Emotionaler Missbrauch und psychische Gewalt durch Narzissten

Florian Friedrich • 22. Januar 2026

Die Bedürftigkeit und das Leiden von Narzissten

Wie ticken narzisstische Personen?

Narzisstische Menschen müssen immer als großartig anerkannt werden und benötigen permanent Bewunderung. Sobald sie sich als durchschnittlich erleben, bekommen sie immense Angst, die Aufmerksamkeit und Wertschätzung ihrer Mitmenschen, die sie so dringend benötigen, zu verlieren. Kränkungen, auch alltägliche, können zu schweren Depressionen, ja sogar zur Suizidalität führen.

Narzisstische Menschen sind beeinträchtigt, wenn es um das Spüren des Eigenen, des Persönlichen geht. Ein narzisstischer Mensch darf nicht er selbst sein. Das behindert wiederum die Entwicklung des Selbstwerterlebens. Eine narzisstische Person, vor allem dann, wenn der Narzissmus stark ausgeprägt ist (etwa bei einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung) kann ihre eigenen Schwächen nicht wahrnehmen und diese in ihre erwachsene Identität integrieren. Sie muss sie verleugnen und kann nicht zu ihnen stehen, denn sie fürchtet den Verlust ihres Ansehens, wenn sie nicht ihren viel zu hohen Idealen entspricht und diese zusammenbrechen. Dies könnte wiederum zu einer suizidalen Krise führen.


Emotionaler Missbrauch und psychische Gewalt sind gefährlich für Psyche und Körper. Ich biete psychologische Hilfe, Beratung und Psychotherapie an, wenn Sie mit einem Narzissten/einer Narzisstin zu tun haben und emotionale Gewalt erleben.

Psychische und emotionale Gewalt - Psychologische Hilfe

Partnerschaften mit Narzissten sind schwierig und gewaltvoll

Aufgrund dieser schwierigen Psychodynamik wird verständlich, warum es sehr schwer sein kann, eine Partnerschaft mit einem narzisstischen Menschen zu führen. Oft lässt sich der/die psychisch stabilere Partner*in von der starken destruktiven Dynamik anstecken und wird dann seinerseits/ihrerseits destruktiv, agiert die eigene Hilflosigkeit hasserfüllt aus oder wird ebenfalls psychisch oder physisch gewaltvoll. Narzisstische Menschen spüren in der Regel schnell die wunden Punkte ihrer Partner*innen und werten dann dort ab, wo es dem/der anderen am meisten weh tut, etwa im Bereich des Körpers, der Sexualität und des Aussehens.

Aussagen wie „Ich mag den Geruch Deiner Geschlechtsorgane nicht“ oder „Du bekommst einen Bauch“ oder „Mich stört Deine Körperbehaarung“ sind keine Seltenheit und können zutiefst kränken. Mitunter idealisieren und entwerten narzisstische Menschen auch innerhalb kurzer Zeit.

Film: "Psychische Gewalt"

Der Film erklärt, was psychische Gewalt ist und welche Folgen sie auf Körper, Psyche und Geist hat. Psychische Gewalt ist genauso schädigend wie körperliche und sexuelle Gewalt.

Vorwürfe, Abwertungen und das Manipulieren von Schuldgefühlen

Narzisstische Menschen handeln nicht aus schlechter Absicht, wenn auch ihre Taten schlecht und schädlich sind. In der Regel ist ihnen ihr Verhalten völlig unbewusst. Ihre emotionale Bedürftigkeit nach Selbstbestätigung ist immens hoch, und dementsprechend groß ist auch ihre Kränkung, wenn die/der Partner*in diese Selbstbestätigung nicht erfüllt (und wer kann das schon?). In diesem Fall scheuen narzisstische Menschen nicht davor zurück, in der/im Partner*in durch schwere Vorwürfe Schuldgefühle zu manipulieren. Ein kleines „Nein!“ kann von einem narzisstischen Menschen als so kränkend erlebt werden, dass er ausrastet, mit Hass reagiert oder die Partnerschaft infrage stellt bzw. gleich ganz beendet. In jeder Partnerschaft kommt es unweigerlich zu Konflikten und alltäglichen Kränkungen, die ein narzisstischer Mensch jedoch nicht auf einer erwachsenen Ebene austragen kann.


Psychische Gewalt, Hass und Rache nach der Trennung

Nach einer Trennung, auch wenn diese vom/von der narzisstischen Partner*in ausgeht, verhalten sich narzisstische Menschen in der Regel wie kleine gekränkte Kinder und agieren hasserfüllt. Rache ist dann nicht selten: So wird der/die Expartner*in am Arbeitsplatz und im Freundeskreis schlechtgemacht, es kommen hasserfüllte Mails, Sprachnachrichten oder Briefe. Der/die Expartner*in wird in den Augen des narzisstischen Menschen zum Feind. Narzisstische Partner*innen fühlen sich nach einer Trennung für nichts verantwortlich, geben jede Verantwortung ab und weisen jede Schuld dem/der anderen zu.


Auch die gemeinsamen Kinder werden manipuliert und emotional missbraucht

Besonders problematisch kann es sein, wenn der/die narzisstische Partner*in die gemeinsamen Kinder manipuliert und in den Konflikt der Eltern hineinzieht. So scheuen narzisstische Menschen nicht davor zurück, die eigenen Kinder gegen den/die andere*n Partner*in auszuspielen, schlecht zu machen, abzuwerten oder den Kindern einzureden, dass der andere Elternteil sie nicht liebe. Hierbei handelt es sich natürlich um schweren psychischen und emotionalen Missbrauch der Kinder.



Wie kann ich emotionale Gewalt bei meinen eigenen Kindern vermeiden?

Die Plattform STARKE KIDS gibt in dem sehr wertvollen Beitrag "So vermeidest du emotionalen Missbrauch beim Kind (inkl. Test)" wichtige Anregungen, Tipps und Hilfestellungen, wie Sie als Vater / Mutter / Elternteil eigenes emotional übergriffiges und gewaltvolles Verhalten erkennen und regulieren können. Lesen Sie in dem Artikel, wie eine Erziehung ohne Gewalt gelingen kann und erfahren Sie über alternative Erziehungsmethoden.

Podcast von Verena König: "Von Mitschuld & Mittäterschaft, emotionale Gewalt"

Die Traumatherapeutin Verena König klärt in ihrem Podcast darüber auf, wie Partner*innen von narzisstischen Elternteilen oft zu Mittäter*innen werden und was das für die Kinder bedeutet.

Mein Tipp: Podcast von Delia Schreiber: Grenzen setzen gegen narzisstisches Verhalten

Delia Schreiber ist eine Schweizer Psychologin und Psychotherapeutin, die sich unter anderem mit narzisstischem Missbrauch und strategischem Selbstschutz im Umgang mit narzisstischen Menschen beschäftigt. Aus den Angeboten, Kurs‑Inhalten und Aussagen, die sie veröffentlicht hat, lassen sich mehrere Schutz‑ und Selbstfürsorge‑Strategien für den Umgang mit narzisstischen Personen ableiten:


1. Narzissmus verstehen und klar erkennen

Bevor Schutzmaßnahmen sinnvoll umgesetzt werden können, betont Schreiber, wie wichtig es ist, narzisstische Verhaltensweisen und Muster zu erkennen – sowohl in Beziehungen als auch im beruflichen Kontext. Dieses Verständnis hilft, Manipulation früher wahrzunehmen und angemessen zu reagieren.


2. Eigene Grenzen stärken und kommunizieren

Ein zentrales Thema in ihren Workshops und Kursen ist die Selbstbehauptung und das Setzen klarer persönlicher Grenzen – also zu wissen, was man toleriert und was nicht, und dies konsequent zu kommunizieren.


3. Kontakt reduzieren oder strukturiert gestalten

Wenn möglich, empfiehlt Schreiber den Kontaktabbruch, vor allem wenn es um sehr schwierige oder missbrauchende Beziehungen geht. Ist ein vollständiger Kontaktabbruch nicht möglich (z. B. wegen gemeinsamer Kinder), empfiehlt sie eine strategische, emotionsreduzierte Kommunikation, bei der emotionale Reaktionen bewusst kontrolliert werden.


4. Eigene Ressourcen aktivieren

Auch Selbstfürsorge und innere Stabilität sind immens bedeutsam:

  • Aufbau von Selbstvertrauen und emotionaler Stärke
  • Aktivierung eigener Ressourcen
  • Traumabewältigung nach emotionalem Missbrauch
    Dies alles dient dem langfristigen Schutz der eigenen psychischen Gesundheit.


5. Schutz für Kinder

Schreiber geht auch darauf ein, wie Kinder in narzisstischen Systemen gestärkt und geschützt werden können – z. B. durch stabile Strukturen, emotionale Sicherheit und klare Regeln, um narzisstische Provokationen nicht auf sie wirken zu lassen.


6. Keine vorschnellen Diagnosen – Fokus auf Verhalten

Sie warnt davor, Menschen vorschnell mit einer Diagnose zu versehen, sondern empfiehlt anhand beobachtbarer Verhaltensmuster zu arbeiten. Das erleichtert sachliche Einschätzung und schützt davor, in endlose Diskussionen oder Rechtfertigungen verwickelt zu werden.



7. Aufbau einer eigenen Heldenreise‑Perspektive

In ihren Angeboten nutzt Schreiber die Metapher der Heldenreise, um Betroffenen zu helfen, die Krise zu durchschreiten und einen Weg zur Selbstermächtigung zu finden. Dieser Prozess stärkt die innere Widerstandskraft und unterstützt langfristigen Selbstschutz.

Verschwörungstheorien: Rufschädigung von Michaela Huber?
von Florian Friedrich 26. März 2026
Was sind Rituelle Gewalt und Satanic Ritual Abuse (SRA)? Rituelle Gewalt und SRA gibt es nicht, sie sind ein Märchen, eine Urbane Legende. Das Konstrukt ist eine Verschwörungstheorie, die unter Psychotherapeut*innen weit verbreitet ist und nicht hinterfragt wird. Die bekannte Traumatherapeutin Michaela Huber gilt als eine der Hauptvertreterinnen dieser Theorie. Das Narrativ behauptet, dass geheime Organisationen, wie etwa Satanssekten, im Untergrund Kinder missbrauchen, foltern, abrichten und mittels Mind Control fernsteuern. Rituelle Gewalt werde von der Politik, von der Justiz, von der Polizei und den Reichen und Mächtigen verschleiert. Gerade der nicht empirische Nachweis der Rituellen Gewalt sei ein Beweis für deren Existenz. Auch Behandlungsfehler durch Traumatherapeut*innen und das Suggerieren falscher Erinnerungen sind kein Beweis für die Existenz Ritueller Gewalt. Wer sich kritisch dagegen äußert, der wird massiv angefeindet und ihm wird rasch unterstellt, dass er selbst ein Teil dieser großen Verschwörung sei oder zumindest generell Gewalt an Kindern rechtfertige, ganz nach dem Motto: "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich und auch gegen alle Opfer von Gewalt." Viele meiner Kolleg*innen wissen gar nicht, dass es sich bei dieser dümmlichen Theorie lediglich um ein Verschwörungsnarrativ handelt. Eine Klarstellung oder: Wer hat hier ihren eigenen einst guten Ruf geschädigt? Die bekannte Psychotherapeutin Michaela Huber verbreitet Verschwörungsgeschichten zu Satanismus, Satanic Panic und Ritueller Gewalt. Diese konnten bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Somit handelt es sich bei Ritueller Gewalt um eine Urbane Legende bzw. um ein Verschwörungsnarrativ, welches ein False-Memory-Syndrom suggerieren kann. Nachdem mir eine Kollegin auf einer Social-Media-Plattform unterstellt hat, ich würde bei der "renomierten" Kollegin Michaela Huber Rufschädigung und Diskreditierung begehen, dass diese mittlerweile entlastet worden sei (falsch!), dass ich ihren therapeutischen Ansatz abwerte (richtig, da fühle ich mich verstanden, wobei eine Verschwörungstheorie in meiner Welt kein psychotherapeutischer Ansatz ist) und dass mein Beitrag „vollkommen überflüssig sei“, habe ich ihr folgendes geantwortet: Michaela Huber gilt heute als sehr umstritten und wird sogar auf Wikipedia heftigst als Verschwörungstheoretikerin kritisiert. In Österreich würde ich Michaela Huber sofort bei der Ethikkommission melden, und eventuell würde ihr sogar die Zulassung als Psychotherapeutin entzogen werden, wenn sie sich nicht von ihren Verschwörungsgeschichten zur rituellen Gewalt distanziert. In Deutschland ist das leider etwas schwieriger. Michaela Huber wurde keinesfalls entlastet und konnte ihre Theorien bis heute nie beweisen. Ohne jedes Unrechtsbewusstsein oder die Bereitschaft, in einen wissenschaftlichen Dialog und Diskurs zu treten, verbreitet sie nach wie vor ihre esoterische Ideologie. So dürfen sich Psychotherapie-Schulen oder traumatherapeutische Ansätze, die einen seriösen Anspruch nach dem State-of-the-Art haben, nicht verhalten, so verhalten sich allerdings Sekten (was paradox ist, denn Huber postuliert ja, Satanssekten aufzudecken). Hier werden Huber und ihre Jünger*innen dem ganz ähnlich, was sie zu bekämpfen suchen.
trans*identität – Supervision und Teamsupervision
von Florian Friedrich 16. Februar 2026
Gruppensupervision für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Gutachter*innen, Pädagog*innen, Therapeut*innen und andere Berufsgruppen Ich biete regelmäßig an Samstagen von 11 bis 13 Uhr eine kostenlose online Supervisionsgruppe / Intervisionsgruppe für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die trans*Personen auf ihrem Weg der Transition in ihr Wunschgeschlecht begleiten und/oder Gutachten bzw. Stellungnahmen für Hormontherapien und Operationen verfassen. In dieser Gruppe können wir alle viel voneinander lernen, Fallvignetten einbringen, unser Schwarmwissen bündeln, netzwerken und auch Länder übergreifend zusammenarbeiten. Die Gruppe ist offen, d.h. Sie können jederzeit dazustoßen. Ich selbst koordiniere die Gruppe nur, bin aber im Sinne der Intervision ein Teil der Gruppe und nicht deren Leiter. In der Gruppe können Einzelfälle, aber auch Themen eingebracht werden. Mögliche Themen sind: Gutachten erstellen Sorgen wegen Detransition und Fehldiagnosen Rechtliches und Haftung bei Detransition Autismus, ASS und ADHS in der Kombination mit trans*Identitäten genderfluide und non binäre Lebensweisen Rechtliche Aspekte Andere LGBTIQA* Themen Wann sind die nächsten Termine? Samstag, 21. Februar 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 25. April 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 4. Juli. 2026 von 11 bis 13 Uhr  Einzeln oder im Team Des Weiteren biete ich (kostenpflichtige) Supervisionen (einzeln oder Teamsupervision) und Coaching für helfende Berufsgruppen an, die mit trans*identen (transgender, transsexuellen, diversen, nicht binären, genderfluiden) Personen arbeiten, etwa für Pädagog*innen, Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Gutachter*innen. Die Supervisionen sind auch online möglich. Viele Psychotherapeut*innen und Gutachter*innen sind sich unsicher, wie sie mit trans*Personen und der Geschlechtsidentität von Menschen arbeiten und therapeutisch vorgehen sollen und lehnen dann trans*idente und non-binäre Menschen ab. Unter Umständen liegt dies daran, dass trans*Personen oft gar keine klassische Psychotherapie benötigen, da es ja nicht um die Heilung von Symptomen oder einer psychischen Erkrankung geht, sondern vielmehr um eine aktive Unterstützung auf dem Weg der Transition und der persönlichen Entwicklung. Insofern stellt eine Zwangs-Psychotherapie für uns als Helfer*innen, aber auch für unsere Klient*innen / Patient*innen eine Restriktion dar, die oft als entwürdigend erlebt wird.
Somatopsychik – Wenn der Körper die Psyche beeinflusst
von Florian Friedrich 30. Januar 2026
Somatopsychik nach Gunther Schmidt: Wie der hypnosystemische Ansatz Körper & Psyche verbindet – verständlich erklärt & praxisnah.
Systemische Beratung und Therapie in Salzburg / Hamburg
von Florian Friedrich 27. Januar 2026
Hypnosystemisches Coaching Der hypnosystemische Ansatz geht auf den Arzt, Betriebswirten und Psychotherapeuten Gunther Schmidt zurück. Dieser war ein Schüler des Hypnotherapeuten Milton Erickson (1901-1980). Gunther Schmidt hat die lösungsorientierte systemische Familientherapie und Beratung mit der kompetenzaktivierenden Hypnotherapie Ericksons verbunden und damit die systemische Therapie massiv und nachhaltig weiterentwickelt. Gunther Schmidt ist ärztlicher Direktor der sysTelios Klinik , und er überzeugt mich von allen systemischen Therapeut*innen am meisten. Ich biete systemische und hypnosystemische Therapie, Beratung und Coaching in Salzburg und Hamburg an. Gerne komme ich auch in Ihren Betrieb. Existenzanalyse und Hypnosystemik Hören Sie den Podcast: Sounds of Science Spezial / Christian Kuhlmann, Alfried Längle & Gunther Schmidt - Hypnosystemik und Existenzanalyse