Körperpsychotherapie Salzburg / Hamburg

Florian Friedrich • 12. Dezember 2025

Die Arbeit mit dem Körper in der Psychotherapie

Die Körperpsychotherapie begleitet Prozesse und Entwicklungen von Menschen körperorientiert. 

In meiner psychotherapeutischen Arbeit beziehe ich den Körper mit ein, da im Körper viele Erfahrungen, Ressourcen, Stärken, Kraftquellen, aber auch Wunden, Blockaden und Traumen gespeichert werden.


Ich biete Körperpsychotherapie in Salzburg / Hamburg an.

Körperpsychotherapie Salzburg / Hamburg

Der psychologische Zugang zum Körper

Oft gehen wir mit unserem Körper schlecht um und behandeln ihn so, als ob er eine Last oder ein störrischer Esel wäre. Er soll bitte einfach nur funktionieren und Ruhe geben. Der Körper wird rasch zum Gegenspieler und tut nicht so, wie ich will.

Auch in der modernen Medizin bzw. der Reparaturmedizin wird der Körper wie eine Maschine betrachtet und verdinglicht. Hierbei handelt es sich um eine Ideologie, welche unser Gesundheitswesen in eine somatische Medizin für kranke Körper aufspaltet und in eine psychologische Medizin.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelten sich die Psychosomatik sowie die Körperpsychotherapie, welche darum bemüht sind, diese Spaltung zu überwinden.

Oft wissen Leib und Körper mehr als ich selbst und nehmen Dinge wahr, die meinem Bewusstsein noch gar nicht zugänglich sind. Damit beschäftigt sich die Körperpsychotherapie.

In der Körperpsychotherapie geht es um das Lebendige im Körper und um ein bewusstes, achtsames Wahrnehmen von körperlichen Prozessen. Dabei übe ich mit meinen Klient*innen ein innerliches, annehmendes und distanziertes, nicht wertendes Beobachten von Körpergefühlen und Körpersensationen.


Auch das körperliche und leibliche Empfinden sind immer eingebettet:

  • in die psychische Befindlichkeit
  • in meine Lebensgeschichte
  • in meine Zeit und Kultur
  • in meine Sozialbeziehungen
  • in meine Existenz, die ich immer gestalten kann


Als Psychotherapeut gehe ich davon aus, dass Körper und Psyche eine Einheit sind, die sich nicht trennen lassen. Durch ein präzises Beobachten des eigenen Körpers können wir Unbewusstes aufdecken, um dann neue körperliche und psychische Ausdrucksweisen zu finden und therapeutische Potenziale im Körper zu nutzen.


Die Körperpsychotherapie hilft auch bei der Stress-, Affekt- und Emotionsregulation, ermöglicht ein neues Erleben und Handeln sowie einen besseren Zugang zu den Emotionen und Bedürfnissen.



Unsere gesunde Kindlichkeit ist im Körpergedächtnis gespeichert

Auch arbeite ich mit dem kindlichen Körpererleben. In der Körperpsychotherapie können wir nämlich kindliche Gefühlszustände wiederentdecken oder reaktivieren. Es geht dabei um den inneren Dialog mit kindlichen Anteilen, die wir alle haben, um auf diesem Weg Blockaden, Schmerzen und neurotische Verhaltensweisen zu lindern oder sogar zu heilen. Dabei steht vor allem das kindliche Körpererleben im Mittelpunkt.


Als Kinder

  • sind wir sinnlich und haptisch, neugierig und interessiert
  • haben wir Lust am Lernen von Neuem
  • sind wir fähig, zu staunen und die Dinge immer wieder neu zu betrachten
  • können wir imaginieren
  • verfügen wir über spielerische Freude, Kreativität, Humor und Optimismus
  • wollen wir uns viel bewegen und körperlich ausdrücken
  • und vieles mehr


Der innere Dialog mit unserem Körper-Kind kann uns helfen, in Kontakt mit dem eigenen Kind-Sein und unserer gesunden Kindlichkeit zu kommen. Es geht im körpertherapeutischen Prozess darum, unsere kindlichen Eigenschaften im Erwachsenen-Körper zum Ausdruck zu bringen. Durch unser kindliches Körperbewusstsein können wir dann neue Erfahrungen von Selbstwirksamkeit und Authentizität machen.

Florian Friedrich als Kleinkind

Unsere gesunde Kindlichkeit bleibt unser gesamtes Leben lang in unserem Körpergedächtnis gespeichert.


Die Körperpsychotherapie arbeitet mit vielen unterschiedlichen Methoden, wie:

  • dem Ausprobieren und Experimentieren mit neuen Bewegungsmustern und Gesten
  • Rollenspielen
  • Berührungen
  • körperlichen Entspannungsverfahren (etwa der Körperreise oder der Progressiven Muskelentspannung)
  • Bewegungssequenzen
  • Stimmarbeit
  • Atemübungen
  • Hypnose, Trance und Imagination


In der Körperarbeit nutzen wir das innere Wissen des Körpers und fördern die Achtsamkeit für körperliche Prozesse und Körpersensationen.

Ich arbeite mit Ansätzen aus der Achtsamkeits- und Commitmenttherapie, dem Felt Sense, dem Focusing und dem Embodiment.

Somatic Experiencing (SE)® Was ist das? Wie läuft eine Sitzung ab?

In dem Video wird Somatic Experiencing (SE)® erklärt.


Was ist Somatic Experiencing?

Somatic Experiencing (SE)® ist eine anerkannte, körperorientierte Methode zur Traumaheilung, entwickelt vom US-amerikanischen Traumaforscher Dr. Peter A. Levine. Im Gegensatz zu traditionellen Gesprächstherapien, die sich oft auf die kognitive Aufarbeitung des Ereignisses konzentrieren, setzt SE direkt an den im Körper gespeicherten Stress- und Traumaenergien an. Die Grundidee: Trauma ist keine Krankheit oder Störung, sondern eine natürliche, biologische Reaktion des Nervensystems, die nicht vollständig abgeschlossen wurde.


Die biologische Grundlage des Traumas

In bedrohlichen Situationen aktiviert der Körper ein automatisches Notfallprogramm: Kampf, Flucht oder Erstarrung (Immobilisation). Diese Reaktionen sind darauf ausgelegt, das Überleben zu sichern. Wenn die Flucht oder der Kampf nicht möglich ist, erstarrt der Körper. Die dabei mobilisierte hohe Energie wird nicht entladen, sondern im Nervensystem gebunden.

Diese gebundene Energie führt zu den typischen Traumasymptomen, die oft erst Jahre später auftreten können: chronische Schmerzen, Angstzustände, Depressionen, Schlafstörungen, Dissoziation oder unerklärliche körperliche Beschwerden. Das Nervensystem bleibt in einem Zustand der Übererregung oder des Kollabierens gefangen.

Die Methode von Somatic Experiencing

Ziel von SE ist es, dem Körper zu helfen, diese feststeckende Energie auf sichere und behutsame Weise zu entladen und die natürliche Selbstregulation des Nervensystems wiederherzustellen. Dies geschieht nicht durch das erneute Durchleben des traumatischen Ereignisses, sondern durch die behutsame Fokussierung auf die Körperwahrnehmung (Interozeption).

Dr. Peter Levine on the Somatic Experiencing Approach and the Cocept of Titration

Zentrale Elemente der SE-Arbeit sind:

  • Tracking und Pacing: Der Therapeut (Practitioner) begleitet den Klienten achtsam dabei, die eigenen Körperempfindungen (z.B. Kribbeln, Wärme, Enge, Zittern) wahrzunehmen. Das Tempo wird dabei streng an der Kapazität des Klienten ausgerichtet, um eine Re-Traumatisierung zu vermeiden.
  • Titration: Anstatt das gesamte Trauma auf einmal anzugehen, wird es in kleine, verdauliche "Portionen" unterteilt. Es wird nur ein kleiner Teil der traumatischen Empfindung aktiviert und dann sofort mit einer angenehmen oder neutralen Ressource (wie einem sicheren Ort, einer positiven Erinnerung oder dem Gefühl von Bodenkontakt) verbunden.
  • Orientierung und Erdung: Dem Klienten wird geholfen, sich im Hier und Jetzt zu orientieren und ein Gefühl von Sicherheit und Erdung im eigenen Körper zu entwickeln.
  • Unvollständige Reaktionen zu Ende führen: Oftmals konnten im Trauma natürliche Handlungen wie Weglaufen oder sich Wehren nicht abgeschlossen werden. In einem sicheren therapeutischen Rahmen können diese Impulse symbolisch oder in der Vorstellung vollendet werden, was dem Nervensystem signalisiert, dass die Gefahr vorüber ist.


Anwendungsbereiche und Wirksamkeit

Somatic Experiencing wird bei einer Vielzahl von Symptomen und Traumata angewendet, darunter:

  • Schocktrauma: Unfälle, Operationen, Naturkatastrophen, Gewalterfahrungen.
  • Entwicklungstrauma: Belastungen in der Kindheit durch Vernachlässigung oder Missbrauch.
  • Chronische Beschwerden: Chronische Schmerzen, Migräne, Fibromyalgie.
  • Psychische Symptome: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Angststörungen, Depressionen, Burnout.

Studien und systematische Übersichtsarbeiten weisen auf einen positiven Zusammenhang zwischen somatischer Therapie und der Verbesserung von PTBS-Symptomen hin. Die Forschungslage ist jedoch heterogen, und es besteht die Notwendigkeit für weitere standardisierte empirische Studien, um die Wirksamkeit von SE als evidenzbasierte Methode umfassend zu belegen.


Fazit

Somatic Experiencing bietet einen tiefgreifenden Ansatz zur Heilung von Traumata, indem es den Körper als zentralen Speicherort der Erfahrung ernst nimmt. Es ermöglicht es, das Trauma im Körper zu integrieren. Durch die sanfte Entladung gebundener Energie ermöglicht es Betroffenen, aus der Schockstarre zurück in ein Leben mit mehr Vitalität, Resilienz und innerer Balance zu finden.


Wichtig: Ich selbst bin kein zertifizierter SE-Psychotherapeut. Allerdings bin ich sehr inspiriert von den SE-Methoden und Haltungen. Ich beschreibe die Methode aus informationaler Perspektive.



Ich arbeite mit körperorientierte Achtsamkeitsübungen und allgemeinen somatische Übungen wie:

  • Bodyscan
  • Atmungswahrnehmung
  • Grounding
  • Orientierungsübungen

Diese sind nicht exklusiv SE® – sie existieren in vielen Methoden.

Healing Trauma and Spiritual Growth: Peter Levine & Thomas Huebl

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Wie du einer PTBS vorbeugen kannst (inklusive Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing®) Aus aktuellem Anlass ( Brandkatastrophe von Crans-Montana ) möchte ich hier über ein paar psychische Erste-Hilfe-Maßnahmen schreiben. Einen schweren Unfall oder eine Brandkatastrophe mitzuerleben – etwa Schreie zu hören, Brandgeruch wahrzunehmen oder Bilder von brennenden Menschen zu sehen – kann tief erschüttern - übrigens auch dann, wenn wir lediglich Videos im Internet und in den Medien davon sehen. Viele Betroffene und Zeug*innen sind im Nachhinein verunsichert von ihren Reaktionen. Wichtig i st: Starke körperliche und seelische Reaktionen sind normale Antworten auf ein extremes Ereignis. Sie bedeuten nicht, dass du durchdrehst oder zwangsläufig eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln wirst. Dieser Artikel erklärt, warum Flashbacks auftreten, was in den ersten Tagen und Wochen hilft, und wie Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing (SE) die Verarbeitung unterstützen können. Übrigens soziale Unterstützung schützt stark und ist einer der wichtigsten präventiven Wirkfaktoren, um keine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln. Menschen, die: über das Erlebte sprechen können emotionalen Rückhalt bekommen körperlich und emotional gehalten werden sich verstanden und ernst genommen fühlen haben ein deutlich geringeres PTBS-Risiko . Soziale Bindung wirkt wie ein Puffer gegen traumatische Überforderung.