Mag. Florian Friedrich, BA

Psychotherapie, Beratung und Coaching


Wichtig: Ich bin in meiner Praxis voll und kann daher keine Ersttermine

 für neue Klient*innen anbieten.

Trans*Gender - Einflüsse der Hormontherapie auf die Sexualität

Florian Friedrich • 12. Februar 2024

Gesteigerte Libido durch das Testosteron bei trans*Männern

Eine Hormontherapie kann die Sexualität von trans* (trans*identen, trans*gender, transsexuellen, genderfluiden, diversen) Personen verändern. Wird etwa der Testosteronspiegel gesenkt, so kann die sexuelle Lust geringer werden, wird der Testosteronspiegel erhöht, dann kann die Lust zunehmen. Häufig erleben trans*Menschen diese Veränderungen ihrer Sexualität als positiv, mitunter aber auch als belastend, etwa wenn ein trans*Mann gerade keine Sexualität möchte und dann mit einer gesteigerten Libido zurechtkommen muss.

Cis Männer lernen im Laufe der Pubertät und Jugend innerhalb mehrerer Jahre, mit ihren sexuellen Bedürfnissen konstruktiv umzugehen und zurechtzukommen. Trans*Männer hingegen müssen innerhalb recht kurzer Zeit mit einer stärkeren Libido klarkommen. Diese Veränderungen in der Sexualität können auch eine bereits bestehende Partnerschaft bereichern und beleben oder aber auch belasten.


Lesen Sie in diesem Artikel, welche Einflüsse die Hormontherapie auf die Sexualität nehmen kann.

Trans* Personen: Hormontherapie und Sexualität

Einfluss auf Körper, Haut, Behaarung, Fettgewebe und den Geruch

Zudem haben die Hormone einen direkten Einfluss auf den Körper. Neben größeren körperlichen Veränderungen wie einer Umverteilung des Fettgewebes können sich auch der Geruch eines Menschen, die Beschaffenheit der Haut und die Körperbehaarung verändern. Dies wiederum kann zu Irritationen oder Abneigung beim/bei der Partne*in führen und die Paardynamik belasten.


Die Hormontherapie kann die sexuelle Orientierung erweitern

Auch die sexuelle Orientierung eines Menschen kann sich erweitern. D.h. nicht, dass sich die sexuelle Orientierung völlig verändert, aber wenn eine trans*Person bisher Männer liebte, erotisch nur Männer begehrte und sexuell auf Männer stand, dann kann es vorkommen, dass sie nun auch auf cis Frauen oder trans* oder non-binär lebende Menschen steht. Dabei bleibt zwar die ursprüngliche sexuelle Orientierung in der Regel bestehen, sie kann sich aber erweitern und öffnen.


Auswirkungen auf die erogenen Zonen und den Orgasmus

Eine Hormontherapie kann zudem dazu führen, dass sich die Sensibilität der Genitalien verändert. Die sensitiven Areale und erogenen Zonen können sich verschieben, Orgasmen können länger werden oder sich verkürzen.

Die Auswirkungen der Hormontherapie können sich im Laufe eines trans*identen Lebens mehrfach verändern, weshalb hier eine gute Kommunikation mit den behandelnden Ärzt*innen, Berater*innen und Psychotherapeut*innen wichtig ist. 


Vgl. Mari Günther, Kirsten Teren, Gisela Wolf: PSYCHOTHERAPEUTISCHE ARBEIT MIT TANS*PERSONEN. Handbuch für die Gesundheitsversorgung. München 2019, S. 153f. 

Diagnostik aus hypnosystemischer Sicht
von Florian Friedrich 21. März 2025
Diagnosen sagen nichts über unsere Klient*innen aus Als Hypnosystemiker erlebe ich Diagnosen meist als trivialisierend und als eine die Komplexität reduzierende Vernichtung von Informationen. Zudem werden Diagnosen überwiegend völlig blind für den Kontext gestellt, in dem ein Symptom auftritt. Ziel dienlich sind Diagnosen aus hypnosystemischer Sicht dann, wenn Patient*innen sie wollen, weil sie dadurch Entlastung erfahren (was ich dann wieder utilisieren kann), oder eben für die Krankenkassen und Sozialversicherungsträger. Der Begründer der Hypnosystemik Gunther Schmidt erwähnt etwas augenzwinkernd, dass sich seine Klient*innen eine der häufigsten Diagnosen (etwa "mittelgradige depressive Episode") selbst auswählen dürfen (sie können aber auch ausgewürfelt werden), wobei wir die Diagnosen dann zusammen mit unseren Klient*innen auf möglicherweise negative Auswirkungen überprüfen sollten. 
Die Polyvagaltheorie in der Traumatherapie
von Florian Friedrich 20. März 2025
Was ist die Polyvagaltheorie? Die Polyvagaltheorie geht auf den Psychiater Stephen W. Porges zurück. Sie beschreibt eine neue Sichtweise auf das Autonome Nervensystem . Dieses scannt permanent unsere Umwelt und andere Menschen ab, ob wir sicher oder bedroht sind. Jener Vorgang ist unwillkürlich und ist uns meist völlig unbewusst. Sicherheit ist für uns im Leben das Wichtigste. Das Parasympathische Nervensystem teilt sich noch einmal auf und hat ein soziales Nervensystem , den ventralen Vagus, als Zweig. Dieses wird durch Traumata massiv beeinflusst und arbeitet dann anders. Das Soziale Nervensystem wird durch die Beziehung, Fürsorge und Coregulation unserer Eltern bzw. ersten Bezugspersonen gut ausgebildet und kann dann effektiv und optimal arbeiten. Übrigens: Die Polyvagaltheorie ist in der Wissenschaft umstritten und konnte bis heute empirisch nicht nachgewiesen werden . Das ändert aber nichts an der Praxis der modernen Traumatherapie. In der praktischen Umsetzung hilft die Polyvagaltheorie, und wer heilt, der hat bekanntlich recht.
Hypnosystemische Psychotherapie und Beratung
von Florian Friedrich 18. März 2025
Beratung, Coaching und Therapie mit hypnosystemischen Ansätzen Der hypnosystemische Ansatz von Gunther Schmidt ist ein wissenschaftlich-fundierter Ansatz für Beratung, Coaching, Therapie und Organisationsentwicklung. Er arbeitet mit Erkenntnissen der modernen Hirn- und autobiografischen Gedächtnisforschung, der Systemtheorie, der Hypnose und der Hypnotherapie, der Embodiment-Forschung und der Priming-Forschung. Gunther Schmidt hat aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der verschiedenen Disziplinen ein breites Repertoire an Methoden, Techniken und Tools entwickelt, wobei er immer postuliert: " Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie ". Zugleich ist die Hypnosystemik auch eine Haltung zur Welt und zu den Mitmenschen, die weit über Techniken hinausgeht. Denn wer nur mit Tools arbeitet, der " wird rasch zum Tooligan " (Schmidt). Ich biete hypnosystemische Psychotherapie und Beratung in Salzburg / Hamburg an.
Symptome aus hypnosystemischer Sicht
von Florian Friedrich 18. März 2025
Symptome sind wertvolle Botschafter von Bedürfnissen Aus hypnosystemischer Sicht (Gunther Schmidt) sind Symptome immer wichtige Rückkopellungsinformationen über nicht beachtete Bedürfnisse. Beispiel: Hubert ist schwul und unterdrückt seine Bedürfnisse nach Liebe, Erotik, Zärtlichkeit und Sexualität. Da dieses Unterdrücken viel Kraft und Lebensenergie kostet, wird Hubert zunehmend depressiver und suizidal. Seine Depressionen und seine Lebensmüdigkeit weisen ihn darauf hin: "Lebe Dein Leben, hör auf Deine homosexuellen Bedürfnisse" Lesen Sie in diesem Artikel über Symptome aus hypnosystemischer Sicht.
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