Depressionen – Beratung, Behandlung und psychologische Hilfe

Florian Friedrich • 11. August 2025

Meine Unterstützung, um Depressionen zu überwinden

Lesen Sie hier, was Depressionen sind, welche Tipps Ihnen bei Depressionen helfen können und warum eine Behandlung so wichtig ist.


Ich biete in Salzburg, Wien, München und Hamburg Beratung, Behandlung und psychologische Hilfe an, wenn Sie unter einer Depression leiden.

Depressionen - Psychotherapie Salzburg/Hamburg

Kurzfilm: "Was ist eine Depression?"

In diesem Kurzfilm erfahren Sie, welche Symptome Depressionen haben, welche Ursachen ihnen zugrunde liegen und wie sie behandelt werden können.

Depressionen - ein schweres psychisches Leiden

Depressionen fühlen sich an wie ein schwarzes Loch, ein Strudel ein Abgrund. Betroffene schildern eine schwere Depression als wie die Hölle auf Erden. Jede*r fünfte Österreicher*in erleidet zumindest einmal im Leben eine Depression. 

Abgesehen vom schweren Leidensdruck sind Depressionen auch gefährlich, weil Menschen, die an ihnen leiden, häufiger Suizid begehen. Etwa jede*r zehnte Betroffene nimmt sich das Leben, d.h. Depressionen sind eine der häufigsten Ursachen für Suizid. 

Depressionen sind eigentlich ein gesunder Selbstschutz unserer Psyche auf langfristig schädliche, maligne oder kranke Lebensbedingungen. Hinter der Depression stehen meist chronisch unterdrücke und abgewehrte Gefühle wie Trauer, Schmerz, Aggression. Kränkung, Wut, Zorn und Hilflosigkeit


Wie lassen sich Depressionen behandeln?

Grundsätzlich lassen sich Depressionen heute gut behandeln, und zwar mit Medikamenten UND Psychotherapie. In der Psychotherapie hat sich ein integrativer Ansatz mit Methoden aus der Existenzanalyse, der Verhaltenstherapie und der Tiefenpsychologie als wirksam erwiesen. Fast alle Psychotherapieschulen arbeiten heute integrativ, das heißt für jede*n Klientin/Klienten wird eine maßgeschneiderte Therapieform gewählt. Manchen Menschen hilft die Existenzanalyse am meisten, manchen die Verhaltenstherapie, manchen die Tiefenpsychologie oder – so arbeite ich selbst gerne – eine Kombination aus diesen drei Verfahren, je nachdem, was die betroffene Person gerade benötigt. 

Depressionen sind grundsätzlich von einem Psychotherapeuten/einer Psychotherapeutin leicht zu erkennen, im Alltag und in Arztpraxen werden sie aber oft übersehen, weil die Betroffenen sich ihrer schämen und sie zu verstecken suchen.

Menschen, die noch nie eine Depression hatten, übersehen zudem immer wieder eine sich entwickelnde Depression und suchen sich erst dann Hilfe, wenn die Depression sehr schwer geworden ist. 


Was sind die Symptome einer Depression?

Eine Depression hält mindestens zwei Wochen an und weist zumindest drei spezifische Symptome auf: 

  • Die Stimmung ist durchgehend gedrückt und nichts kann die/den Betroffene*n aufheitern.
  • Wir fühlen uns antriebslos, Tätigkeiten, die wir zuvor als sinnvoll erlebt haben, interessieren uns nicht mehr. Alles fühlt sich leer an. 
  • Ein von einer Depression betroffener Mensch zieht sich sozial zurück und möchte nicht einmal mehr Menschen treffen, die er liebt.
  • Auch körperliche Symptome können auftreten, etwa Appetitlosigkeit, schlechter Schlaf, Einschlafschwierigkeiten, frühes morgendliches Erwachen, körperliche Erschöpfung und innere Unruhe.


In der Psychologie wird zwischen drei Schweregraden bei Depressionen unterschieden: Es gibt leichte, mittelgradige und schwere Depressionen. 


Bei Depressionen können auch körperliche Beschwerden auftreten, etwa:

  • Kopfschmerzen (ein Gefühl von Enge, als ob sich ein Ring um den Kopf schließen würde)
  • Mundtrockenheit
  • ein Druckgefühl auf der Brust, im Magen oder in der Lunge
  • vegetative Irritationen wie Schwitzen, Schweißausbrüche, Herzrasen
  • Appetitlosigkeit
  • Libidoverlust, Potenzverlust, keine Lust auf Sex
  • eine Verlangsamung der Körperbewegungen, auch der Peristaltik, was zu Verstopfungen im Darm führen kann
  • niedriger Blutdruck
  • Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Energieverlust, Vitalitätsverlust
  • körperliche Antriebslosigkeit und Schwäche, schleppende Bewegungen
  • flache, kraftlose Atmung
  • stumpfer Blick, trockene oder tränende Augen
  • schlaffe Körperhaltung, kaum Muskeltonus
  • monotone und tonlose Stimme
  • ein welkes oder maskenhaftes Gesicht


Kognitive Symptome

Bei Depressionen handelt es sich zwar um keine Störung des Denkens, allerdings ist das Denken verlangsamt. 

  • Auch das flexible Denken und die Fähigkeit, zu assoziieren können vermindert sein. 
  • Des Weiteren kommt es zu Konzentrationsstörungen, wobei die Aufmerksamkeit nicht dafür ausreicht, einen Film anzusehen oder ein Buch zu lesen. 
  • Auch Grübeln kann für die Betroffenen äußerst belastend sein. Es ist, als bliebe man an den Gedanken und Inhalten kleben, müsse immer wieder dasselbe denken. Das Grübeln hilft nichts, sondern macht hilflos und leer, ohne zu einem Ergebnis zu führen. 
  • Auch Generalisieren stellt ein Problem dar. Menschen, die unter Depressionen leiden, glauben oft, dass ihnen niemand helfen könne, dass alle anderen es besser hätten, dass immer ihnen alles Schlimme passiere. 
  • Depressive Menschen neigen im Vergleich mit anderen zur Selbstentwertung, wobei der Vergleich immer zu Ungunsten des/der Betroffenen ausgeht. 
  • Im konkreten Leben dominieren Vorstellungen, Vermutungen und Wünsche die Gedanken, etwa dass der/die Betroffene alles falsch mache, dass alle ihn schief anschauen etc. Der Fokus der Aufmerksamkeit richtet sich nicht auf die konkrete Realität, sondern auf das, was sein könnte. 


Störungen im Tagesrhythmus

Etwa Die Hälfte aller Depressionen äußert sich zunächst mit Schlafstörungen. Die betroffenen Menschen merken oft noch nicht einmal ihre Depression, dennoch ist ihr Schlaf bereits gestört. 

Wenn Depressionen überwiegend biologisch bedingt sind, dann ist das sogenannte „Morgentief“ sehr stark ausgeprägt. In den Abendstunden hingegen sind die betroffenen Menschen eher vital. Bei nicht-biologisch bedingten Depressionen ist das Morgentief weniger stark ausgeprägt, und die Betroffenen sind abends nicht so vital. Die Schwankungen zwischen Morgen und Abend sind hier weniger stark. 

Bei Depressionen ist oft das Zeitempfinden aufgehoben. Die Menschen spüren, dass sie mit dem Rhythmus der Natur nicht mitschwingen können. Dabei ist für depressive Menschen im Herbst die Depression leichter zu ertragen, und im Frühjahr kann für sie eine Depression kaum auszuhalten sein, vor allem dann, wenn alles erblüht und die Mitmenschen gut gelaunt sind. Die Verzweiflung ist dann noch größer.


Probleme in der Sexualität

Viele Menschen, die unter Depressionen leiden, fühlen sich in ihrer Sexualität schwer beeinträchtigt. Depressionen können zu sexuellen Funktionsstörungen führen und eine Partnerschaft massiv belasten. Gerade bei Depressionen sind aber zwischenmenschliche Nähe, Sinnlichkeit, Zärtlichkeit und Körperkontakt sehr wichtig und haben einen positiven Einfluss auf unsere Emotionsregulation.

  • Menschen, die unter Depressionen leiden und eine erfüllende sexuelle Beziehung haben, sollten sorgsam mit dieser umgehen. Es würde dieser Beziehung schaden, wenn Sie sich aufgrund ihrer Depression sozial zurückziehen und allzu pessimistisch werden.
  • Depressionen lassen uns oftmals Dinge und Tätigkeiten vermeiden, welche uns eigentlich guttun. Eine Depression oder eine sexuelle Funktionsstörung sollten uns nicht dazu verleiten, intimen Situationen und Zärtlichkeiten aus dem Weg zu gehen.
  • Informieren Sie Ihre*n Partner*in, dass Sie unter einer Depression leiden und dass dies zu sexueller Unlust oder zu Funktionsstörungen führen kann. Bei Depressionen sind Interesse, Sinnlichkeit, sexuelle Erotik, Begeisterungsfähigkeit und Lust fast immer negativ beeinträchtigt. Auch können Schmerzen beim Sex, Orgasmusstörungen, Erektionsstörungen oder eine vorzeitige Ejakulation auftreten. Ihr*e Partner*in sollte wissen, dass diese Probleme typisch für eine Depression sind und nichts mit ihm/ihr zu tun haben.
  • Antidepressiva können manchmal zu sexuellen Funktionsstörungen oder zu Unlust führen. Dies kann eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, falls es zu derartigen Nebenwirkungen kommt.
  • Informieren Sie sich bei einem Arzt/einer Ärztin (am besten einer Frauenärztin, einem Männerarzt oder Fachärzt*innen) über medizinische Behandlungsmöglichkeiten von sexuellen Funktionsstörungen.
    Auch mit Ihrer Psychotherapeutin/Ihrem Psychotherapeuten sollten Sie über die therapeutische Behandlung und mögliche psychologische Interventionen bei sexuellen Problemen sprechen. Es gibt zahlreiche sexualtherapeutische Ansätze, die hier hilfreich sein können.


Mögliche Ursachen und genetische Veranlagungen

Bei Depressionen gibt es durchaus genetische Prädispositionen, die Depressionen begünstigen können und Personen anfälliger für die Entwicklung einer Depression machen. Dies bestätigen etwa Befunde von Zwillings- und Adoptionsstudien. Das Risiko an einer unipolaren Depression zu erkranken ist zehn Prozent, wenn ein Elternteil von Depressionen betroffen ist.
Auch endogene bzw. neurobiologische Faktoren spielen eine Rolle, etwa bei Störungen der Neurotransmitterübertragung (Serotonin, Noradrenalin, Dopamin). Es kann dann zu einer Dysbalance mehrerer interagierender Neurotransmittersysteme kommen. Auch eine
endokrine Dysbalance, eine Schilddrüsenunterfunktion, das Klimakterium und Störungen des chronobiologischen Rhythmus seien hier zu erwähnen.
Auf der Persönlichkeitsebene gibt es die mehr oder
weniger angeborene Neigung zu depressiven Verstimmungen. Die Betroffenen übernehmen viel Verantwortung und haben viele Sorgen (Typus Melancholicus).
Zu den Somatische Faktoren zählen Aneurysmen, Tumorerkrankungen (z.B. Pankreaskarzinome), Multiple Sklerose, AIDS (somatische oder reaktive Depression), Alkoholabhängigkeit, Medikamente (etwa das Malaria-Medikament Lariam) und ein Vitamin B12-Mangel.
Bei den Entwicklungsfaktoren können
biografische Ereignisse (etwa Scheidungen, Trennungen, Todesfälle in der Familie, chronische Belastungen, chronische Schmerzen, Unzufriedenheit im Beruf, Gewalt in der Partnerschaft oder im Beruf, chronische Erkrankungen, Älterwerden, sexueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt, Verluste, Sinnkrisen), aber auch Traumen und akute Belastungen sowie Lebensveränderungen Depressionen bedingen oder mitverursachen.

Animationsfilm: "Ich hatte einen schwarzen Hund"

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) zeigt in diesem Kurzfilm gemeinsam mit dem Schriftsteller und Zeichner Matthew Johnstone die Geschichte „I had a black dog, his name was depression“.

Depressionen, die große Volkskrankheit

Depressionen gab es schon immer, sie gehören zum Menschsein dazu und sind eine urmenschliche Erfahrung. Der Sinn der Depression liegt darin, den/die Betroffene*n einzubremsen und ihn/sie darauf hinzuweisen, dass er/sie sich selbst nicht gerecht wird und fundamentale Bedürfnisse in seinem/ihrem Leben nicht verwirklicht. Plötzlich geht gar nichts mehr, weil jeder Antrieb fehlt. Ich bin gezwungen, zur Ruhe zu kommen.

Wenn eine Depression jedoch länger anhält oder immer wieder depressive Episoden auftreten, sollten Sie sich unbedingt professionelle Hilfe suchen. Depressionen sind nämlich kein Schnupfen, sondern weisen uns darauf hin, dass etwas in unserem Leben nicht stimmt.

Depressionen haben einen Grund oder mehrere Gründe. Sie entwickeln sich oft dann, wenn wir unser Leben zu wenig leben, eigene Bedürfnisse nicht erfüllen, Gefühle und Emotionen immer wieder verdrängen. Dies alles kostet Kraft und Lebensenergie. Im Laufe der Monate und Jahre verlieren wir dann jegliche Energie und werden depressiv.


Ein Beispiel

Frau G. ist in ihrer Ehe schon jahrelang unglücklich. Ihr Mann geht zudem immer wieder fremd. Frau G. ist eigentlich frustriert, wütend und traurig, wenn ihr Mann fremdgeht. Sie verdrängt jedoch diese Gefühle, stellt eigene Bedürfnisse permanent hinten an und konfrontiert ihren Mann nicht mit seinem Fremdgehen, weil sie Angst hat, dass sie dann ganz von ihm verlassen und einsam und allein sein wird.
Das permanente Niederhalten der eigenen Emotionen und Bedürfnisse kostet immens viel Kraft. Eines Tages geht gar nichts mehr: Frau G. wacht in der Früh auf und hat keinen Antrieb mehr. Sie schafft es nicht einmal mehr, rechtzeitig aufzustehen, sich die Zähne putzen und in die Arbeit zu gehen. Dieser Zustand bleibt ein paar Wochen bestehen – Frau G. hat eine schwere Depression entwickelt.


Die existenzanalytische Sicht auf die Depression

In der Depression geht der Kontakt zum Dasein, d.h. zur inneren Welt, aber auch zur äußeren Welt verloren. Das Lebenswerte und die Werte werden nicht mehr gespürt und das Leben wird kraftlos. Dabei ist sich ein Mensch, der unter Depressionen leidet, bewusst, dass das Leben lebenswert sein könnte. Er bemerkt aber auch die Diskrepanz, dass er es nicht als lebenswert empfindet. Um diese Diskrepanz zu überwinden, versucht sich der betroffene Mensch um so mehr ins Zeug zu legen und zu leisten, um wieder das Gefühl von „lebenswert“ zu erreichen. 

Die Depression gründet somit in einem Mangel an subjektiven Werten. Wenn diese Werte schwinden oder verloren gehen, wird die Beziehung zum Leben belastet und das Dasein fühlt sich zunehmen schlecht, hoffnungslos, hilflos und leer an. 

Depressive Menschen benötigen ihre ganze Lebenskraft, um sich selbst und ihre authentischen Bedürfnisse zu unterdrücken. Daher fühlen sie sich auch so ausgelaugt, erschöpft, antriebslos und abgeschlagen. Viele unterdrücken ihre Gefühle so stark, dass sie irgendwann völlig gefühllos und innerlich wie tot werden. Sie fühlen dann auch angenehme Emotionen nicht mehr, das Leben verflacht.

Menschen, die unter Depressionen leiden, verspüren einen immensen Leidensdruck. Die fühlen sich wie passiv, ohnmächtig ausgeliefert, voller Schuld und gelähmt. Die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, sich liebevoll auf andere Menschen und das Leben einzulassen und an etwas zu glauben bzw. Sinn zu spüren, geht verloren. Oft stehen nur noch negative Gefühle im Vordergrund, jeder Tag scheint immer gleich zäh zu sein, und die Arbeitsfähigkeit ist oftmals völlig reduziert. 

Die Gedanken kreisen in der Regel um die eigene Hilflosigkeit, um Ängste, Versagen sowie Schuld und es taucht nur Negatives aus. Die Verzweiflung und Sinnlosigkeit wachsen, bis es zu einer völligen Antriebslosigkeit und Lähmung kommt. 


Fazit

Depressionen sind ein Zustand, der mindestens zwei Wochen andauert. Es gibt leichte, mittelgradige und schwere Depressionen. Depressionen können nur einmal im Leben oder auch immer wieder (depressive Episoden) auftreten. Im Zustand der Depression verlieren wir unsere ganze Lebensfreude und unsere bisherigen Interessen. Wir fühlen uns niedergeschlagen, leer und antriebslos, unser Leben scheint keinen Sinn mehr zu haben. Depressive Menschen ziehen sich sozial zurück, erleben körperliche Schmerzen stärker als zuvor und werden oft suizidal.

Die Sendung mit der Maus (WDR): "Die unsichtbare Krankheit"

Depressionen bei Kindern

In dieser Sendung widmet sich die Maus dem Thema von Depressionen bei Kindern.

Posttraumatische Belastungskompetenz
von Florian Friedrich 15. Januar 2026
Wenn aus Überleben Verbundenheit entsteht Traumatische Erfahrungen können das Leben eines Menschen grundlegend erschüttern. Sie greifen tief in das Erleben von Sicherheit, Beziehung, Identität und Sinn ein. Wird aus dieser Erschütterung eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) , stehen meist Symptome, Defizite und Einschränkungen im Vordergrund: Flashbacks, Übererregung, Vermeidung, emotionale Taubheit, Beziehungsabbrüche. Doch neben dem oft langjährigen Leid entwickeln viele Menschen, die sich intensiv mit ihrer PTBS auseinandergesetzt haben, von einer neuen Tiefe, einer veränderten Art, sich selbst und anderen zu begegnen, von gewachsenen inneren Fähigkeiten. Diese Entwicklung lässt sich als Posttraumatische Belastungskompetenz beschreiben.
Trauma nach einer Brandkatastrophe: Was hilft?
von Florian Friedrich 14. Januar 2026
Wie du einer PTBS vorbeugen kannst (inklusive Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing®) Aus aktuellem Anlass ( Brandkatastrophe von Crans-Montana ) möchte ich hier über ein paar psychische Erste-Hilfe-Maßnahmen schreiben. Einen schweren Unfall oder eine Brandkatastrophe mitzuerleben – etwa Schreie zu hören, Brandgeruch wahrzunehmen oder Bilder von brennenden Menschen zu sehen – kann tief erschüttern - übrigens auch dann, wenn wir lediglich Videos im Internet und in den Medien davon sehen. Viele Betroffene und Zeug*innen sind im Nachhinein verunsichert von ihren Reaktionen. Wichtig i st: Starke körperliche und seelische Reaktionen sind normale Antworten auf ein extremes Ereignis. Sie bedeuten nicht, dass du durchdrehst oder zwangsläufig eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln wirst. Dieser Artikel erklärt, warum Flashbacks auftreten, was in den ersten Tagen und Wochen hilft, und wie Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing (SE) die Verarbeitung unterstützen können. Übrigens soziale Unterstützung schützt stark und ist einer der wichtigsten präventiven Wirkfaktoren, um keine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln. Menschen, die: über das Erlebte sprechen können emotionalen Rückhalt bekommen körperlich und emotional gehalten werden sich verstanden und ernst genommen fühlen haben ein deutlich geringeres PTBS-Risiko . Soziale Bindung wirkt wie ein Puffer gegen traumatische Überforderung.
Was ist
von Florian Friedrich 10. Januar 2026
Zu hohe Idealvorstellungen und Klischees, die uns im Weg stehen Viele Menschen haben sehr verkopfte Konstrukte und Konzepte von „Wahrer Liebe“. Emotional betrachtet ist Liebe ein starkes körperliches und seelisches Gefühl, das viele Menschen im Brustraum oder um die Herzgegend, aber auch von Kopf bis Fuß spüren. Viele fühlen Liebe als innere Wärme, als ob eine kleine Sonne aufginge und uns innerlich erstrahlen ließe. Das Gefühl Liebe ist losgelöst von der Sexualität. Dabei kann die Liebe die Sexualität ergänzen, dies ist jedoch nicht immer zwingend der Fall. Das körperliche und emotionale Fühlen von Liebe können wir bei Sexualpartner*innen, aber auch bei Freund*innen, in der Natur, für unsere Kinder, Eltern, Tiere u.v.m. erleben. Das gesellschaftliche Konstrukt „Wahre Liebe“ ist allerdings ein Mythos, denn Liebe ohne Konflikte und Begrenzungen gibt es nur in Märchen oder Hollywoodfilmen kurz vor dem Ende des Streifens. Mit der Realität hat das Ganze wenig zu tun. Ich biete Paartherapie, Paarcoaching und Beratung an, wenn Sie bemerken, dass Sie unter zu hohen und irrealen Idealvorstellungen von "Wahrer Liebe" leiden.
Das Nachlassen der Verliebtheit bei Bindungsstörungen
von Florian Friedrich 10. Januar 2026
Warum trennen sich viele Menschen nach der ersten Verliebtheit zu früh? Idealisierung und Realitätsverzerrung Wenn wir frisch verliebt sind, idealisieren wir oft den/die andere*n, ohne sie/ihn so zu sehen, wie er/sie im tiefsten Innersten wirklich ist und ohne in seinen/ihren authentischen (personalen) Kern zu blicken. Wir sehen sie/ihn dann so, wie wir sie/ihn gerne haben würden. Das Wort „Verliebtheit“ hat sicherlich nicht zufällig die Vorsilbe „ ver- “, weil wir oft irren, wenn wir VERliebt sind, uns etwas vormachen, Frühwarnzeichen nicht beachten oder uns selbst täuschen. Wir leiden in der Verliebtheit unter leichten Symptomen von Realitätsverlust, was uns aber angesichts der vielen Glücks- und Bindungshormone, die der Körper ausschüttet, egal ist. Wir verdrängen in der Regel nur allzu gerne, dass dieser überoptimale Zustand irgendwann auch wieder sein Ende haben wird. In diesem realitätsverzerrten Zustand besetzen wir den anderen Menschen mit Wünschen, Idealvorstellungen und Fantasien, die im Gegenüber gar nicht vorhanden sind. Sogar Unstimmigkeiten und Gegensätze werden positiv gedeutet und idealisiert: „ Gegensätze ziehen sich an “ oder „ wir ergänzen einander “. Diese erste Verliebtheit führt rasch zu einer so starken Bindung, dass sie in der Regel als zu intensiv und damit als anstrengend erlebt wird. Dies ist ein typisches Traumafolgesymptom: Sich immens stark zu binden, bevor wir den/die andere*n gut kennen. Aus diesen Idealisierungen, dem Himmel, wird dann rasch die Hölle. Es kommt zu massiven Kränkungen, Enttäuschungen, zu Ohnmachtserfahrungen und Hass, mit denen die Betroffenen nicht selbstregulierend umzugehen vermögen. Lesen Sie in diesem Artikel, warum Menschen mit Bindungsängsten rasch ihre Partnerschaften beenden, wenn die erste euphorische Verliebtheit schwindet.