Mag. Florian Friedrich, BA

Psychotherapie, Beratung und Coaching


Wichtig: Ich bin in meiner Praxis voll und kann daher keine Ersttermine

 für neue Klient*innen anbieten.

Borderline Partnerschaften - Psychologische Hilfe

Florian Friedrich • 16. April 2024

Instabile und intensive Beziehungen

Ein Kennzeichen von Borderline, emotional instabilen Persönlichkeiten und schweren frühkindlichen Traumatisierungen ist, dass es später in zwischenmenschlichen Beziehungen, wie etwa in Partnerschaften oder in Eltern-Kind-Beziehungen zu emotionalen Achterbahnfahrten kommt.  


Partnerschaften, in denen eine*r der Partner*innen emotional instabil oder Borderline ist, können sich sehr schwierig gestalten. Lesen Sie in diese Beitrag über emotional-instabile und Borderline-Partner*innen.


Ich biete Paartherapie bei Borderline Partnerschaften, psychologische Hilfe und Psychotherapie an. Für Wirtschaftlich Schwache im Bundesland Salzburg gibt es bei mir kostenlose Psychotherapieplätze.

Emotional-instabile Partner*innen, Partner*innen mit Borderline

Wie sind Partner*innen mit Borderline?

In einer Partnerschaft werden die Partner*innen zeitweise extrem idealisiert, vergöttert und angehimmelt. Kommt es zu Konflikten, so werten viele Menschen, die unter Borderline leiden, ihre Partner*innen rasch ab. Dieser Wechsel von Idealisierung und Entwertung kann mehrmals am Tag erfolgen und eine Partnerschaft massiv belasten. Dies macht zwischenmenschliche Beziehungen chaotisch.


Besonders schlimm ist dieses Muster in der Beziehung zwischen Eltern, die unter Borderline leiden, und ihren Kindern, da dieses Verhalten Kinder schwer traumatisieren kann.

Menschen mit Borderline tun dies natürlich nicht aus schlechter Absicht, sondern weil sie dies aufgrund ihrer Biographie nicht anders kennen oder keine alternativen Handlungskompetenzen zur Verfügung haben (sie können dies allerdings in einer Psychotherapie lernen). Der Leidensdruck ist dabei extrem hoch: Verlust- und Vernichtungsängste und die Abwehr von Abhängigkeitswünschen wechseln einander rasch ab. Zudem neigen Menschen mit Borderline dazu, in Partnerschaften zu verharren, die für sie langfristig schädlich sind, etwa, wenn der/die Partner*in übergriffig oder gewalttätig ist.

Filmtipp: "Borderline: Mein Leben mit psychischer Erkrankung | Muss ich Angst vor der Psychiatrie haben?"

Borderline geht mit einem hohen Leidensdruck einher. Zwischenmenschliche Beziehungen verlaufen instabil, manchmal auch chaotisch.

Ein Beispiel:

Frau H. verliebt sich in eine andere Frau. Am Anfang idealisiert Frau H. ihre Partnerin extrem und ist der Überzeugung, dass nun alle ihre Probleme gelöst seien und ihre tiefe Verliebtheit sie retten werde. Sie vergöttert ihre neue Partnerin sosehr, dass ihr lange nicht auffällt, dass auch ihre Partnerin Schwächen und eigene Probleme hat und sich manchmal gar nicht wohl fühlt, wenn sie so idealisiert wird.

Eines Tages sagt die Partnerin zu Frau H., dass sie kommendes Wochenende ihre Eltern besuchen möchte und daher am Sonntag keine Zeit für Frau H. habe. In diesem Moment bricht für Frau H. eine Welt zusammen. Sie war davon ausgegangen, dass ihre Partnerin und sie nun alles teilen und immer zusammen sein würden. Der Freiraum, den ihre Partnerin benötigt, löst in Frau H. zudem starke Verlust- und Verlassenheitsängste aus. Frau H.s Angst und innere Spannung werden so stark, dass sie die Kontrolle über ihr Handeln verliert. Ihre Angst und Hilflosigkeit lösen den Copingmechanismus des Hasses aus.

Frau H. explodiert. Sie schreit ihre Partnerin an und macht ihr schwere Vorwürfe, dass sie völlig unzuverlässig, egoistisch und eine schlechte Partnerin sei, und dass sie nicht mehr mit ihr zusammen sein wolle. „Schleich Dich aus meinem Leben“, brüllt sie, und „ich mach Schluss mit Dir und möchte nie wieder etwas mit Dir zu tun haben! Du warst die schlimmste Partnerin, die ich je hatte!“ Tiefbetroffen, verunsichert und schwer gekränkt verlässt ihre Partnerin die Wohnung und weint dabei.

Nachdem ihre innere Anspannung abgeklungen ist, beginnt Frau H. sich zu schämen und bekommt starke Schuldgefühle. Kleinlaut ruft sie bei ihrer Partnerin an, entschuldigt sich und sagt, dass sie ja eigentlich die allerbeste und liebevollste Partnerin sei, die sie sich als Frau nur wünschen kann. Sie liebe sie so sehr, und ihre Ausbrüche seien nur ein Beweis ihrer Liebe zu ihr. Sie wolle immer mit ihr zusammenbleiben.


Aus der geschilderten Fallvignette wird ersichtlich, dass diese emotionale Instabilität einer Partnerschaft massiv belasten und gefährden kann. Schließlich passiert Frau H. genau das, was sie eigentlich um jeden Preis verhindern möchte: Ihre Partnerin verlässt sie und beendet die Paarbeziehung.

Wenn die emotionale Instabilität so stark ist, dass sie zwischenmenschliche Beziehungen gefährdet und ein so großer Leidensdruck damit einhergeht, wie bei Frau H., dann kann neben einer Psychotherapie auch ein Skillstraining sehr sinnvoll sein.

Video von Dami Charf: "Wie viel Empathie ist gut für uns?"

Die Traumatherapeutin Dami Charf spricht über gesunde Empathie und selbstreflexive (pseudo) Empathie, die vor allem Kinder lernen, welche schwere Bindungstraumatisierungen erleben. 

Diagnostik aus hypnosystemischer Sicht
von Florian Friedrich 21. März 2025
Diagnosen sagen nichts über unsere Klient*innen aus Als Hypnosystemiker erlebe ich Diagnosen meist als trivialisierend und als eine die Komplexität reduzierende Vernichtung von Informationen. Zudem werden Diagnosen überwiegend völlig blind für den Kontext gestellt, in dem ein Symptom auftritt. Ziel dienlich sind Diagnosen aus hypnosystemischer Sicht dann, wenn Patient*innen sie wollen, weil sie dadurch Entlastung erfahren (was ich dann wieder utilisieren kann), oder eben für die Krankenkassen und Sozialversicherungsträger. Der Begründer der Hypnosystemik Gunther Schmidt erwähnt etwas augenzwinkernd, dass sich seine Klient*innen eine der häufigsten Diagnosen (etwa "mittelgradige depressive Episode") selbst auswählen dürfen (sie können aber auch ausgewürfelt werden), wobei wir die Diagnosen dann zusammen mit unseren Klient*innen auf möglicherweise negative Auswirkungen überprüfen sollten. 
Die Polyvagaltheorie in der Traumatherapie
von Florian Friedrich 20. März 2025
Was ist die Polyvagaltheorie? Die Polyvagaltheorie geht auf den Psychiater Stephen W. Porges zurück. Sie beschreibt eine neue Sichtweise auf das Autonome Nervensystem . Dieses scannt permanent unsere Umwelt und andere Menschen ab, ob wir sicher oder bedroht sind. Jener Vorgang ist unwillkürlich und ist uns meist völlig unbewusst. Sicherheit ist für uns im Leben das Wichtigste. Das Parasympathische Nervensystem teilt sich noch einmal auf und hat ein soziales Nervensystem , den ventralen Vagus, als Zweig. Dieses wird durch Traumata massiv beeinflusst und arbeitet dann anders. Das Soziale Nervensystem wird durch die Beziehung, Fürsorge und Coregulation unserer Eltern bzw. ersten Bezugspersonen gut ausgebildet und kann dann effektiv und optimal arbeiten. Übrigens: Die Polyvagaltheorie ist in der Wissenschaft umstritten und konnte bis heute empirisch nicht nachgewiesen werden . Das ändert aber nichts an der Praxis der modernen Traumatherapie. In der praktischen Umsetzung hilft die Polyvagaltheorie, und wer heilt, der hat bekanntlich recht.
Hypnosystemische Psychotherapie und Beratung
von Florian Friedrich 18. März 2025
Beratung, Coaching und Therapie mit hypnosystemischen Ansätzen Der hypnosystemische Ansatz von Gunther Schmidt ist ein wissenschaftlich-fundierter Ansatz für Beratung, Coaching, Therapie und Organisationsentwicklung. Er arbeitet mit Erkenntnissen der modernen Hirn- und autobiografischen Gedächtnisforschung, der Systemtheorie, der Hypnose und der Hypnotherapie, der Embodiment-Forschung und der Priming-Forschung. Gunther Schmidt hat aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der verschiedenen Disziplinen ein breites Repertoire an Methoden, Techniken und Tools entwickelt, wobei er immer postuliert: " Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie ". Zugleich ist die Hypnosystemik auch eine Haltung zur Welt und zu den Mitmenschen, die weit über Techniken hinausgeht. Denn wer nur mit Tools arbeitet, der " wird rasch zum Tooligan " (Schmidt). Ich biete hypnosystemische Psychotherapie und Beratung in Salzburg / Hamburg an.
Symptome aus hypnosystemischer Sicht
von Florian Friedrich 18. März 2025
Symptome sind wertvolle Botschafter von Bedürfnissen Aus hypnosystemischer Sicht (Gunther Schmidt) sind Symptome immer wichtige Rückkopellungsinformationen über nicht beachtete Bedürfnisse. Beispiel: Hubert ist schwul und unterdrückt seine Bedürfnisse nach Liebe, Erotik, Zärtlichkeit und Sexualität. Da dieses Unterdrücken viel Kraft und Lebensenergie kostet, wird Hubert zunehmend depressiver und suizidal. Seine Depressionen und seine Lebensmüdigkeit weisen ihn darauf hin: "Lebe Dein Leben, hör auf Deine homosexuellen Bedürfnisse" Lesen Sie in diesem Artikel über Symptome aus hypnosystemischer Sicht.
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