Was ist Transidentität / Transsexualität / Geschlechtsdysphorie?

Florian Friedrich • 23. November 2025

Eine Erklärung des Phänomens der Transidentität

Gleich einmal vorweg: Der medizinisch diagnostische Begriff „Transsexualität“ ist aufgrund seiner stigmatisierenden Verwendung heute vorbelastet und etwas irreführend. Es handelt sich nämlich beim Phänomen der trans*Geschlechtlichkeit weder um Sexualität, noch um eine sexuelle Orientierung, wie etwa die Homosexualität. In der modernen Psychotherapie spricht man daher heute immer häufiger von "Transidentität" oder "trans*Identität", während sich in der Alltagssprache "Transsexualität" durchgesetzt hat. Zudem gibt es auch einige Menschen, die sich selbst gerne als "transsexuell" bezeichnen.


Lesen Sie in diesem Beitrag, was Transidentität, trans*Geschlechtlichkeit und Geschlechtsdysphorie sind.

Was ist Transsexualität? / trans*Geschlechtlichkeit?

Was ist trans*Identität?

Trans*Menschen, also trans*idente Frauen und Männer, sind all jene Menschen, deren inneres Empfinden und Erleben (ihre Geschlechtsidentität) nicht mit ihrem biologischen Geschlecht übereinstimmt.

Es muss an dieser Stelle festgehalten werden, dass es die trans*idente Persönlichkeit nicht gibt. "trans*Identität" ist nämlich lediglich eine sprachliche Kategorie bzw. Schublade, welcher wir uns bedienen müssen, um uns verständlich zu machen. Jeder trans*idente Mensch ist eine einzigartige Persönlichkeit.
Trans*Identität bezeichnet somit eine Denkkategorie, welche durchaus problematisch ist, da das Konzept der trans*Identität die männerdominierende (patriarchalische) und heteronormative Dichotomie (Zweiteilung) von männlich und weiblich als gegeben voraussetzt. Dies geht aber am inneren Erleben vieler trans*Personen vorbei, die sich zwischen den Geschlechtern fühlen.


Trans* ist eine gesunde Identität

Trans*Identität ist eine Normvariante des menschlichen Lebens und Seins und eine wertvolle Spielart menschlicher Identität. Sie stellt eine Bereicherung für den Genderdiskurs und unsere Gesellschaft dar. Ich erachte eine akzeptierende und die trans*Identität wertschätzende Haltung als notwendig, aber nicht als selbstverständlich. Trans*Identität wird nämlich in der Medizin und der Psychologie noch immer völlig unkritisch als eine schwere psychische Erkrankung und Störung bewertet.



Neue Freiräume

Trans*Geschlechtlichkeit regt uns an, die Dichotomie der Geschlechterkategorien fundamental in Frage zu stellen. Sie könnte in einer reiferen Gesellschaft Freiräume für ganz individuelle Lebensentwürfe schaffen. Darüber hinaus führt uns das Phänomen vor Augen, dass es nicht lediglich zwei Geschlechter gibt und dass sich nicht alle Menschen a priori den beiden Kategorien „Frauen“ oder „Männer“ zuordnen lassen.

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