Homophobe und trans*phobe Gewalt an Schulen - Hilfe und Beratung

Florian Friedrich • 19. August 2025

Was ist homophobe / trans*phobe Gewalt?

Homophobe/trans*phobe Gewalt umfasst nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch psychische. Gerade an Schulen werden viele trans*idente (transgender, transsexuelle, diverse, non binäre, genderfluide), schwule, lesbische und bisexuelle Kinder und Jugendliche, aber auch Lehrer*innen wegen ihrer anderen sexuellen Orientierung bzw. Identität diskriminiert und gemobbt.

Die Täter sind vor allem männliche Jugendliche. Mädchen und junge Frauen hingegen sind empathischer, was trans*Identität, Homosexualität und Bisexualität betrifft und beschützen oft angefeindete Kinder und Jugendliche. Somit zeigen weibliche Jugendliche auch mehr Zivilcourage. Zudem intervenieren Lehrerinnen häufiger bei homophober/trans*phober Gewalt als Lehrer.


Mobbing, Bullying und Diskriminierung passieren in der Regel dann, wenn keine Lehrer*innen in der Nähe sind. Die psychische Gewalt bekommen dann die Erwachsenen oft nicht einmal mit.
Psychische Gewalt gegenüber homosexuellen, bisexuellen und trans*identen Kindern und Jugendlichen kann zu schweren psychischen Wunden und Folgen führen, etwa zu Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Angststörungen, sozialer Isolation, zu Sucht und Substanzmissbrauch oder Suizidalität.


Ich biete psychologische Hilfe und Beratung für LGBTIQA* an, wenn Sie als Schüler*in oder Lehrer*in an Ihrer Schule Diskriminierung oder Gewalt erleben.

Homophobe und transphobe Gewalt in der Schule

Aufklärung und Sensibilisierung gegen Homophobie und trans*Phobie

Ein wichtiger Schritt, um gegen homophobe/trans*phobe Gewalt in der Schule vorzugehen ist, dass alle Beteiligten für das Problem sensibilisiert werden.
Für die Opfer selbst gilt, dass sie sich niemals mit der homophoben/trans*phoben Gewalt abfinden sollten. Wenn sich ein Opfer nicht wehrt und keine Hilfe sucht, dann lassen die Täter*innen nicht von ihm ab und die Gewaltdynamik kann regelrecht eskalieren. Jeder Mensch hat ein Grundrecht auf innere und äußere Sicherheit. Dieses Grundrecht wird ihm vom Staat rechtlich garantiert, etwa durch diverse Antidiskriminierungsgesetze.

Spot: "Vielfalt in der Schule - hetero, homo oder queer!"

Ein Spot, der sich für Vielfalt und Diversity an Schulen einsetzt.

Was kann mir als Opfer helfen? Tipps und Hilfe

Kinder und Jugendliche, die Gewalt erleben müssen, sollten sich unbedingt Hilfe suchen, indem sie sich an Erwachsene wenden und die Bullys meiden. Auch hilfreiche Dritte wie Mitschüler*innen oder Lehrer*innen sollten von ihnen um Hilfe gebeten werden. Wichtig ist auch, dass Schüler*innen, die Opfer von Gewalt werden, Fähigkeiten erwerben, die ihnen helfen, sich zu wehren, sich Hilfe zu suchen, sich nicht provozieren zu lassen und schlagfertig zu werden. Hilfreich sind hier vor allem ein gutes Selbstwertgefühl, Selbstachtung und Selbstakzeptanz. Diesbezüglich können Lehrer*innen, professionelle Helfer*innen, erwachsene Vertrauenspersonen und Eltern hilfreiche Unterstützung bieten.


Identifikation mit den Täter*innen und verinnerlichte Homophobie / trans*Phobie

Gefährlich ist, dass die Opfer homophober/trans*phober Gewalt rasch die Homophobie/trans*Phobie in ihr Inneres hineinnehmen und verinnerlichte Homophobie/Homonegativität/trans*Phobie entwickeln. Sie erleben dann die Gewalttaten als gerechtfertigt und so, als ob sie die psychische oder körperliche Gewalt verdient hätten. Auch Selbsthass kann eine Folge von verinnerlichter Homophobie/trans*Phobie sein. Die eigene Homosexualität/Bisexualität/trans*Identität wird dann als schlecht und minderwertig erlebt, als etwas, für das es sich zu schämen gilt.

Mein Filmtipp: "Die erste Transgender-Schule der Welt"

In diesem Beitrag von GALILEO wird eine Schule in Chiles Hauptstadt Santiago de Chile vorgestellt. Es handelt sich dabei um die erste trans*Schule der Welt. 53 trans*idente Kinder werden dort unterrichtet.

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Was sind Rituelle Gewalt und Satanic Ritual Abuse (SRA)? Rituelle Gewalt und SRA gibt es nicht, sie sind ein Märchen, eine Urbane Legende. Das Konstrukt ist eine Verschwörungstheorie, die unter Psychotherapeut*innen weit verbreitet ist und nicht hinterfragt wird. Die bekannte Traumatherapeutin Michaela Huber gilt als eine der Hauptvertreterinnen dieser Theorie. Das Narrativ behauptet, dass geheime Organisationen, wie etwa Satanssekten, im Untergrund Kinder missbrauchen, foltern, abrichten und mittels Mind Control fernsteuern. Rituelle Gewalt werde von der Politik, von der Justiz, von der Polizei und den Reichen und Mächtigen verschleiert. Gerade der nicht empirische Nachweis der Rituellen Gewalt sei ein Beweis für deren Existenz. Auch Behandlungsfehler durch Traumatherapeut*innen und das Suggerieren falscher Erinnerungen sind kein Beweis für die Existenz Ritueller Gewalt. Wer sich kritisch dagegen äußert, der wird massiv angefeindet und ihm wird rasch unterstellt, dass er selbst ein Teil dieser großen Verschwörung sei oder zumindest generell Gewalt an Kindern rechtfertige, ganz nach dem Motto: "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich und auch gegen alle Opfer von Gewalt." Viele meiner Kolleg*innen wissen gar nicht, dass es sich bei dieser dümmlichen Theorie lediglich um ein Verschwörungsnarrativ handelt. Eine Klarstellung oder: Wer hat hier ihren eigenen einst guten Ruf geschädigt? Die bekannte Psychotherapeutin Michaela Huber verbreitet Verschwörungsgeschichten zu Satanismus, Satanic Panic und Ritueller Gewalt. Diese konnten bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Somit handelt es sich bei Ritueller Gewalt um eine Urbane Legende bzw. um ein Verschwörungsnarrativ, welches ein False-Memory-Syndrom suggerieren kann. Nachdem mir eine Kollegin auf einer Social-Media-Plattform unterstellt hat, ich würde bei der "renomierten" Kollegin Michaela Huber Rufschädigung und Diskreditierung begehen, dass diese mittlerweile entlastet worden sei (falsch!), dass ich ihren therapeutischen Ansatz abwerte (richtig, da fühle ich mich verstanden, wobei eine Verschwörungstheorie in meiner Welt kein psychotherapeutischer Ansatz ist) und dass mein Beitrag „vollkommen überflüssig sei“, habe ich ihr folgendes geantwortet: Michaela Huber gilt heute als sehr umstritten und wird sogar auf Wikipedia heftigst als Verschwörungstheoretikerin kritisiert. In Österreich würde ich Michaela Huber sofort bei der Ethikkommission melden, und eventuell würde ihr sogar die Zulassung als Psychotherapeutin entzogen werden, wenn sie sich nicht von ihren Verschwörungsgeschichten zur rituellen Gewalt distanziert. In Deutschland ist das leider etwas schwieriger. Michaela Huber wurde keinesfalls entlastet und konnte ihre Theorien bis heute nie beweisen. Ohne jedes Unrechtsbewusstsein oder die Bereitschaft, in einen wissenschaftlichen Dialog und Diskurs zu treten, verbreitet sie nach wie vor ihre esoterische Ideologie. So dürfen sich Psychotherapie-Schulen oder traumatherapeutische Ansätze, die einen seriösen Anspruch nach dem State-of-the-Art haben, nicht verhalten, so verhalten sich allerdings Sekten (was paradox ist, denn Huber postuliert ja, Satanssekten aufzudecken). Hier werden Huber und ihre Jünger*innen dem ganz ähnlich, was sie zu bekämpfen suchen.