Asexuelle Menschen: psychologische Beratung und Paartherapie

Florian Friedrich • 23. November 2025

Meine Hilfe in Salzburg, Wien, Hamburg und Berlin

Ich biete psychologische Hilfe, Beratung, Paartherapie und Psychotherapie für asexuelle Personen in Salzburg an, online auch österreichweit sowie in Hamburg, München und Berlin.

Asexuelle Menschen: psychologische Beratung und Paartherapie

Was ist Asexualität?

Asexuell meint, dass Menschen dauerhaft oder phasenweise keine oder kaum Lust auf genitale Sexualität oder sexuelle Handlungen haben. Asexuelle Menschen verlieben sich aber dennoch romantisch und emotional in andere Personen. Sie haben das Bedürfnis nach Nähe, Kuscheln und Partnerschaft.

Asexualität hat viele Gesichter, sie ist bunt und vielfältig: Manche Menschen haben gar keine sexuelle Lust, manche haben phasenweise keine sexuelle Lust, und manche Personen haben keine sexuelle Lust auf Sexualität mit anderen Menschen, aber sehr wohl Lust aus Selbstbefriedigung.


Diskriminierung und Pathologisierung

Auch asexuelle Menschen werden diskriminiert und stigmatisiert: So wird ihnen unterstellt, sie seien psychisch krank und abnormal, sie seien verklemmt, frigide etc. Asexualität ist allerdings keine psychische Erkrankung, da asexuelle Menschen genauso glücklich und zufrieden sind (oder unglücklich und unzufrieden) wie nicht-asexuelle Personen. Ein Problem ist meist das Umfeld, das Druck auf asexuelle Menschen ausübt und die Deutungshoheit beansprucht, was als gesund/krank bzw. normal/abnormal gilt. Eigentlich verhält sich hier das soziale Umfeld neurotisch und pathologisch, wenn es die authentischen Bedürfnisse asexueller Menschen abwertet und nicht validiert. Diese Form der Diskriminierung fällt auch unter Gaslighting.


Fakt ist: Asexualität ist keine psychische Erkrankung, sondern ein Ausdruck psychischer Gesundheit, wenn ich deutlich spüre, dass ich keine oder kaum sexuelle Bedürfnisse habe. Sie unterliegt nicht unserem freien Willen oder gar einer freien Entscheidung. Asexuelle Menschen sind zudem genauso fähig zu lieben und eine Partnerschaft zu führen wie andere Menschen.

Film: "Asexuell: Hält unsere Beziehung? | Wie bestimmt Sexualität mein Leben?"

Probleme in der Partnerschaft

Zu Schwierigkeiten kann es allerdings kommen, wenn asexuelle Menschen mit Menschen eine Partnerschaft eingehen, die das Bedürfnis nach Sexualität haben. Hier werden asexuelle Menschen dann mitunter von ihren Partner*innen pathologisiert. In diesem Fall kann eine Paartherapie oder eine Paarberatung Erleichterung verschaffen und verfahrene Paardynamiken und Beziehungsmuster aufweichen.


Warum Psychotherapie?

Psychotherapie und Beratung können Ihnen helfen, ihre eigene Asexualität anzunehmen und mehr Selbstakzeptanz zu finden. Dies sind wesentliche Voraussetzungen für eine zufriedene Partnerschaft, tragfähige Beziehungen und ein erfülltes, sinnstiftendes Leben. Auch kann Ihnen Psychotherapie und psychologische Beratung mehr Selbstsicherheit vermitteln, damit Sie sich gegen Vorurteile und Diskriminierungen besser zur Wehr setzen können.



Gründe für psychologische Hilfe können sein:

  • Probleme in der Partnerschaft und in Beziehungen
  • Trennungen
  • Gaslighting durch andere Menschen
  • destruktive, schädliche Beziehungsmuster
  • die Suche nach Akzeptanz der eigenen Asexualität
  • Beziehungsformen
  • das Entdecken der eigenen erotischen und partnerschaftlichen Bedürfnisse
  • Selbstablehnung
  • Mobbing und Diskriminierung
  • Probleme in Partnerschaften mit nicht-asexuellen Menschen
  • Depressionen und Ängste
  • starke Scham- und Schuldgefühle wegen der Asexualität
  • Kinderwunsch und Familiengründung
Posttraumatische Belastungskompetenz
von Florian Friedrich 15. Januar 2026
Wenn aus Überleben Verbundenheit entsteht Traumatische Erfahrungen können das Leben eines Menschen grundlegend erschüttern. Sie greifen tief in das Erleben von Sicherheit, Beziehung, Identität und Sinn ein. Wird aus dieser Erschütterung eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) , stehen meist Symptome, Defizite und Einschränkungen im Vordergrund: Flashbacks, Übererregung, Vermeidung, emotionale Taubheit, Beziehungsabbrüche. Doch neben dem oft langjährigen Leid entwickeln viele Menschen, die sich intensiv mit ihrer PTBS auseinandergesetzt haben, von einer neuen Tiefe, einer veränderten Art, sich selbst und anderen zu begegnen, von gewachsenen inneren Fähigkeiten. Diese Entwicklung lässt sich als Posttraumatische Belastungskompetenz beschreiben.
Trauma nach einer Brandkatastrophe: Was hilft?
von Florian Friedrich 14. Januar 2026
Wie du einer PTBS vorbeugen kannst (inklusive Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing®) Aus aktuellem Anlass ( Brandkatastrophe von Crans-Montana ) möchte ich hier über ein paar psychische Erste-Hilfe-Maßnahmen schreiben. Einen schweren Unfall oder eine Brandkatastrophe mitzuerleben – etwa Schreie zu hören, Brandgeruch wahrzunehmen oder Bilder von brennenden Menschen zu sehen – kann tief erschüttern - übrigens auch dann, wenn wir lediglich Videos im Internet und in den Medien davon sehen. Viele Betroffene und Zeug*innen sind im Nachhinein verunsichert von ihren Reaktionen. Wichtig i st: Starke körperliche und seelische Reaktionen sind normale Antworten auf ein extremes Ereignis. Sie bedeuten nicht, dass du durchdrehst oder zwangsläufig eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln wirst. Dieser Artikel erklärt, warum Flashbacks auftreten, was in den ersten Tagen und Wochen hilft, und wie Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing (SE) die Verarbeitung unterstützen können. Übrigens soziale Unterstützung schützt stark und ist einer der wichtigsten präventiven Wirkfaktoren, um keine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln. Menschen, die: über das Erlebte sprechen können emotionalen Rückhalt bekommen körperlich und emotional gehalten werden sich verstanden und ernst genommen fühlen haben ein deutlich geringeres PTBS-Risiko . Soziale Bindung wirkt wie ein Puffer gegen traumatische Überforderung.
Was ist
von Florian Friedrich 10. Januar 2026
Zu hohe Idealvorstellungen und Klischees, die uns im Weg stehen Viele Menschen haben sehr verkopfte Konstrukte und Konzepte von „Wahrer Liebe“. Emotional betrachtet ist Liebe ein starkes körperliches und seelisches Gefühl, das viele Menschen im Brustraum oder um die Herzgegend, aber auch von Kopf bis Fuß spüren. Viele fühlen Liebe als innere Wärme, als ob eine kleine Sonne aufginge und uns innerlich erstrahlen ließe. Das Gefühl Liebe ist losgelöst von der Sexualität. Dabei kann die Liebe die Sexualität ergänzen, dies ist jedoch nicht immer zwingend der Fall. Das körperliche und emotionale Fühlen von Liebe können wir bei Sexualpartner*innen, aber auch bei Freund*innen, in der Natur, für unsere Kinder, Eltern, Tiere u.v.m. erleben. Das gesellschaftliche Konstrukt „Wahre Liebe“ ist allerdings ein Mythos, denn Liebe ohne Konflikte und Begrenzungen gibt es nur in Märchen oder Hollywoodfilmen kurz vor dem Ende des Streifens. Mit der Realität hat das Ganze wenig zu tun. Ich biete Paartherapie, Paarcoaching und Beratung an, wenn Sie bemerken, dass Sie unter zu hohen und irrealen Idealvorstellungen von "Wahrer Liebe" leiden.
Das Nachlassen der Verliebtheit bei Bindungsstörungen
von Florian Friedrich 10. Januar 2026
Warum trennen sich viele Menschen nach der ersten Verliebtheit zu früh? Idealisierung und Realitätsverzerrung Wenn wir frisch verliebt sind, idealisieren wir oft den/die andere*n, ohne sie/ihn so zu sehen, wie er/sie im tiefsten Innersten wirklich ist und ohne in seinen/ihren authentischen (personalen) Kern zu blicken. Wir sehen sie/ihn dann so, wie wir sie/ihn gerne haben würden. Das Wort „Verliebtheit“ hat sicherlich nicht zufällig die Vorsilbe „ ver- “, weil wir oft irren, wenn wir VERliebt sind, uns etwas vormachen, Frühwarnzeichen nicht beachten oder uns selbst täuschen. Wir leiden in der Verliebtheit unter leichten Symptomen von Realitätsverlust, was uns aber angesichts der vielen Glücks- und Bindungshormone, die der Körper ausschüttet, egal ist. Wir verdrängen in der Regel nur allzu gerne, dass dieser überoptimale Zustand irgendwann auch wieder sein Ende haben wird. In diesem realitätsverzerrten Zustand besetzen wir den anderen Menschen mit Wünschen, Idealvorstellungen und Fantasien, die im Gegenüber gar nicht vorhanden sind. Sogar Unstimmigkeiten und Gegensätze werden positiv gedeutet und idealisiert: „ Gegensätze ziehen sich an “ oder „ wir ergänzen einander “. Diese erste Verliebtheit führt rasch zu einer so starken Bindung, dass sie in der Regel als zu intensiv und damit als anstrengend erlebt wird. Dies ist ein typisches Traumafolgesymptom: Sich immens stark zu binden, bevor wir den/die andere*n gut kennen. Aus diesen Idealisierungen, dem Himmel, wird dann rasch die Hölle. Es kommt zu massiven Kränkungen, Enttäuschungen, zu Ohnmachtserfahrungen und Hass, mit denen die Betroffenen nicht selbstregulierend umzugehen vermögen. Lesen Sie in diesem Artikel, warum Menschen mit Bindungsängsten rasch ihre Partnerschaften beenden, wenn die erste euphorische Verliebtheit schwindet.