Mag. Florian Friedrich, BA

Psychotherapie, Beratung und Coaching


Wichtig: Ich bin in meiner Praxis voll und kann daher keine Ersttermine

 für neue Klient*innen anbieten.

BDSM und Kink – Sadomasochismus, Bondage und vieles mehr

Florian Friedrich • 17. April 2024

Ist Sadomasochismus krank oder pervers?

Das Wort "BDSM" steht für „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“. Das Wort "Kink" kommt von "kinky" und bedeutet Krümmung oder Knick. Frei übersetzt steht es für außergewöhnlichen Sex, also für den Knick in der Sexualität.

Fetisch und Sadomasochismus galten in der Psychologie lange Zeit als eine psychische Erkrankung und Störung. Sie wurden also pathologisiert, auch dann, wenn sie authentische sexuelle Bedürfnisse vieler Menschen waren. Diese Pathologisierung war zu einer Zeit, in der fast alles als krank und pervers galt, also auch Selbstbefriedigung, Oralverkehr, Analverkehr, Sex außerhalb der Ehe, Sex vor der Ehe, Homosexualität und vieles mehr.


Als Sexualtherapeut biete ich Ihnen vertrauliche Gespräche, Beratung, Psychotherapie und Paarberatung zu BDSM, Kink, Fetischen und sexuellen Vorlieben an - ganz ohne Vorurteile und Wertungen. Ich arbeite persönlich in Salzburg, online auch österreichweit und in Hamburg, München und Berlin.

BDSM und Kink – Sadomasochismus, Bondage und vieles mehr

Die heutige Psychotherapie und Sexualtherapie hingegen verstehen BDSM als eine gesunde Spielart der vielfältigen menschlichen Sexualität, die nichts mit einer psychischen Erkrankung zu tun hat. Wenn zwei (oder mehrere) erwachsene Menschen selbstbestimmt und eigenverantwortlich BDSM und Fetische ausleben und dies als erfüllend, lustvoll, geil oder erregend empfinden, dann besteht hier kein Grund, Menschen zu pathologisieren. Sämtliche psychoanalytische Theorien, die BDSM monokausal auf Gewalterfahrungen, Traumata etc. zurückführen, konnten bis heute nicht bestätigt werden. Ihnen haftet zudem ein narzisstischer Allmachstanspruch mit Deutungshoheit an.

Es gibt viele Menschen, die BDSM praktizieren und in ihrer Kindheit und Jugend keine Gewalterfahrungen machen mussten. Für diese stellt BDSM eine Bereicherung ihrer Sexualität dar. Lust und Schmerz liegen oft nahe beieinander und ergänzen sich. Für viele Personen ist es auch ein Spiel zwischen Hingabe und Dominanz, zwischen Aktivität und Passivität.


Wann wird BDSM zu einer Störung?

Die moderne Sexualtherapie spricht bei BDSM und Kink erst dann von einer psychischen Erkrankung, wenn es zu schweren Selbstverletzungen kommt (etwa zu Schnittverletzungen, Selbstverstümmelungen, Kastrationen). Hier besteht auch ein Leidensdruck, da Personen, die so schwere Selbstverletzungen während der Sexualität begehen, auch unter anderen psychischen Erkrankungen und Symptomen leiden und eine starke Psychodynamik aufweisen.


Sadomasochismus gab es auch schon in der Antike

Sadomasochismus ist kein neues Phänomen. Es gibt bereits Darstellungen aus der Antike, in der sich Menschen beim Sex fesseln, schlagen und peitschen.

BDSM ist auch ein kommerzieller Hype

Allenfalls lässt sich heute eine Kommerzialisierung des BDSM beobachten, die mit einem gewissen Hype einhergeht. Mit BDSM wird heute viel Geld verdient. Es handelt sich dabei um einen eigenen Wirtschaftszweig, der mitunter sekundäre (neue) Bedürfnisse oder Ersatzbedürfnisse schafft und durch Werbung manipuliert. Es ist zur Mode geworden, einen Fetisch zu haben oder BDSM zu praktizieren.


Repressive Entsublimierung und neuer sexueller Leistungsdruck

Derartige Hypes sind nicht Schlechtes. Sie werden erst dann problematisch, wenn sie Leistungsstress und hohe Erwartungshaltungen erzeugen und repressiv werden. So wurde der Autor dieser Zeilen schon öfters entrüstet gefragt, ob er denn etwa keinen Fetisch habe, den diesen solle doch jeder zugeben. Wenn Sexualpraktiken zu Hypes werden, dann wird mitunter aus einem Tabu das, was Herbert Marcuse als „repressive Entsublimierung“ bezeichnete, d.h. eine Sexualpraktik auf einer To-Do-Liste, die neue Zwänge erzeugt und nichts mit einer befreiten, verspielten, experimentierfreudigen und selbstbestimmten Sexualität zu tun hat.


BDSM und Kink in der Sexualberatung

In der Sexualtherapie, Psychotherapie und Beratung begegnen mir beide Phänomene: Da gibt es Menschen, die am Tabu leiden und sich schämen, weil sie oder eine*e Angehörige auf BDSM und Kink steht. Hier geht es dann darum, den Menschen zu helfen, ihre Bedürfnisse und Fetische zu akzeptieren bzw. auch fundiert aufzuklären, dass BDSM eine gesunde Spielart der menschlichen Sexualität ist. Und dann gibt es Personen, die im tiefsten Inneren gar nicht auf BDSM stehen und sich den Leistungsstress machen, sie müssten ihn unbedingt als Sexualpraktik ausführen – auch wenn BDSM gar nicht ihren sexuellen Bedürfnissen entspricht (repressive Entsublimierung). Diese Menschen zwingen und manipulieren sich zu sexuellen Verhaltensweisen, die ihnen gar nicht entsprechen, und übergehen damit sich selbst. Auch hier steht das Erstnehmen der eigenen Bedürfnisse im Vordergrund, aber auch das Abspringen vom Zug der neuen sexuellen Zwänge und des Leistungsstresses.

Film: "Gespielte Vergewaltigung: Geht dieser BDSM-Fetisch zu weit? | Was ist so geil an einem Fetisch?"

Diagnostik aus hypnosystemischer Sicht
von Florian Friedrich 21. März 2025
Diagnosen sagen nichts über unsere Klient*innen aus Als Hypnosystemiker erlebe ich Diagnosen meist als trivialisierend und als eine die Komplexität reduzierende Vernichtung von Informationen. Zudem werden Diagnosen überwiegend völlig blind für den Kontext gestellt, in dem ein Symptom auftritt. Ziel dienlich sind Diagnosen aus hypnosystemischer Sicht dann, wenn Patient*innen sie wollen, weil sie dadurch Entlastung erfahren (was ich dann wieder utilisieren kann), oder eben für die Krankenkassen und Sozialversicherungsträger. Der Begründer der Hypnosystemik Gunther Schmidt erwähnt etwas augenzwinkernd, dass sich seine Klient*innen eine der häufigsten Diagnosen (etwa "mittelgradige depressive Episode") selbst auswählen dürfen (sie können aber auch ausgewürfelt werden), wobei wir die Diagnosen dann zusammen mit unseren Klient*innen auf möglicherweise negative Auswirkungen überprüfen sollten. 
Die Polyvagaltheorie in der Traumatherapie
von Florian Friedrich 20. März 2025
Was ist die Polyvagaltheorie? Die Polyvagaltheorie geht auf den Psychiater Stephen W. Porges zurück. Sie beschreibt eine neue Sichtweise auf das Autonome Nervensystem . Dieses scannt permanent unsere Umwelt und andere Menschen ab, ob wir sicher oder bedroht sind. Jener Vorgang ist unwillkürlich und ist uns meist völlig unbewusst. Sicherheit ist für uns im Leben das Wichtigste. Das Parasympathische Nervensystem teilt sich noch einmal auf und hat ein soziales Nervensystem , den ventralen Vagus, als Zweig. Dieses wird durch Traumata massiv beeinflusst und arbeitet dann anders. Das Soziale Nervensystem wird durch die Beziehung, Fürsorge und Coregulation unserer Eltern bzw. ersten Bezugspersonen gut ausgebildet und kann dann effektiv und optimal arbeiten. Übrigens: Die Polyvagaltheorie ist in der Wissenschaft umstritten und konnte bis heute empirisch nicht nachgewiesen werden . Das ändert aber nichts an der Praxis der modernen Traumatherapie. In der praktischen Umsetzung hilft die Polyvagaltheorie, und wer heilt, der hat bekanntlich recht.
Hypnosystemische Psychotherapie und Beratung
von Florian Friedrich 18. März 2025
Beratung, Coaching und Therapie mit hypnosystemischen Ansätzen Der hypnosystemische Ansatz von Gunther Schmidt ist ein wissenschaftlich-fundierter Ansatz für Beratung, Coaching, Therapie und Organisationsentwicklung. Er arbeitet mit Erkenntnissen der modernen Hirn- und autobiografischen Gedächtnisforschung, der Systemtheorie, der Hypnose und der Hypnotherapie, der Embodiment-Forschung und der Priming-Forschung. Gunther Schmidt hat aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der verschiedenen Disziplinen ein breites Repertoire an Methoden, Techniken und Tools entwickelt, wobei er immer postuliert: " Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie ". Zugleich ist die Hypnosystemik auch eine Haltung zur Welt und zu den Mitmenschen, die weit über Techniken hinausgeht. Denn wer nur mit Tools arbeitet, der " wird rasch zum Tooligan " (Schmidt). Ich biete hypnosystemische Psychotherapie und Beratung in Salzburg / Hamburg an.
Symptome aus hypnosystemischer Sicht
von Florian Friedrich 18. März 2025
Symptome sind wertvolle Botschafter von Bedürfnissen Aus hypnosystemischer Sicht (Gunther Schmidt) sind Symptome immer wichtige Rückkopellungsinformationen über nicht beachtete Bedürfnisse. Beispiel: Hubert ist schwul und unterdrückt seine Bedürfnisse nach Liebe, Erotik, Zärtlichkeit und Sexualität. Da dieses Unterdrücken viel Kraft und Lebensenergie kostet, wird Hubert zunehmend depressiver und suizidal. Seine Depressionen und seine Lebensmüdigkeit weisen ihn darauf hin: "Lebe Dein Leben, hör auf Deine homosexuellen Bedürfnisse" Lesen Sie in diesem Artikel über Symptome aus hypnosystemischer Sicht.
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