Sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen – Sexualtherapie

Florian Friedrich • 2. November 2025

Was sind sexuelle Störungen bei Frauen?

Eine sexuelle Funktionsstörung liegt vor:

  • Wenn die Symptome über mehrere Monate hinweg in beinahe allen sexuellen Situationen auftreten.
  • Wenn die betroffenen Frauen einen deutlichen Leidensdruck aufweisen, d.h. sie sind ängstlich, verzweifelt, frustriert, deprimiert oder hilflos.

 

Ich biete psychologische Hilfe, Psychotherapie und Sexualtherapie für Frauen an, die unter sexuellen Problemen und Funktionsstörungen leiden. Ich arbeite in Salzburg und Hamburg und biete auch online-Therapien an.

Sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen – Sexualtherapie

Erfüllte Sexualität verstehen und leben: Ein neuer Leitfaden für Frauen (Dami Charf)

Frauen leiden gelegentlich unter folgenden sexuellen Funktionsschwierigkeiten:

  • Geringes sexuelles Verlangen
  • Keine spontane Lust auf Sex
  • Störungen der sexuellen Erregung
  • Kein Orgasmus
  • Unangenehme Empfindungen oder Schmerzen beim Sex
  • Schmerzen beim Sex treten meist äußerlich an der Vulva, aber auch tief in der Vagina auf. Dadurch kommt es zu Schwierigkeiten beim Vaginalverkehr. Oft kommen auch Verkrampfungen in der Muskulatur und Angst hinzu. Manche Frauen haben bei der Selbstbefriedigung keine Schmerzen, andere wiederum empfinden sowohl Schmerzen beim Vaginalverkehr als auch bei der Masturbation. Größtenteils liegen mehrere Probleme zugleich vor, weil ja Angst zu Verkrampfungen und Schmerzen führen kann, was wiederum die sexuelle Lust und Erregung schwinden lässt und einen Orgasmus unmöglich macht. Angst vor den Schmerzen aktiviert unseren Fluchtmodus und verunmöglicht Libido und sexuelles Verlangen.
  • Keine spontane Lust, wobei spontane Lust bei Frauen generell nur selten auftritt. Die meisten Frauen erleben spontanes sexuelles Begehren nur am Anfang ihrer Partnerschaften, wenn sie frisch verliebt sind. Es ist weit verbreitet und auch völlig gesund, dass die meisten Frauen im Alltag keine spontane Lust und auch keine sexuellen Fantasien haben.


Viele sexuelle Probleme lösen sich von selbst wieder auf

Diese Symptome sind weit verbreitet und bedürfen keiner sexualpsychologischen Behandlung, wenn sie nur eine begrenzte Zeit lange auftreten. Denn wenn Frauen Stress haben, viel beschäftigt oder überlastet sind, dann ist es völlig normal, wenn ihnen das Interesse an der Sexualität vorübergehend verloren geht. Die meisten sexuellen Probleme verschwinden dann im Laufe der Zeit von selbst wieder.

Filmtipp: "Female Sexual Dysfunction: What You Need To Know"

Erfahren Sie in diesem Film die vielen Facetten und Symptome von sexueller Dysfunktion bei Frauen.

Weibliche Sexualität als ein Tabu

Sexuelle Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse und Fantasien von Frauen werden in unserer Gesellschaft noch immer tabuisiert. Viele Frauen sind der Überzeugung, dass sie beim Sex funktionieren müssen, um ihren Mann/ihre Frau sexuell zu befriedigen. Sie haben Angst davor, dass ihr*e Partner*in sie verlassen werde, wenn sie sexuelle Probleme haben oder nicht mit ihrem/ihrer Partner*in schlafen. Viele Frauen mit sexuellen Funktionsstörungen erzählen von solchen Verlustängsten, aber auch von Hilflosigkeit, Wut auf sich selbst, Schuldgefühlen gegenüber dem/der Partner*in und Scham.

Zudem müssen sexuelle Schwierigkeiten immer vor dem Hintergrund eines biopsychosozialen Gesundheitsmodells betrachtet werden: Psychische Probleme, wie etwa Ängste und Depressionen und gleichzeitige chronische körperliche Schmerzen und Beschwerten, wie etwa ein Bandscheibenvorfall und Probleme mit dem/der Partner*in wirken als Ursachen zusammen, greifen ineinander und führen zu sexuellen Schwierigkeiten.


Ab wann liegt eine sexuelle Funktionsstörung vor?

Sexuelle Funktionsstörungen, deren Behandlung von den Krankenkassen z.T. übernommen wird, liegen dann vor, wenn die Schwierigkeiten mindestens sechs Monate andauern und die betroffenen Frauen deutlich darunter leiden. Dabei müssen die Probleme in fast allen sexuellen Situationen auftreten. Fühlt sich eine Frau durch sexuelle Einschränkungen subjektiv nicht belastet, dann sind die Kriterien für eine behandlungsbedürftige Störung nicht erfüllt. Asexuelle Frauen etwa fallen nicht unter Frauen mit sexuellen Störungen.


Was sind die Auslöser?

Nicht immer lässt sich EIN Auslöser finden, denn oft sind es mehrere. Manchmal berichten aber Frauen von einem Auslöser, nach dem alles anders war. Andere wiederum erzählen, dass ihre sexuellen Beschwerden schon immer vorhanden waren. Sexuelle Probleme können sich somit schleichend aufbauen oder ganz plötzlich auftreten.

Die Auslöser sind aber nur ein Bedingungsfaktor. Viel bedeutsamer scheint es nach den aktuellen Kenntnissen der Sexualtherapie zu sein, wie Frauen und deren Partner*innen mit ihren sexuellen Problemen umgehen. Viele Frauen unternehmen oft einseitige, verzweifelte und fragwürdige Selbstheilungsversuche, fressen ihr Leiden in sich hinein oder versuchen, sich zusammenzureißen, was die Beschwerden nur noch stärker macht und die Sexualität noch zusätzlich belastet.


Zahlreiche Frauen schweigen und trauen sich nicht, mit ihren Freund*innen oder Beziehungspartner*innen über ihre Sexualität zu sprechen. Oft erfahren Sie von anderen Menschen, aber auch im Internet oder Magazinen wenig hilfreiche Tipps, Halbwahrheiten oder sexuelle Mythen und Märchen. So ist es z.B. überhaupt nicht hilfreich, wenn eine Frau den Tipp bekommt, dass sie sich doch einfach mal beim Sex entspannen solle.


Viele Frauen entwickeln dann folgende fragwürdige Strategien:

  • Sie vermeiden Sexualität entweder ganz oder gehen sexuellen Situationen aus dem Weg. Dies ist zwar kurzfristig entlastend, langfristig aber für jede nicht-asexuelle Frau ein Verlust an Lebensqualität, Intimität, Erfüllung und Nähe. Die positiven Facetten und das Wertvolle der Sexualität bleiben dann auch aus.
  • Sie haben trotz sexueller Unlust Sex und zwingen sich zum Sex.
  • Sie betrinken sich.


Was kann mir als Frau bei sexuellen Schwierigkeiten helfen?

Ein Weg wäre, Möglichkeiten zu suchen und neue Erfahrungen zu sammeln, wie Sex erfüllender, lustvoller und befriedigender sein könnte. Unter Umständen geht dies nur im Rahmen einer Sexualtherapie oder Sexualberatung, wenn schwierige Paardynamiken gegeben sind, dann auch im Rahmen einer Paartherapie oder Paarberatung.


Im Rahmen einer Sexualtherapie können Frauen lernen

  • Sich von negativen Gedanken und Sorgen zu distanzieren und besser mit diesen umzugehen
  • Negative Gedanken und Gefühle zu verändern
  • Nicht mehr Sex zu vermeiden, sondern selbstbestimmte, freie, positive und lustvolle sexuelle Erfahrungen zu sammeln
  • Verhaltensübungen zu kennen und anzuwenden, die helfen, sexuelle Erregung und Lust zu finden

Film: "Weibliche Sexualität und Lust – Gibt es feministische Pornografie?"

Pornografie kann unsere Fantasie beflügeln. Unter Frauen ist Pornographie noch immer ein Tabu. Doch immer häufiger gibt es Pornos, die speziell für Frauen gedreht werden. 

Sexualität und Trauma

Jede neunte Frau hat Verspannungen und Schmerzen beim Sex. Viele davon haben emotionale, psychische und sexuelle Gewalt erlebt. Manchmal haben auch schwerwiegende medizinische Eingriffe oder unangenehme ärztliche Untersuchungen von Unterleib und Harnröhre zu Traumafolgesymptomen geführt.


"Funktionsstörungen" suggeriert, dass die betroffene Person gestört sei. Es ist bedeutsam, das Phänomen der sexuellen Schwierigkeit als Kompetenz und Selbstschutz zu reframen und zu utilisieren.

Denn Schutzstrategien sind niemals eine Pathologie, sondern ein Ausdruck psychischer Gesundheit. Dass wir traumatisierbar sind, war nämlich evolutionsbiologisch sinnvoll und überlebenswichtig.

Es ist z.B. unmöglich, eine Frau zu vergewaltigen, die unter Scheidenkrampf leidet.

Scheidenkrampf und Verspannungen sind auch ein Selbstschutz und damit eine Kompetenz des Körpers, sich vor Gewalt zu schützen.

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Wie du einer PTBS vorbeugen kannst (inklusive Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing®) Aus aktuellem Anlass ( Brandkatastrophe von Crans-Montana ) möchte ich hier über ein paar psychische Erste-Hilfe-Maßnahmen schreiben. Einen schweren Unfall oder eine Brandkatastrophe mitzuerleben – etwa Schreie zu hören, Brandgeruch wahrzunehmen oder Bilder von brennenden Menschen zu sehen – kann tief erschüttern - übrigens auch dann, wenn wir lediglich Videos im Internet und in den Medien davon sehen. Viele Betroffene und Zeug*innen sind im Nachhinein verunsichert von ihren Reaktionen. Wichtig i st: Starke körperliche und seelische Reaktionen sind normale Antworten auf ein extremes Ereignis. Sie bedeuten nicht, dass du durchdrehst oder zwangsläufig eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln wirst. Dieser Artikel erklärt, warum Flashbacks auftreten, was in den ersten Tagen und Wochen hilft, und wie Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing (SE) die Verarbeitung unterstützen können. Übrigens soziale Unterstützung schützt stark und ist einer der wichtigsten präventiven Wirkfaktoren, um keine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln. Menschen, die: über das Erlebte sprechen können emotionalen Rückhalt bekommen körperlich und emotional gehalten werden sich verstanden und ernst genommen fühlen haben ein deutlich geringeres PTBS-Risiko . Soziale Bindung wirkt wie ein Puffer gegen traumatische Überforderung.
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