Was kann sexuelle Unlust auslösen? Sexualtherapie

Florian Friedrich • 31. Juli 2025

Mangelnde Lust auf Sex hat komplexe Ursachen 

Meist hat es komplexe interindividuelle und intraindividuelle Ursachen, wenn Menschen keine Lust auf Sex haben. Partnerschaftliche, psychosoziale, psychische und körperliche Ursachen können eine bedeutsame Rolle spielen und komplex ineinandergreifen.

Erfahren Sie in diesem Artikel, welche Gründe und Ursachen sexuelle Unlust und Druck auslösen können.

Was kann sexuelle Unlust auslösen? Sexualtherapie

Spezifische Auslöser für Lustlosigkeit

Wenn es keine körperlichen Ursachen für mangelnde Lust auf Sex gibt, können spezifische Auslösesituation zu einer chronischen sexuellen Lustlosigkeit führen. Hierunter fallen das Zusammenziehen, Schwierigkeiten mit der Familie oder den Schwiegereltern, Eheschließung, Kinderwunsch, Geburt eines Kindes oder eine reproduktionsmedizinische Behandlung.


Reproduktionsmedizinische Behandlungen und der Verlust der Libido

Eine reproduktionsmedizinische Behandlung wird von vielen Paaren als eine große Stressbelastung empfunden. Die Sexualität muss notgedrungen verzweckt werden, was ein spontanes und freies Ausleben sexueller Lust erschwert. Nicht die sexuelle Libido, Leidenschaft und Begierde stehen im Vordergrund, sondern der optimale Zeitpunkt. Durch diese Regulierung der Sexualität werden viele Paare in ihrem authentischen Erleben von Lust beeinträchtigt, etwa wenn unbedingt während der fruchtbaren Tage Geschlechtsverkehr praktiziert werden muss.
Wird eine Frau dann dennoch nicht schwanger, stellt sich bei beiden Partnern mitunter ein Gefühl des Versagens und der Frustration ein. Auch Ambivalenzen hinsichtlich des Kinderwunsches oder ein Druck-ausübendes soziales Umfeld können die Sexualität massiv stören.


Sexuelle Differenzen und unterschiedliche Bedürfnisse als Verstärker der Unlust

Fühlen sich Menschen subjektiv beeinträchtigt, so kann das zu sexueller Unlust führen. Wenn etwa ein Mann nur einmal im Monat Lust auf Sex hat, der/die Partner*in aber häufiger, dann handelt es sich nicht um eine sexuelle Störung, die behandlungsbedürftig ist. Vielmehr sollte dann beraterisch oder paartherapeutisch gearbeitet werden, wie das Paar mit dieser sexuellen Differenz konstruktiv umgehen kann oder auch nicht.

Film: "Die sexuelle Evolution des Menschen | Wer nicht fragt, stirbt dumm!"

Druck und gesellschaftliche Erwartungen an den Sex

Viele Menschen praktizieren Sexualität, weil es von ihnen sozial erwartet wird oder die/der Partner*in Druck ausübt. Dieser Druck wird ins eigene Innere hineingenommen, und die betroffene Person macht sich fortan selbst Druck, ohne auf die eigenen sexuellen Bedürfnisse zu achten. Bei soviel innerem und äußerem Druck verabschieden sich die sexuelle Lust und Leidenschaft rasch.
Frage ich in der Sexualtherapie dann die betroffenen Paare, so werden dann doch oft Situationen erinnert, in denen Lust und Leidenschaft sowie eine erfüllte Sexualität gegeben waren. Oder die von Lustlosigkeit betroffenen Menschen erwähnen andere Situationen, in denen sie sexuelle Lust und Begierde verspüren oder äußern erotisch-lustvolle Masturbationsfantasien.
Dies sind Hinweise, dass nicht die Sexualität „gestört“ ist, sondern dass es Schwierigkeiten in der Paardynamik gibt bzw. ein Partnerschaftskonflikt vorliegt.


Unlust als Symptom, das Sinn macht

Sexuelle Lustlosigkeit ist dann als ein Symptom zu verstehen, das eine Botschaft und damit eine sinnvolle Funktion hat. So könnte die Botschaft lauten: „Unter soviel Druck und Stress sehe ich als Dein Körper überhaupt nicht ein, warum ich Dir Lust und Leidenschaft bereiten sollte. Hör auf mich und setze Dich nicht selbst so unter Druck. Äußere Deine Bedürfnisse und achte auf Deine Gefühle.“
Auch das Übergehen eigener sexueller Vorlieben (etwa dem/der Partner*in zuliebe Oralverkehr oder Analverkehr zu praktizieren, obwohl man überhaupt nicht darauf steht) kann zu Stress, Druckgefühlen, Verspannungen des Körpers und sexueller Lustlosigkeit führen.


Die Lust schwächelt, wenn Sex zu einer Pflicht-erfüllenden Leistung wird

Mit welcher Haltung könnte die Lust gelockt werden?

  • Seien Sie neugierig und interessiert an sich selbst.
  • Schaffen Sie sich aktiv Zeiträume für Lust und Leidenschaft. Sie könnten z.B. in Ihren Terminplaner eintragen: "Donnerstag von neun bis zwölf Uhr: Raum für Lust".
    Nehmen sie innere Antreiber heraus, die sagen: "Ich sollte jetzt Lust haben oder Du solltest jetzt Lust haben!!"
  • Sexuelle Lust und Leidenschaft entwickeln sich meist ungeplant und benötigen gute Klimabedingungen. Denn Sexualität ist wie eine empfindliche Pflanze. Stellen Sie sich in Ihrer Partnerschaft die Frage, wie Sie beide wechselseitig zu einem guten Klima beitragen können, damit Ihre Pflanze gedeiht und was auch jede*r für sich individuell tun kann.
  • Auch Verschlimmerungsfragen können hilfreich sein, wie etwa die Frage, was Sie tun oder beitragen könnten, damit sich gar keine Lust einstellt. Wenn Sie dann etwa Ihr Schlafzimmer betreten und sich selbst sagen: "Jetzt muss ich sofort Lust haben!", wie würde Ihr Organismus reagieren?
  • Bei der Lust geht es nur um den Möglichkeits- und Entwicklungsraum. Stellen Sie sich die Frage, wie sie mit Neugier, völliger Freiheit für Ihr Erleben, Leichtigkeit und Forschergeist ganz offen in diesen Raum gehen könnten. Auch wenn sich keine Lust einstellt, bin ich vollkommen in Ordnung
  • Eventuell kann Ihnen auch die Haltung des inneren, achtsamen Beobachters helfen.
  • Lust kommt nur, wenn sie nicht kommen muss, denn sie bedarf der Autonomie, und diese Autonomie lässt sich nie durch Tricks, Manipulationen und ausgefeilte Strategien überlisten.
trans*identität – Supervision und Teamsupervision
von Florian Friedrich 16. Februar 2026
Gruppensupervision für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Gutachter*innen, Pädagog*innen, Therapeut*innen und andere Berufsgruppen Ich biete regelmäßig an Samstagen von 11 bis 13 Uhr eine kostenlose online Supervisionsgruppe / Intervisionsgruppe für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die trans*Personen auf ihrem Weg der Transition in ihr Wunschgeschlecht begleiten und/oder Gutachten bzw. Stellungnahmen für Hormontherapien und Operationen verfassen. In dieser Gruppe können wir alle viel voneinander lernen, Fallvignetten einbringen, unser Schwarmwissen bündeln, netzwerken und auch Länder übergreifend zusammenarbeiten. Die Gruppe ist offen, d.h. Sie können jederzeit dazustoßen. Ich selbst koordiniere die Gruppe nur, bin aber im Sinne der Intervision ein Teil der Gruppe und nicht deren Leiter. In der Gruppe können Einzelfälle, aber auch Themen eingebracht werden. Mögliche Themen sind: Gutachten erstellen Sorgen wegen Detransition und Fehldiagnosen Rechtliches und Haftung bei Detransition Autismus, ASS und ADHS in der Kombination mit trans*Identitäten genderfluide und non binäre Lebensweisen Rechtliche Aspekte Andere LGBTIQA* Themen Wann sind die nächsten Termine? Samstag, 21. Februar 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 25. April 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 4. Juli. 2026 von 11 bis 13 Uhr  Einzeln oder im Team Des Weiteren biete ich (kostenpflichtige) Supervisionen (einzeln oder Teamsupervision) und Coaching für helfende Berufsgruppen an, die mit trans*identen (transgender, transsexuellen, diversen, nicht binären, genderfluiden) Personen arbeiten, etwa für Pädagog*innen, Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Gutachter*innen. Die Supervisionen sind auch online möglich. Viele Psychotherapeut*innen und Gutachter*innen sind sich unsicher, wie sie mit trans*Personen und der Geschlechtsidentität von Menschen arbeiten und therapeutisch vorgehen sollen und lehnen dann trans*idente und non-binäre Menschen ab. Unter Umständen liegt dies daran, dass trans*Personen oft gar keine klassische Psychotherapie benötigen, da es ja nicht um die Heilung von Symptomen oder einer psychischen Erkrankung geht, sondern vielmehr um eine aktive Unterstützung auf dem Weg der Transition und der persönlichen Entwicklung. Insofern stellt eine Zwangs-Psychotherapie für uns als Helfer*innen, aber auch für unsere Klient*innen / Patient*innen eine Restriktion dar, die oft als entwürdigend erlebt wird.
Somatopsychik – Wenn der Körper die Psyche beeinflusst
von Florian Friedrich 30. Januar 2026
Somatopsychik nach Gunther Schmidt: Wie der hypnosystemische Ansatz Körper & Psyche verbindet – verständlich erklärt & praxisnah.
Systemische Beratung und Therapie in Salzburg / Hamburg
von Florian Friedrich 27. Januar 2026
Hypnosystemisches Coaching Der hypnosystemische Ansatz geht auf den Arzt, Betriebswirten und Psychotherapeuten Gunther Schmidt zurück. Dieser war ein Schüler des Hypnotherapeuten Milton Erickson (1901-1980). Gunther Schmidt hat die lösungsorientierte systemische Familientherapie und Beratung mit der kompetenzaktivierenden Hypnotherapie Ericksons verbunden und damit die systemische Therapie massiv und nachhaltig weiterentwickelt. Gunther Schmidt ist ärztlicher Direktor der sysTelios Klinik , und er überzeugt mich von allen systemischen Therapeut*innen am meisten. Ich biete systemische und hypnosystemische Therapie, Beratung und Coaching in Salzburg und Hamburg an. Gerne komme ich auch in Ihren Betrieb. Existenzanalyse und Hypnosystemik Hören Sie den Podcast: Sounds of Science Spezial / Christian Kuhlmann, Alfried Längle & Gunther Schmidt - Hypnosystemik und Existenzanalyse
Hypnosystemische Psychotherapie
von Florian Friedrich 23. Januar 2026
Was ist Psychotherapie im hypnosystemischen Verständnis? Beratung, Coaching u nd Psychotherapie sind Wege, Menschen darin zu unterstützen, ihre Lebensqualität zu verbessern. Psychotherapie bedeutet ursprünglich „Behandlung der Seele“ – im hypnosystemischen Ansatz (nach Gunther Schmidt) meint sie vor allem eine Begleitung von inneren und äußeren Veränderungsprozessen, die Leid lindern und Entwicklungsprozesse ermöglichen. Psychische Symptome werden dabei nicht primär als „Störungen“, sondern als sinnvolle Ausdrucksformen innerer Prozesse verstanden. Sie zeigen an, dass ein inneres System aus dem Gleichgewicht geraten ist oder dass wichtige Bedürfnisse bisher nicht ausreichend berücksichtigt werden konnten. Psychotherapie unterstützt Sie darin, wieder Zugang zu Ihrer inneren Kompetenz, Selbstregulation und Lebendigkeit zu finden – zu jener Kraft und Energie, die Sie für ein erfülltes Leben benötigen.