Leben mit HIV - psychologische Beratung Salzburg, Hamburg, Berlin

Florian Friedrich • 25. Juli 2025

Warum kann man heute mit HIV gut und lange leben?

Durch eine wirksame HIV-Therapie wird die Virenproduktion von HIV dermaßen unterdrückt, dass ein Nachweis im Blut mit den gängigen Testmethoden nicht mehr möglich ist. In Folge ist dann auch eine Übertragung von HIV ausgeschlossen.


Lesen Sie in diesem Beitrag, warum heute mit HIV ein gutes und langes Leben möglich ist.

Leben mit HIV - psychologische Beratung Salzburg, Hamburg, Berlin

Wenn die Viruslast unter der Nachweisgrenze ist

Ist die Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze und damit im Blut nicht festzustellen, dann ist ein HIV-positiver Mensch für nicht HIV-infizierte Personen nicht mehr ansteckend. Zu dieser Erkenntnis kam die sogenannte Partner-Studie vor rund fünf Jahren. In der Untersuchung wurden Paare mit unterschiedlichem HIV-Status insgesamt vier Jahre lang beobachtet und regelmäßig befragt. Sie hatten ungeschützten Geschlechtsverkehr, doch die Ansteckung war gleich null. In einer Folgeuntersuchung, der Partner-2-Studie, nahmen ausschließlich homosexuelle Männer in fixen Beziehungen teil. Bei den 972 Paaren, bei denen jeweils ein Partner HIV-positiv war, kam es bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu keiner einzigen Ansteckung.


Wissenschaftler*innen warnen allerdings auch weiterhin vor ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Vor allem bei wechselnden Sexpartner*innen ist die Gefahr, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren, extrem hoch. So sind die Infektionszahlen für Gonorrhö ("Tripper"), Syphilis und HPV (Humane Papillom-Viren) in den letzten Jahren vor allem in der westlichen Welt wieder stark gestiegen.

Film: "HIV-Test positiv: Leben mit dem Virus"

Mit Medikamenten ist man nicht mehr ansteckend

Die Langzeitstudie führt vor Augen, dass Patient*innen mit einer HIV-Infektion zur Durchführung einer Therapie motiviert werden sollten. 2008 löste die Publikation des „Swiss Statements“ eine große Motivationskampagne aus. Die Erkenntnisse, dass die HIV-Therapie die weitere Übertragung einer HIV-Infektion verhindert, war für viele Menschen eine immense Erleichterung und motivierte Betroffene, eine Therapie zu beginnen. Während es vor 2008 durchschnittlich noch über ein Jahr lang dauerte, bis bei Patient*innen mit einer HIV-Diagnose eine Therapie eingeleitet wurde, wurde in den folgenden Jahren diese Zeitspanne immer kürzer. Heute beginnen fast alle Patient*innen die Therapie unmittelbar, nachdem sie von ihrer Diagnose erfahren haben. Damit kann ab dem Stellen der Diagnose die weitere Übertragung von HIV verhindert werden.


Meine Hilfe: Kostenlose Psychotherapie für wirtschaftlich Schwache

Ich biete psychologische Beratung und Psychotherapie für Menschen, die HIV-positiv sind, an - vor Ort in Salzburg, online auch in Wien, Hamburg, München und Berlin. Für Menschen, die wirtschaftlich schwach sind, kann ich, in Kooperation mit der Aidshilfe Salzburg, auch kostenlose Therapieplätze anbieten.

Das Bild einer narzissten Frau und einer Frau, die die Haltung des Grauen Steines einnimmt.
von Florian Friedrich 23. April 2026
In diesem Artikel erfährst du, wie du Narzisst*innen aushebelst und ihnen Grenzen setzt. Auch findest du spezielle Tipps bei sexuellem Narzissmus.
Hypnosystemische Methode nach Gunther Schmidt: Trans* Person visualisiert ihr Wunsch-Ich der Zukunft
von Florian Friedrich 19. April 2026
Entdecke die hypnosystemische Methode nach Gunther Schmidt für trans* Frauen & Männer.
Ein Bild eines Schmetterlings mit den Farben der trans*Identität auf einer bunten Blumenwiese.
von Florian Friedrich 19. April 2026
Wie hilft der hypnosystemische Ansatz nach Gunther Schmidt bei Trans*identität? Erfahren Sie mehr über ressourcenorientierte Begleitung und Teile-Arbeit.
Verschwörungstheorien: Rufschädigung von Michaela Huber?
von Florian Friedrich 26. März 2026
Was sind Rituelle Gewalt und Satanic Ritual Abuse (SRA)? Rituelle Gewalt und SRA gibt es nicht, sie sind ein Märchen, eine Urbane Legende. Das Konstrukt ist eine Verschwörungstheorie, die unter Psychotherapeut*innen weit verbreitet ist und nicht hinterfragt wird. Die bekannte Traumatherapeutin Michaela Huber gilt als eine der Hauptvertreterinnen dieser Theorie. Das Narrativ behauptet, dass geheime Organisationen, wie etwa Satanssekten, im Untergrund Kinder missbrauchen, foltern, abrichten und mittels Mind Control fernsteuern. Rituelle Gewalt werde von der Politik, von der Justiz, von der Polizei und den Reichen und Mächtigen verschleiert. Gerade der nicht empirische Nachweis der Rituellen Gewalt sei ein Beweis für deren Existenz. Auch Behandlungsfehler durch Traumatherapeut*innen und das Suggerieren falscher Erinnerungen sind kein Beweis für die Existenz Ritueller Gewalt. Wer sich kritisch dagegen äußert, der wird massiv angefeindet und ihm wird rasch unterstellt, dass er selbst ein Teil dieser großen Verschwörung sei oder zumindest generell Gewalt an Kindern rechtfertige, ganz nach dem Motto: "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich und auch gegen alle Opfer von Gewalt." Viele meiner Kolleg*innen wissen gar nicht, dass es sich bei dieser dümmlichen Theorie lediglich um ein Verschwörungsnarrativ handelt. Eine Klarstellung oder: Wer hat hier ihren eigenen einst guten Ruf geschädigt? Die bekannte Psychotherapeutin Michaela Huber verbreitet Verschwörungsgeschichten zu Satanismus, Satanic Panic und Ritueller Gewalt. Diese konnten bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Somit handelt es sich bei Ritueller Gewalt um eine Urbane Legende bzw. um ein Verschwörungsnarrativ, welches ein False-Memory-Syndrom suggerieren kann. Nachdem mir eine Kollegin auf einer Social-Media-Plattform unterstellt hat, ich würde bei der "renomierten" Kollegin Michaela Huber Rufschädigung und Diskreditierung begehen, dass diese mittlerweile entlastet worden sei (falsch!), dass ich ihren therapeutischen Ansatz abwerte (richtig, da fühle ich mich verstanden, wobei eine Verschwörungstheorie in meiner Welt kein psychotherapeutischer Ansatz ist) und dass mein Beitrag „vollkommen überflüssig sei“, habe ich ihr folgendes geantwortet: Michaela Huber gilt heute als sehr umstritten und wird sogar auf Wikipedia heftigst als Verschwörungstheoretikerin kritisiert. In Österreich würde ich Michaela Huber sofort bei der Ethikkommission melden, und eventuell würde ihr sogar die Zulassung als Psychotherapeutin entzogen werden, wenn sie sich nicht von ihren Verschwörungsgeschichten zur rituellen Gewalt distanziert. In Deutschland ist das leider etwas schwieriger. Michaela Huber wurde keinesfalls entlastet und konnte ihre Theorien bis heute nie beweisen. Ohne jedes Unrechtsbewusstsein oder die Bereitschaft, in einen wissenschaftlichen Dialog und Diskurs zu treten, verbreitet sie nach wie vor ihre esoterische Ideologie. So dürfen sich Psychotherapie-Schulen oder traumatherapeutische Ansätze, die einen seriösen Anspruch nach dem State-of-the-Art haben, nicht verhalten, so verhalten sich allerdings Sekten (was paradox ist, denn Huber postuliert ja, Satanssekten aufzudecken). Hier werden Huber und ihre Jünger*innen dem ganz ähnlich, was sie zu bekämpfen suchen.