Mag. Florian Friedrich, BA
Psychotherapeut (Existenzanalyse, Humanistische Orientierung)
Mail: florian.friedrich@psychotherapie-salzburg.de
Adressen: Innsbrucker Bundesstraße 47
und Fürstenallee 9
5020 Salzburg
Österreich
Mag. Florian Friedrich, BA
Psychotherapie, Beratung und Coaching
Wichtig: Ich bin in meiner Praxis voll und kann daher keine Ersttermine
für neue Klient*innen anbieten.
Einsatzkräfte, Polizist*innen, Sanitäter*innen und Soldat*innen haben ein deutlich höheres Berufsrisiko für die Ausbildung einer Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS). Ein Trauma entsteht immer dann, wenn das Belastungslevel sehr hoch ist, zugleich Ereignisse völlig unvorhergesehen passieren und die Betroffenen darauf nicht vorbereitet sind.
Ich biete psychologische Hilfe, Coaching, Psychotherapie und Traumatherapie an, wenn Sie nach Einsätzen unter Traumafolgesymptomen leiden. Um Traumatisierungen vorzubeugen, biete ich auch Trauma-Prävention, Coaching und Supervision (einzeln oder für Teams) an.
Meine Unterstützung richtet sich an Polizist*innen, Einsatzkräfte, Ersthelfer*innen, Sanitäter*innen und Angehörige der Feuerwehr. Da es sich hierbei um psychologische Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle handelt, müssen Sie die Traumatherapie nicht selbst zahlen. Ihre gesetzliche Unfallversicherung bzw. Ihr Dienstgeber oder Ihre Organisation trägt die Behandlungskosten. Wurden Sie Opfer von Gewalt, so müssen gemäß des österreichischen Opferschutzes die Täter*innen die Behandlungskosten übernehmen.
Einsatzkräfte, Polizist*innen und Sanitäter*innen sind die Allerersten, die bei Gewaltverbrechen, Unfällen, Katastrophen und Suiziden an Ort und Stelle sind. Oft machen sie auch selbst Gewalterfahrungen. Dabei können sich Bilder von schrecklichen Unfällen, Naturkatastrophen, Unglücken, Bränden, Terroranschlägen, Leichen, Morden und anderen Gewaltverbrechen einbrennen, die sich später in in Form von Flashbacks und emotionaler Überflutung wieder aufdrängen.
Menschen mit Uniformen, also nicht nur Polizist*innen, sondern auch Notärzt*innen, Sanitäter*innen, Krankenschwestern und Feuerwehrleute werden öfter verbal oder körperlich angegriffen und erleben Gewalt, die traumatisieren kann. Die Täter*innen verlieren dabei jede Empathie für die Person, die in der Uniform steckt.
Allerdings genießen Feuerwehrleute, Rettungssanitäter*innen und Notärzt*innen ein gesellschaftlich höheres ansehen als das die Polizei tut. Manche Täter*innen sind durch eine Polizeiuniform regelrecht getriggert, haben Angst und starken Hass, den sie dann am/an der Träger*in der Uniform ausagieren.
In schwierigen Situationen und Krisen sind jedoch alle Menschen gefährdet, die eine Uniform tragen. So wurden während der COVID-Pandemie auch Krankenschwestern geschlagen, Ärzt*innen mit Mord bedroht oder regelrecht in den Suizid getrieben, wie das 2022 bei der Ärztin Lisa-Maria Kellermayr in Linz geschah. Die Täter*innen entmenschlichen Personen mit einer Uniform.
Besonders belastend sind Einsätze, bei denen Angehörige der Polizei, Soldat*innen und andere Einsatzkräfte traumatisiert werden und für die es im Nachhinein keine Anerkennung gibt. Im Gegenteil: Viele Einsätze werden von der Öffentlichkeit ja kritisiert und abgewertet. Die traumatisierten Betroffenen fühlen sich dann allein und im Stich gelassen und missbraucht.
Wer hingegen Rückenstärkung, Anerkennung als Opfer und Dankbarkeit für traumatisierende Einsätze erhält, der kann Traumen besser verarbeiten, und die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine PTBS ausbildet ist geringer.
Typisch für eine PTBS ist, dass diese zeitversetzt auftritt. Nach einer kurzen Phase der Erholung entwickeln Einsatzkräfte erst die typischen Symptome der PTBS.
Da viele Betroffene ihre Symptome verschweigen, sofort wieder ihrer Arbeit nachgehen, sich zusammenreißen oder ihre PTBS verheimlichen, weil sie sich ihrer schämen, wird die Krankheit meist spät erkannt. Manche Traumatisierten schätzen ihre Belastungsgrenzen auch völlig falsch ein und suggerieren ihrem Arbeitgeber und sozialem Umfeld, dass es ihnen gut gehe und sie gesund seien. Die Kolleg*innen und Vorgesetzten denken dann, dass der/die Arbeitnehmer*in wieder arbeitsfähig sei.
Die traumatisierten Betroffenen fühlen sich hierauf umso einsamer und ganz allein. Mitunter wurde dann auch schon die Anerkennung als Berufskrankheit oder als psychologischer Arbeitsunfall verweigert.
Männer entwickeln häufiger impulsive (mitunter auch gewalttätige) Verhaltensweisen, Alkoholismus, Substanzmissbrauch und Suchtdynamiken aus. Bei Frauen lassen sich eher Depressionen und Angststörungen beobachten.
Schwer traumatisierte Menschen empfinden weniger Glück und Freude in ihrem Leben, sie fühlen sich mitunter wie in Watte gepackt.
Oft scheitern nach schweren Traumatisierungen Ehen und Partnerschaften, weil sich aufgrund der Traumatisierung die Persönlichkeit des/der betroffenen Partners/Partnerin so stark verändert. Es kommt zu einer Persönlichkeitsveränderung nach einer Extrembelastung.
Die Differenzierung zwischen Gegenwart und Vergangenheit geht bei Traumatisierungen verloren. Auch Dissoziationen treten bei der PTBS oft auf.
Dissoziation meint ein gestörtes Selbsterleben. Ich habe hierbei das Gefühl, neben mir zu stehen, friere ein, kann mich nicht mehr bewegen und mir geht dabei viel Zeit verloren. Oft kann ich mich von außen sehen und beobachten. Innerlich bin ich dabei völlig weggetreten und in der Regel für andere Menschen nicht mehr ansprechbar. Bei Dissoziationen handelt es sich um einen typischen Copingmechanismus, der unsere Psyche während schwerer Gewalterlebnisse und Traumen schützt, sich aber verselbständigen und rasch chronifizieren kann. Er ist dann nicht mehr adaptiv und geht mit einer hohen Alltagsbelastung für die Betroffenen einher.
Menschen, die bereits während ihrer Kindheit und Jugend psychische und körperliche Gewalt erleben mussten, vernachlässigt oder gemobbt und dadurch schwer traumatisiert wurden, entwickeln später als Soldat*innen, Polizist*innen und Einsatzkräfte leichter posttraumatische Symptome. Auch in zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine PTBS oder andere psychische Erkrankungen, weil die psychischen Selbstschutz- und Copingmechanismen schwächer werden.
Weitere Risiken sind:
Folgende Faktoren können das Risiko für die Ausbildung einer PTBS senken:
Typisch für eine Posttraumatische Belastungsstörung ist, dass bestimmte Trigger mich an das ursprüngliche Trauma erinnern können. Ich erlebe dann dieselbe Ohnmacht, die Angst, den Schrecken und das Grauen, als würde ich mich unmittelbar in der damaligen traumatischen Situation befinden. Trigger sind somit Auslösereize. Das können Farben, Lichter, Personen, Gerüche, Geräusche und taktile Reize sein. Mein Gehirn kann hier nicht zwischen der aktuellen sicheren Gegenwart und dem abgeschlossenen vergangenen Trauma unterscheiden und signalisiert: Achtung! Allerhöchste Lebensgefahr! Lauf um dein Leben oder stell dich tot!!
Bei Triggern handelt es sich um typische und weit verbreitete Traumafolgesymptome.
Fallbeispiel: Herr A. kam als Polizist in einen Schusswechsel und wurde verletzt. Jedes Mal, wenn er in einem Parkhaus eine Autotüre laut zuschlagen hört, zuckt er zusammen, bekommt Todesangst und ist in Schweiß gebadet. Wenn Jugendliche Böller oder Raketen abschießen, dann hat er noch heftigere Symptome.
Wichtig ist es, dass wir unsere Trigger möglichst gut kennen und identifizieren können. Denn es ist im Alltag niemals möglich, alle Trigger ständig zu vermeiden, und das sollten wir auch gar nicht. Ich kann ja nie (in Bezug auf das obige Fallbeispiel) sämtliche Parkhäuser, Parkplätze etc. vermeiden.
Ich kann allerdings lernen, meine Emotionen, meine Ängste und körperlichen Symptome gut zu regulieren, indem ich mich etwa selbst beruhige, bestimmte Atemübungen anwende und mir selbst innere und äußere Sicherheit suggeriere, wie das durch hypnotherapeutische Techniken und Selbsthypnose möglich ist.
Die moderne Traumatherapie arbeitet integrativ, also je nach Symptom und Belastung mit unterschiedlichen Methoden. Ansätze aus der klassischen Psychotherapie, aber auch das Erlernen und Trainieren von Skills, Entspannungsverfahren, Hypnose und hypnotherapeutische Verfahren, Bewegung, Sport und das Regulieren belastender Erinnerungen und Emotionen spielen eine wichtige Rolle. Bei schweren Depressionen, Angst- und Panikattacken können zu Beginn auch Medikamente, wie etwa Angst mildernde Antidepressiva sehr sinnvoll und hilfreich sein.
Traumatisierte Arbeitnehmer*innen lernen dabei, ihre Emotionen besser zu regulieren und gut mit belastenden emotionalen Zuständen umzugehen. Wichtig ist zudem, dass die Betroffenen Expert*innen für ihre eigenen Symptome und die PTBS werden und dass sie das Krankheitsbild und das Trauma-Gedächtnis gut kennen. Deshalb besteht ein Teil der Traumatherapie auch in Weiterbildung bzw. Psychoedukation. Viele Betroffene halten sich nämlich für schwach und verrückt, wenn sie typische Traumafolgesymptome ausbilden. Sie schämen sich dann zutiefst für völlig verständliche und weit verbreitete Beschwerden nach Traumatisierungen. Dieses Wissen mildert Gefühle von Scham, Hilflosigkeit und Ohnmacht.
Ein Teil der Behandlung ist auch die Angstexposition. D.h. Psychotherapeut*innen begleiten Menschen bewusst in Situationen, wo sie Triggern ausgesetzt sind. Diese Angstexposition soll helfen, aus der Angstvermeidung schrittweise und behutsam herauszukommen und die eigene Komfortzone Stück für Stück zu erweitern.
Bei sehr starken Symptomen, etwa bei schweren Depressionen oder Angst- und Panikattacken, kann eine stationäre Aufnahme in eine spezialisierte Traumaklinik sinnvoll sein. Auch Kuren und Rehabilitationen sind Bausteine der Behandlung.
Grundsätzlich sind die Heilungschancen bei Monotraumen und der PTBS gut bis sehr gut. Viele Polizist*innen, Soldat*innen und Einsatzkräfte können in ihrem Beruf bleiben und wieder an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren. Dennoch besteht auch nach der Behandlung ein erhöhtes Risiko, wieder Traumafolgesymptome zu entwickeln. Daher sind eine gute psychologische Supervision und Nachsorge auch so wichtig.
Mit einer Traumatherapie lässt sich die PTBS gut behandeln und heilen, wenn Sie etwas Geduld mitbringen und dranbleiben.
Beleidigungen, Beschimpfungen, verbale Attacken, Androhungen von Gewalt und manifeste körperliche Gewalt können Polizistinnen und Polizisten traumatisieren. Polizistinnen werden zudem oft sexistisch als "Schlampe" beschimpft.
Diese permanente psychische Gewalt kann genauso schlimm sein wie körperliche Gewalt und unsere Psyche regelrecht vergiften.
15-30 Prozent aller Menschen in der Gesamtbevölkerung, die Opfer körperlicher Gewalt werden, entwickeln übrigens danach eine PTBS. Warum sollte dies also bei Polizist*innen anders sein?
Die Täter sind meist junge Männer, die alkoholisiert sind oder sonstige Substanzen missbraucht haben, nicht selten auch Männer mit Migrationshintergrund (die selbst schwer traumatisiert sind und die eigenen Traumen durch psychische oder körperliche Gewalt an andere weitergeben).
Dies hat übrigens nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, sondern es handelt sich lediglich um Statistik und Phänomenologie.
Opfer von psychischer und körperlicher Gewalt schämen sich meist ihrer Beschwerden und Traumafolgesymptome und können dann nicht gut für sich selbst sorgen. Infolgedessen können sich Angsterkrankungen oder schwere Depressionen entwickeln. Mitunter werden PTBS, Ängste und Depressionen in Institutionen wie der Polizei, dem Militär und der Feuerwehr noch immer stark tabuisiert oder sogar stigmatisiert. Ängste vor Stigmatisierungen sind deshalb nicht ganz unbegründet.
Traumatisierte Polizist*innen und Soldat*innen fühlen sich meist unverstanden und nicht ernst genommen. So manche*r hätte lieber bleibende körperliche Schäden davon getragen, die nach außen sichtbar sind und für die sie/er von seinem/ihrem sozialen Umfeld Verständnis erfährt, als unsichtbare seelische Traumatisierungen.
In männlich und patriarchalisch geprägten Berufsgruppen, wie Bundesheer, Polizei und Feuerwehr tun sich die Arbeitnehmer*innen schwerer über Ängste, Gefühle, psychische Gesundheit und psychische Belastungen zu sprechen. Fast immer fehlt es an fachlicher und psychologischer Supervision, Intervision und an Gesprächsgruppen. Auf diese Weise kann nach traumatisierenden Einsätzen nicht über psychische und emotionale Belastungen gesprochen werden. Es gibt keine Schutzräume dafür, und Ängste und Depressionen werden oft als Schwäche abgewertet.
Vor allem jüngere Polizist*innen und Berufsanfänger*innen, die in ihrer beruflichen Rolle noch nicht so gefestigt sind und weniger Erfahrungswissen haben, was psychische Belastungen betrifft, glauben, sie müssten sich nach Traumen nur ordentlich zusammenreißen und warten erst einmal ab. Hinzu kommt die Angst, von anderen und Berufskolleg*innen als schwach oder als für den Polizeiberuf ungeeignet betrachtet zu werden.