Psychische Erkrankungen im Alter - Altersheime in Salzburg

Florian Friedrich • 24. Mai 2025

Senior*innenheime für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Die Plattform Psychiatrie, ein Zusammenschluss psychosozialer Organisationen in Salzburg, kritisiert die neuen Aufnahmekriterien für die Senior*innenheime in der Landeshauptstadt Salzburg. Menschen, die unter schweren psychischen Erkrankungen leiden, sollen nämlich nicht mehr in städtischen Einrichtungen aufgenommen werden.


Psychische Erkrankungen im Alter sind ein Tabu. Lesen Sie hier von der Debatte in Salzburg: Es geht darum, dass viele Altersheime viel zu wenig Personal haben, um Senior*innen mit schweren psychischen Störungen gut zu pflegen.

Psychische Erkrankungen im Alter -  Altersheime in Salzburg

Ungerechte Diskriminierung

Ein Gemeinderats-Beschluss sieht vor, dass Personen, die unter verhaltensauffälligen psychischen Erkrankungen leiden, seit Jänner nicht mehr in den Senior*innenheimen in der Stadt Salzburg aufgenommen werden. Die Sprecherin der Plattform Psychiatrie Mercedes Zsifkovits kritisiert, dass dies zu einer ungerechten Diskriminierung führe: „Ungerecht ist, dass Menschen ausgeschlossen werden mit psychischen Erkrankungen, Menschen mit Alkohol- und Drogenmissbrauch, schweren Psychosen, Demenz sowie auch geistig abnorme Rechtsbrecher. Das ist eine immense Stigmatisierung und widerspricht auch der Haltung der Stadt Salzburg als Menschenrechts-Stadt.

Auch Anna Schiester, Sozialsprecherin von der grünen Bürgerliste, bezeichnet diese Umstände als einen „Wahnsinn“. Durch das Aufnahmeverbot würden nämlich alte Menschen, die unter schweren psychischen Erkrankungen leiden (etwa unter Sucht, Schizophrenie, Demenz) zwischen der Christian-Doppler-Klinik und zu Hause hin- und hergeschoben. Zu Hause sind allerdings viele ältere, alte und hochbetagte Menschen unterversorgt.

Die Sozialstadträtin Anja Hagenauer von der SPÖ verteidigt den Aufnahmestopp. Dieser sei eine Notmaßnahme, der den Betrieb in den Senior*innenheimen schützen soll: „Wir kommen an die Grenzen dessen, was auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten können. Hier braucht es eine fachspezifische Ausbildung, und das kann die Langzeitpflege in Seniorenheimen so nicht leisten.


Engmaschige psychiatrische, psychologische und therapeutische Betreuung

Als Psychotherapeut und Angehöriger kann ich mich Frau Hagenauer und dieser Notlösung insofern anschließen, als es für alte Menschen und deren Pfleger*innen sehr gefährlich sein kann, wenn sie mit akuten und schweren psychischen Erkrankungen in einem Senior*innenheim untergebracht werden. Eine schwere Schizophrenie oder Psychose mit Selbst- und Fremdgefährdung ist nicht zu unterschätzen und auch für Psychotherapeut*innen eine große Herausforderung – manchmal auch eine Überforderung. Es braucht hier eine engmaschige psychiatrische, psychologische und sozialtherapeutische Betreuung und einen hohen Personalschlüssel.

Dennoch kann es nicht angehen, schwer psychisch erkrankte Senior*innen generell und langfristig von der Versorgung auszuschließen und dann im schlimmsten Fall die Pflege den Angehörigen aufzubürden, die ihrerseits wieder schwer überfordert sind und in schädliche psychische Dynamiken hineinkommen (Hilflosigkeit, Verzweiflung, Hass, Gewaltdynamiken).

Dokumentation: "Pflege am Limit – Wie leben wir im Alter?"

In Österreich und Deutschland gibt es seit 40 Jahren massive strukturelle Missstände in der Pflege.

Psychische und körperliche Gewalt – ein hohes Risiko

So kann es schnell gefährlich werden, wenn Kinder ihre Eltern pflegen oder versorgen, die unter schweren Persönlichkeitsstörungen oder unter Schizophrenie leiden. Kinder von psychisch kranken Eltern (die oft schon ihr ganzes Leben lang psychisch krank waren) sind oft auch als Erwachsene noch schwer traumatisiert und laufen dann Gefahr, retraumatisiert zu werden. Auch körperliche und psychische Gewalt durch Angehörige passieren oft dann, wenn Menschen hilflos werden. Schwere psychische Erkrankungen machen uns allerdings rasch hilflos und verzweifelt, besonders dann, wenn wir Angehörige sind. Aus der Hilflosigkeit und Enge heraus kann es dann zu schweren Handlungen psychischer, emotionaler und körperlicher Gewalt kommen.


Der Aufnahmestopp darf daher nur eine Übergangslösung sein, welche Zeit verschafft, um DRINGEND NOTWENDIGE STRUKTURELLE REFORMEN im Bereich der Pflege und sozialpsychiatrischen Betreuung und Pflege anzugehen und rasch umzusetzen.

Florian Friedrich als Bastian im Theaterstück DER DRESSIERTE MANN
von Florian Friedrich 9. September 2026
Mein aktuelles Schauspielprojekt in der Rolle des Bastian Der dressierte Mann von John von Düffel Nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar. Vilar dreht den Spieß um. Sie behauptet: Nicht die Männer unterdrücken die Frauen, sondern Frauen dressieren die Männer seit Jahrhunderten. Frauen nutzen Sex, Liebe und die Mutterrolle als Machtmittel. Dafür lassen sie sich aushalten und versorgen. Männer arbeiten, machen Krieg, zahlen - und bekommen dafür “Zuneigung” und Sex. Sie sind also die eigentlichen „Sklaven“. “Der Mann ist dressiert wie ein Haustier. Er glaubt frei zu sein, ist aber abhängig.” Das Buch löste 1971 einen riesigen Skandal aus. Von Feministinnen gehasst, von Männern gefeiert. Bis heute extrem umstritten. Es ist in dem Buch eine provokante These, dass die klassische Rollenverteilung Frauen bevorteilt und Männer ausbeutet. Bis heute ein Provokations-Bestseller. Der Vorverkaufspreis beträgt 16 Euro, an der Abendkasse 18 Euro. Ermäßigungen gibt es für Jugendliche sowie für (Schüler-)Gruppen ab zehn Personen. Reservierungen: Freiraum Oberndorf: 0664 / 6431727 Theatergruppe Oberndorf: 0677 / 62551846 E-Mail: info@freiraumoberndorf.at Ich freue mich. die tolle Rolle des Bastian zu spielen, eine Rolle, die man(n) sich nur wünschen kann.
von Hannes Heissl 9. September 2026
Eine 13-teilige Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation und therapeutische Macht Die Diskussion über „rituelle Gewalt“ und „Mind Control“ bewegt sich zwischen realen Erfahrungen von Gewalt, traumatischen Folgen, wissenschaftlich umstrittenen Erklärungsmodellen und teilweise weitreichenden Verschwörungserzählungen. Diese Podcastreihe versucht, diese Ebenen voneinander zu unterscheiden. Dabei geht es nicht darum, sexualisierte oder organisierte Gewalt zu leugnen. Solche Gewalt ist real und kann schwere psychische Folgen haben. Gleichzeitig müssen auch weitreichende Behauptungen über geheime Täter-Netzwerke, satanistische Rituale, gezielte Persönlichkeitsspaltung oder Mind Control wissenschaftlich geprüft werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Erinnerungen entstehen und welche Rolle therapeutische Suggestion spielen kann. Denn eine therapeutische Beziehung ist niemals nur ein Gespräch unter Gleichen. Therapeut*innen verfügen über Wissen, Autorität und Einfluss. Gerade deshalb tragen sie eine besondere Verantwortung dafür, zwischen Beobachtung, Hypothese und Gewissheit zu unterscheiden. Die Reihe fragt unter anderem: Was ist über rituelle und organisierte sexualisierte Gewalt tatsächlich bekannt? Welche wissenschaftlichen Belege gibt es für die weitreichende RG-MC-Erzählung? Was wissen wir über Dissoziation und DIS? Wie entstehen Erinnerungen und wie können falsche Erinnerungen entstehen? Was bedeutet es, wenn Erinnerungen erst während einer Therapie auftauchen? Wo beginnt therapeutische Suggestion? Was geschieht, wenn eine therapeutische Theorie zum Deutungsrahmen für nahezu alles wird? Wie können Patient ihre eigene Autonomie bewahren? Was können Therapeut tun, wenn sie eine frühere Überzeugung inzwischen kritisch sehen? Wo liegen die Grenzen wissenschaftlicher Kritik und berufsrechtlicher Sanktionen? Und wie können wir über dieses Thema sprechen, ohne entweder Menschen zu entwerten oder unbelegte Behauptungen zu bestätigen? Die Perspektive der Reihe ist hypnosystemisch: Nicht jede Erfahrung muss sofort abschließend erklärt werden. Zustände, Gefühle, Körperreaktionen und innere Anteile können ernst genommen und therapeutisch bearbeitet werden, ohne daraus automatisch eine bestimmte historische Geschichte abzuleiten. Denn: Wir können Menschen glauben, ohne jede Interpretation ihrer Vergangenheit zu glauben. Wir können Trauma behandeln, ohne eine bestimmte Tätergeschichte vorauszusetzen. Und wir können sagen: „Ich weiß es nicht.“ Diese Unsicherheit muss kein therapeutisches Defizit sein. Sie kann der Raum sein, in dem Selbstbestimmung wieder möglich wird. Die 13 Folgen Rituelle Gewalt und Mind Control – Was wissen wir eigentlich? Wenn eine Hypothese zur Gewissheit wird Die Macht der Erinnerung Du bist nicht dein Zustand Wenn der Therapeut die Geschichte mitliefert Michaela Huber – Koryphäe, Einfluss und fachliche Kritik Valeria Petkova – Wenn Mind Control zur Erklärung wird Wenn Therapie zur Weltanschauung wird 9. Wenn Therapeut aussteigen – Schuld, Loyalität und der Weg zurück Wenn du als Klient aussteigen willst Wem gehört die Geschichte eines Menschen? Portugal, Netzwerke und die Internationalisierung einer therapeutischen Schule Von SPIEGEL bis zum goldenen Aluhut – Wenn Wissenschaft, Therapie und Medien aufeinanderprallen Eine Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation, Suggestion, therapeutische Verantwortung und die Freiheit, die eigene Geschichte selbst zu hinterfragen.
Cinematic conceptual illustration of a human silhouette standing in a dark, atmospheric room
von Florian Friedrich 8. September 2026
Rituelle Gewalt, Mind Control und falsche Erinnerungen: Eine psychotherapeutische und wissenschaftliche Einordnung von Trauma, Suggestion, Hypnose und Gedächtnis.
Körperbasiert reguliert - Podcast
von Florian Friedrich 8. September 2026
Willkommen zu deinem 52-wöchigen Jahres-Curriculum für somatische Selbstregulation.