronische Schmerzen entstehen und behandelt werden können.

Diagnostik aus hypnosystemischer Sicht
von Florian Friedrich 21. März 2025
Diagnosen sagen nichts über unsere Klient*innen aus Als Hypnosystemiker erlebe ich Diagnosen meist als trivialisierend und als eine die Komplexität reduzierende Vernichtung von Informationen. Zudem werden Diagnosen überwiegend völlig blind für den Kontext gestellt, in dem ein Symptom auftritt. Ziel dienlich sind Diagnosen aus hypnosystemischer Sicht dann, wenn Patient*innen sie wollen, weil sie dadurch Entlastung erfahren (was ich dann wieder utilisieren kann), oder eben für die Krankenkassen und Sozialversicherungsträger. Der Begründer der Hypnosystemik Gunther Schmidt erwähnt etwas augenzwinkernd, dass sich seine Klient*innen eine der häufigsten Diagnosen (etwa "mittelgradige depressive Episode") selbst auswählen dürfen (sie können aber auch ausgewürfelt werden), wobei wir die Diagnosen dann zusammen mit unseren Klient*innen auf möglicherweise negative Auswirkungen überprüfen sollten. 
Die Polyvagaltheorie in der Traumatherapie
von Florian Friedrich 20. März 2025
Was ist die Polyvagaltheorie? Die Polyvagaltheorie geht auf den Psychiater Stephen W. Porges zurück. Sie beschreibt eine neue Sichtweise auf das Autonome Nervensystem . Dieses scannt permanent unsere Umwelt und andere Menschen ab, ob wir sicher oder bedroht sind. Jener Vorgang ist unwillkürlich und ist uns meist völlig unbewusst. Sicherheit ist für uns im Leben das Wichtigste. Das Parasympathische Nervensystem teilt sich noch einmal auf und hat ein soziales Nervensystem , den ventralen Vagus, als Zweig. Dieses wird durch Traumata massiv beeinflusst und arbeitet dann anders. Das Soziale Nervensystem wird durch die Beziehung, Fürsorge und Coregulation unserer Eltern bzw. ersten Bezugspersonen gut ausgebildet und kann dann effektiv und optimal arbeiten. Übrigens: Die Polyvagaltheorie ist in der Wissenschaft umstritten und konnte bis heute empirisch nicht nachgewiesen werden . Das ändert aber nichts an der Praxis der modernen Traumatherapie. In der praktischen Umsetzung hilft die Polyvagaltheorie, und wer heilt, der hat bekanntlich recht.
Hypnosystemische Psychotherapie und Beratung
von Florian Friedrich 18. März 2025
Beratung, Coaching und Therapie mit hypnosystemischen Ansätzen Der hypnosystemische Ansatz von Gunther Schmidt ist ein wissenschaftlich-fundierter Ansatz für Beratung, Coaching, Therapie und Organisationsentwicklung. Er arbeitet mit Erkenntnissen der modernen Hirn- und autobiografischen Gedächtnisforschung, der Systemtheorie, der Hypnose und der Hypnotherapie, der Embodiment-Forschung und der Priming-Forschung. Gunther Schmidt hat aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der verschiedenen Disziplinen ein breites Repertoire an Methoden, Techniken und Tools entwickelt, wobei er immer postuliert: " Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie ". Zugleich ist die Hypnosystemik auch eine Haltung zur Welt und zu den Mitmenschen, die weit über Techniken hinausgeht. Denn wer nur mit Tools arbeitet, der " wird rasch zum Tooligan " (Schmidt). Ich biete hypnosystemische Psychotherapie und Beratung in Salzburg / Hamburg an.
Symptome aus hypnosystemischer Sicht
von Florian Friedrich 18. März 2025
Symptome sind wertvolle Botschafter von Bedürfnissen Aus hypnosystemischer Sicht (Gunther Schmidt) sind Symptome immer wichtige Rückkopellungsinformationen über nicht beachtete Bedürfnisse. Beispiel: Hubert ist schwul und unterdrückt seine Bedürfnisse nach Liebe, Erotik, Zärtlichkeit und Sexualität. Da dieses Unterdrücken viel Kraft und Lebensenergie kostet, wird Hubert zunehmend depressiver und suizidal. Seine Depressionen und seine Lebensmüdigkeit weisen ihn darauf hin: "Lebe Dein Leben, hör auf Deine homosexuellen Bedürfnisse" Lesen Sie in diesem Artikel über Symptome aus hypnosystemischer Sicht.
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