Mag. Florian Friedrich, BA
Psychotherapeut (Existenzanalyse)
Mail: florian.friedrich@psychotherapie-salzburg.de
Adressen: Innsbrucker Bundesstraße 47
und Fürstenallee 9
5020 Salzburg
Österreich
Mag. Florian Friedrich, BA
Psychotherapeut (Existenzanalyse)
in Salzburg / Hamburg
Wichtig: Ich kann erst ab Anfang Februar 2025 wieder freie Plätze und Erstgespräche anbieten.
Jedes Trauma führt zu Veränderungen und Blockaden im Körper.
Grundsätzlich verfügen unser Körper und Organismus über zahlreiche Ressourcen, Selbstheilungspotenziale und ein evolutionsbiologisches Wissen, wie sie körperliche und psychologische Traumen heilen können. Allerdings ist diese Heilung oft blockiert.
Unserem Leib schlummert jedoch ein inneres biologisches Wissen inne, wie sich Traumafolgesymptome auflösen lassen.
Im Rahmen einer körperorientierten Traumatherapie werden Nervensystem und Psyche darauf vorbereitet, Blockaden und Bedrohungen zu lösen. Blockaden mindern nämlich unsere Lebensfreude, körperliche und psychische Energie und Vitalität.
Ich biete Körperpsychotherapie und körperorientierte Traumatherapie in Salzburg / Hamburg an.
Dieser kleine Bodyscan kann Dir helfen, Deinen Körper achtsam zu beobachten.
In der körperorientierten Traumatherapie geht es weniger um die inhaltlichen Aspekte und Erinnerungen an Traumata, sondern vielmehr um das Entdecken der inneren Heilkräfte, die jedes Tier, darunter auch der Mensch, innehat. Tiere regenerieren sich nach schweren Traumen viel leichter und rascher und entwickeln in freier Wildbahn keine Traumafolgesymptome. Dies tun sie nur in Gefangenschaft. Auch wir Menschen können die uns von der Evolution mitgegebenen Kräfte und Instinkte zur Heilung von Traumafolgesymptomen nutzen.
Wenn wir etwa in eine schwere Bedrohung für Leib und Leben geraten und unsere ganze körperliche, emotionale und psychische Erregung nutzen und entladen, um zu überleben, so verringert sich nach unserem Überleben diese Erregung und Anspannung wieder. Irgendwann geraten wir dann in einen Zustand der Homöostase, Entspannung und Zufriedenheit.
Komme ich allerdings während einer lebensbedrohlichen Situation in den Totstellreflex, in völlige Ohnmacht und Hilflosigkeit, so bleibt meine Übererregung in meinem Körper gespeichert und wird nicht abgeführt und entladen, sondern blockiert. Es bilden sich eine chronische Anspannung, ein permanentes Gefühl der Lebensbedrohung (auch dort, wo wir objektiv in völliger Sicherheit sind) und Hypervigilanz aus.
In der körperorientierten Traumatherapie geht es darum, starke Zustände von Erregung, Hypervigilanz und Anspannung dosiert zu erleben, ohne in eine starke Ohnmacht, Hilflosigkeit und Entsetzen hineinzugeraten. Dafür müssen wir die natürlichen Selbstheilungspotenziale unseres Körpers kennen und lernen, ihnen zu vertrauen.
In der Traumatherapie ist es nicht hilfreich, Erinnerungen aufzudecken oder über die Vergangenheit zu sprechen. Es braucht die Arbeit an Erinnerungen eigentlich überhaupt nicht mehr. Gerade bei Entwicklungstraumen, die in den ersten Lebensjahren stattfanden, sind ohnehin keine Erinnerungen da oder nur Fragmente von Erinnerungen. Viele Menschen haben auch völlige Amnesien.
Im schlimmsten Fall werden auf diese Weise sogar falsche Erinnerungen geschaffen. Der veraltete Glaubenssatz, dass Traumaerinnerungen rekonstruiert werden sollten, ist allerdings noch immer unter etlichen Traumatherapeut*innen der älteren Schule weit verbreitet. Wenn ich eine gute Beziehung zu mir selbst aufbaue, dann werden zwar Anteile, Seiten, Schemata oder Erinnerungen aus meiner Biographie immer wieder hochkommen, d.h. aber nicht, dass es hilfreich ist, jede schlimme Erinnerung oder Episode genau zu betrachten.
Jedoch gibt es Erinnerungen im impliziten emotionalen Gedächtnis und im Körpergedächtnis. Sie äußern sich in automatisierten Mustern und fixierten Copingmechanismen. Um an diesen Mustern bzw. Taumafolgesymptomen zu arbeiten braucht es kein kognitives Erinnern. Erinnern kann höchstens Muster erklärbarer und verständlicher machen.
Meine gesamte Vergangenheit bildet sich ohnehin immer auf körperlicher, emotionaler und kognitiver Ebene in der Gegenwart ab, im aktuellen Moment. Diese Schemata, Muster, Glaubenssätze, Ego-States oder Seinsweisen sind verinnerlicht und werden in der modernen Traumatherapie bewusst gemacht, sodass ich von selbst erkenne, wenn in mir ein altes, implizit gelerntes Muster getriggert wird. Das implizite Muster oder Schema wird dann explizit gemacht und bewusst beobachtet, um dann einen besseren Umgang damit zu finden.
Alles zu erinnern nützt mir in der Gegenwart rein gar nichts. Eine moderne Traumatherapie soll neue Erfahrungen schaffen und konstruktive Beziehungs- und Bindungsmuster erarbeiten. Dies gelingt u.a. durch Achtsamkeit, Akzeptanz, Schematherapie und körperorientierte Therapieverfahren, aber auch durch das Erlernen von Selbstregulation, um korrigierende Beziehungserfahrungen und um das personale Fühlen und Spüren.
Die moderne körperorientierte Traumatherapie erarbeitet mit Ihnen
Dies erfordert Übung, Übung und Übung und ist ein längerfristiger Prozess.
Natürlich fungiert hier der/die Traumatherapeut*in zunächst noch als ein Übergangsobjekt und als Assistent*in. Im Laufe der Therapie sollte er/sie sich aber zunehmend vornehm zurücknehmen, damit der/die Patient*in nicht von ihr/ihm abhängig wird. Dann reguliert nämlich die Psychotherapeutin ihren Patienten und dieser kann dies erst recht wieder nicht selbst.
Selbstregulation heißt, dass ich mich selbst spüre, ruhiger bleiben kann, eine bewusste und achtsame Pause zwischen Reiz / Trigger und Reaktion mache, meine eigenen Gefühle, Impulse und Gedanken innerlich beobachte, bevor ich handle, aber auch dass ich Skills anwende und Spannungszustände aushalten kann, meinen Parasympathikus durch Entspannungsverfahren und Meditationen aktiviere. Auch ein freundlicherer Umgang mit sich selbst und den Mitmenschen fällt darunter. Wenn ich etwa Fehler mache oder mit meinem Partner streite, dann bleibe ich gütig und sanft mit mir selbst, akzeptiere Konflikte als Teil des menschlichen Lebens, übernehme meinen Anteil der erwachsenen Verantwortung am Konflikt und suche am nächsten Tag das konstruktive Gespräch mit meinem Partner. Auch das Spüren der eigenen gesunden Grenzen, der Grenzen der Mitmenschen und das erwachsene Setzen von Grenzen fallen unter Regulation.
Wenn ich Regulation lerne, dann wird sich mein Leben massiv verbessern, meine Beziehungen werden an Qualität gewinnen und sich vertiefen.
Das Gegenteil der Regulation ist die für Traumen typische Dysregulation. Ich erlebe dann ein inneres Chaos, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart ständig vermischen.
Schmerz gehört zu unserem endlichen Leben dazu. Leiden muss aber nicht sein. Leiden entsteht oft dann, wenn wir nicht akzeptieren, dass jedes Leben schmerzvoll ist. Leiden ist ein chronischer Zustand und ein typisches Traumafolgesymptom.
Es gibt nicht den einen Weg, um Traumafolgesymptome zu heilen. Vertrauen Sie deshalb keinen Heilsversprechen, die schnelle und rasche Hilfe vorgaukeln, auch wenn diese noch so verlockend klingen. Vielmehr geht es um Ihre innere Bereitschaft, sich auf den Prozess der Transformation einzulassen.
Das Verändern und das sich-Aneignen von Selbstregulation geht nicht schnell, sondern braucht viel Zeit und Raum.Ein neues Instrument oder Handwerk lernen wir auch nicht in 40 Stunden. Genauso wenig ist das bei der Selbstregulierung möglich.
Die Heilung und Linderung von Traumen ist ein Prozess, der einer Heldenreise gleicht. Posttraumatische Symptome brauchen jedoch keine lebenslängliche Strafe zu sein. Sie können auch eine Chance des inneren Wachstums und der vertieften Auseinandersetzung mit sich selbst darstellen und sich letztlich als nützlich erweisen. Die Heilung von Traumata ist eine Transformation, nach der viele Menschen besonders tiefsinnig, glücklich und zufrieden sind. Deshalb spricht man in der Psychologie auch von "Posttraumatischem Wachstum".
Postraumatisches Wachstum meint, dass Menschen nach der Arbeit an ihren Traumafolgesymptomen besonders sensibel, empathisch und manchmal auch weise werden. Sie führen gute Partnerschaften und sind beliebte Freund*innen.
Wir können auch schwere Traumafolgesymptome und Traumata zum Anlass nehmen, um zu lernen und zu wachsen, d.h. zu üben, besonders gut und selbstfürsorglich mit uns umzugehen.
Es geht nicht darum, unsere Traumatisierungen gut zu finden, sondern dass wir die Energie des Traumas nehmen, um mit uns selbst eine gute Beziehung zu entwickeln und sekundär auch zu unseren Mitmenschen.
So haben mir etwa meine eigenen schweren körperlichen und psychischen Traumaerfahrungen die Energie gegeben, besonders intensiv an meiner Individuation und Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten. Heute gebe ich als Traumatherapeut meine positiven Erfahrungen mit diesem Entwicklungsprozess weiter und habe aus "Scheiße Gold gemacht".
Die Traumtherapeutin Dami Charf schildert in diesem Video, warum das Regulieren von Emotionen, Ängsten und Hochstress in der Traumatherapie so wichtig ist. Ein wesentlicher Baustein jeder modernen Traumatherapie ist, dass die Patient*innen lernen, sich selbst gut zu regulieren - ohne selbstverletzendes oder selbstschädigendes Verhalten.
Bindungs- und Entwicklungstraumen gehören zur menschlichen Natur einfach dazu. Viele Menschen leiden deswegen unter Bindungsschwächen oder Bindungsstörungen.
Die moderne Traumatherapie setzt nicht an der Vergangenheit oder den ursprünglichen Traumen an, sondern an der Heilung oder Linderung von Traumafolgesymptomen. Ich kann dann meine Symptome gut und auf erwachsene Weise regulieren und diese in mein Leben integrieren. Ich werde nicht mehr von meinen Beschwerden gelebt, sondern gehe aktiv mit diesen um. Wir werden dann immer freier von unserer Vergangenheit.
Charf bezeichnet es als gelungene Integration, wenn meine schlimme Vergangenheit nicht mehr so sehr meine Gegenwart und Zukunft bestimmt.