Polizist*innen: Burnout und Belastungen

Florian Friedrich • 15. November 2025

Supervision, Coaching und Psychotherapie für Polizist*innen in Salzburg / Hamburg / Wien

Ich unterstütze Sie dabei, Ihren Beruf wieder aufnehmen zu können und gut in Ihr Leben zurückzufinden.


Ich biete psychologische Hilfe, Supervision und Psychotherapie für Polizist*innen an, die unter Burnout, Posttraumatischen Belastungsstörungen und anderen psychischen Belastungen leiden.

Burnout und Belastungsstörungen bei Polizisten

Meine Behandlung von Burnout und Traumen

Polizist*innen sind im Laufe ihres Lebens mit unzähligen Erfahrungen von Gewalt, schweren Unfällen, Gewaltverbrechen und Naturkatastrophen konfrontiert. Oft erleben sie auch selbst verbale oder körperliche Gewalt. Diese Belastungen und Traumen können so überfordernd sein, dass sie nicht mehr psychisch verarbeitet werden können. Es kann sich dann eine Posttraumatische Belastungsstörung mit spezifischen Traumafolgesymptomen ausbilden.

Die betroffenen Polizistinnen und Polizisten leiden dann u.a. unter Alpträumen, Flashbacks, sich aufdrängenden Erinnerungen, Bildern, Emotionen, Gerüchen und Körpersensationen, die sie nicht mehr kontrollieren und denen sie sich hilflos ausgeliefert fühlen. Körper und Psyche befinden sich fortan in ständiger Anspannung, Alarmbereitschaft und chronischem Stress. Schwere Ängste, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Impulsivität und Todesphantasien können die Folge sein.


Auch an existentiellen Erschütterungen kommt kein*e Polizeibeamter/Polizeibeamtin vorbei. Jede*r sieht irgendwann seine/ihre erste Leiche. Und in der Regel sind es Polizist*innen, die den Angehörigen als erste die Todesnachrichten überbringen. Auch muss jede*r Tote ansehen und manchmal auch anfassen. Diese ständige Konfrontation mit Unglücken, brutalen Todesarten, Sterben und Tod wirft bei ihnen automatisch existentielle Fragen nach Sinn, Sterben, Leben und Vergänglichkeit auf.

Film: "Traumatisierte Polizisten: Wenn Einsätze tiefe Spuren hinterlassen"

Polizist*innen, die unter Traumafolgesymptomen oder einem Burnout leiden, können diese psychischen Beschwerden meist nicht mehr von selbst bewältigen. Sie benötigen psychologische Hilfe, Psychotherapie und eine traumaspezifische Begleitung, um eigene Ressourcen und Kraftquellen wiederzufinden und diese zu stärken.


Posttraumatische Belastungsstörungen und ein Burnout lassen sich gut behandeln, sodass fast alle Polizist*innen wieder ihren Beruf ausüben und ein gesundes und gutes Leben führen können.

In der Regel übernimmt Ihre gesetzliche Unfallversicherung sämtliche Behandlungskosten, wenn sich eine Posttraumatische Belastungsstörung nach einem Polizeieinsatz ausgebildet hat. Es handelt sich dabei um einen psychologischen Arbeitsunfall.

In einer Psychotherapie lernen Sie, sich besser zu verstehen, Ihren beruflichen Alltag mit all seinen Schwierigkeiten besser zu bewältigen und Frühwarnzeichen von Erschöpfung und Burnout auszumachen.


Wann bekomme ich eine kostenlose Psychotherapie?

Sie benötigen in der Regel ein psychiatrisches Gutachten für Ihre Unfallversicherung, dass es sich bei Ihren Symptomen um einen psychologischen Arbeitsunfall oder um eine Berufskrankheit handelt. Klären Sie unbedingt zuvor mit Ihrem Dienstgeber oder Ihrer gesetzlichen Unfallversicherung (in Österreich der AUVA, der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt) ab, ob auch tatsächlich sämtliche Kosten für eine Psychotherapie übernommen werden. Beantragen Sie möglichst rasch und früh die Übernahme der Kosten bei der Unfallversicherung.


Wurden Sie Opfer von Gewalt, so ist eine kostenlose Traumatherapie über das Bundessozialamt möglich. Wenn der/die Täter*in bekannt ist, muss er/sie die Behandlungskosten übernehmen. Das Bundessozialamt verlangt dann nämlich von der /vom Täter*in einen Regress.

Doku von WDR: "Von Burnout bis Angststörung: wenn Stress krank macht"

Was sind die typischen Symptome von Burnout?

Burnout ist in der Gesamtbevölkerung weit verbreitet. Es geht mit innerer Unruhe, schwerer Erschöpfung und Angstzuständen einher. Betroffene Polizist*innen können ihren Alltag und Beruf kaum noch bewältigen.

Typische Symptome sind

  • Immense emotionale, psychische und körperliche Erschöpfung
  • Verringerter Antrieb
  • Probleme, eine angemessene Arbeitsleistung zu erbringen, sich zu konzentrieren und effizient zu arbeiten
  • Zynismus, Sarkasmus, Verbitterung gegenüber Kolleg*innen und Mitmenschen
  • Ein Gefühl der inneren Leere, oft auch Depression
  • Massive Überforderung
  • Jede Motivation geht verloren


Was kann ein Burnout im Polizeidienst fördern?

Polizeibeamt*innen werden psychisch permanent und hoch belastet. Neben schlimmen Einsätzen bei Unfällen, Katastrophen, Terroranschlägen, Gewalt und körperlicher Bedrohung können folgende Faktoren ein Burnout, Freudlosigkeit, Depressivität und emotionale Erschöpfung bedingen:

  • Ein ständig wachsender Zeit- und Leistungsdruck (immer mehr Dokumentation, rechtliche Fachkenntnisse...),
  • zunehmende psychische und physische Belastungen,
  • Schichtarbeit und Turnusdienste
  • Personalmangel
  • Bereitschaftsdienste
  • Private Belastungen in Partnerschaften, Ehen und in der Familie
  • Überstunden


Was sind Ursachen für die Entwicklung eines Burnouts?

  • Ein ständiges funktionieren-Müssen und dabei nicht mehr als Person mit menschlichen Bedürfnissen wahrgenommen-Werden
  • Chronische Frustration im Beruf
  • Eine perfektionistische, getriebene Einstellung zum Beruf und zum Leben (starke innere Kritiker und Antreiber)
  • Wenn mir als Polizist*in keine Kompetenzen zugeschrieben werden
  • Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren
  • Zu viel Verantwortung, zu wenig Zeit (Zeitdruck)
  • Wenn meine Arbeitsabläufe permanent unterbrochen werden
  • Gefühl, meine Arbeit zu wenig gestalten zu können (Kontrollverlust)


Wie wird ein Burnout behandelt?

Ein Burnout wird biopsychosozial behandelt. Bei sehr schweren Verläufen (schweren Depressionen, Suizidalität, Panikattacken) kann auch eine medikamentöse Behandlung vorübergehend sinnvoll sein.

In der Behandlung kommen folgende Methoden zum Einsatz:

  • Achtsamkeits- und Entspannungsverfahren
  • Körpertherapeutische Ansätze
  • Meditationen und hypnotherapeutische Imaginationen
  • Kreative Methoden



Wie weiß ich sicher, ob bei mir ein Burnout oder eine Posttraumatische Belastungsstörung vorliegt?

Seien Sie vorsichtig mit Selbsttests im Internet, die immer nur eine erste grobe Einschätzung bieten. Im Laufe unseres Erstgesprächs kläre ich mit Ihnen ab, welche Symptome und Beschwerden bei Ihnen vorliegen und erstelle dann eine Diagnose.

Je früher Sie um Ihre Diagnose wissen und Ihre Beschwerden psychotherapeutisch angehen, desto rascher kommen Sie wieder aus Ihrer Erkrankung heraus. Eine professionelle Psychotherapie hilft Ihnen, ihre Beschwerden zu mildern, besser zu bewältigen und ihre psychische Gesundheit langfristig und nachhaltig zu bewahren.

Posttraumatische Belastungskompetenz
von Florian Friedrich 15. Januar 2026
Wenn aus Überleben Verbundenheit entsteht Traumatische Erfahrungen können das Leben eines Menschen grundlegend erschüttern. Sie greifen tief in das Erleben von Sicherheit, Beziehung, Identität und Sinn ein. Wird aus dieser Erschütterung eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) , stehen meist Symptome, Defizite und Einschränkungen im Vordergrund: Flashbacks, Übererregung, Vermeidung, emotionale Taubheit, Beziehungsabbrüche. Doch neben dem oft langjährigen Leid entwickeln viele Menschen, die sich intensiv mit ihrer PTBS auseinandergesetzt haben, von einer neuen Tiefe, einer veränderten Art, sich selbst und anderen zu begegnen, von gewachsenen inneren Fähigkeiten. Diese Entwicklung lässt sich als Posttraumatische Belastungskompetenz beschreiben.
Trauma nach einer Brandkatastrophe: Was hilft?
von Florian Friedrich 14. Januar 2026
Wie du einer PTBS vorbeugen kannst (inklusive Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing®) Aus aktuellem Anlass ( Brandkatastrophe von Crans-Montana ) möchte ich hier über ein paar psychische Erste-Hilfe-Maßnahmen schreiben. Einen schweren Unfall oder eine Brandkatastrophe mitzuerleben – etwa Schreie zu hören, Brandgeruch wahrzunehmen oder Bilder von brennenden Menschen zu sehen – kann tief erschüttern - übrigens auch dann, wenn wir lediglich Videos im Internet und in den Medien davon sehen. Viele Betroffene und Zeug*innen sind im Nachhinein verunsichert von ihren Reaktionen. Wichtig i st: Starke körperliche und seelische Reaktionen sind normale Antworten auf ein extremes Ereignis. Sie bedeuten nicht, dass du durchdrehst oder zwangsläufig eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln wirst. Dieser Artikel erklärt, warum Flashbacks auftreten, was in den ersten Tagen und Wochen hilft, und wie Selbsthilfemethoden aus dem Somatic Experiencing (SE) die Verarbeitung unterstützen können. Übrigens soziale Unterstützung schützt stark und ist einer der wichtigsten präventiven Wirkfaktoren, um keine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln. Menschen, die: über das Erlebte sprechen können emotionalen Rückhalt bekommen körperlich und emotional gehalten werden sich verstanden und ernst genommen fühlen haben ein deutlich geringeres PTBS-Risiko . Soziale Bindung wirkt wie ein Puffer gegen traumatische Überforderung.
Was ist
von Florian Friedrich 10. Januar 2026
Zu hohe Idealvorstellungen und Klischees, die uns im Weg stehen Viele Menschen haben sehr verkopfte Konstrukte und Konzepte von „Wahrer Liebe“. Emotional betrachtet ist Liebe ein starkes körperliches und seelisches Gefühl, das viele Menschen im Brustraum oder um die Herzgegend, aber auch von Kopf bis Fuß spüren. Viele fühlen Liebe als innere Wärme, als ob eine kleine Sonne aufginge und uns innerlich erstrahlen ließe. Das Gefühl Liebe ist losgelöst von der Sexualität. Dabei kann die Liebe die Sexualität ergänzen, dies ist jedoch nicht immer zwingend der Fall. Das körperliche und emotionale Fühlen von Liebe können wir bei Sexualpartner*innen, aber auch bei Freund*innen, in der Natur, für unsere Kinder, Eltern, Tiere u.v.m. erleben. Das gesellschaftliche Konstrukt „Wahre Liebe“ ist allerdings ein Mythos, denn Liebe ohne Konflikte und Begrenzungen gibt es nur in Märchen oder Hollywoodfilmen kurz vor dem Ende des Streifens. Mit der Realität hat das Ganze wenig zu tun. Ich biete Paartherapie, Paarcoaching und Beratung an, wenn Sie bemerken, dass Sie unter zu hohen und irrealen Idealvorstellungen von "Wahrer Liebe" leiden.
Das Nachlassen der Verliebtheit bei Bindungsstörungen
von Florian Friedrich 10. Januar 2026
Warum trennen sich viele Menschen nach der ersten Verliebtheit zu früh? Idealisierung und Realitätsverzerrung Wenn wir frisch verliebt sind, idealisieren wir oft den/die andere*n, ohne sie/ihn so zu sehen, wie er/sie im tiefsten Innersten wirklich ist und ohne in seinen/ihren authentischen (personalen) Kern zu blicken. Wir sehen sie/ihn dann so, wie wir sie/ihn gerne haben würden. Das Wort „Verliebtheit“ hat sicherlich nicht zufällig die Vorsilbe „ ver- “, weil wir oft irren, wenn wir VERliebt sind, uns etwas vormachen, Frühwarnzeichen nicht beachten oder uns selbst täuschen. Wir leiden in der Verliebtheit unter leichten Symptomen von Realitätsverlust, was uns aber angesichts der vielen Glücks- und Bindungshormone, die der Körper ausschüttet, egal ist. Wir verdrängen in der Regel nur allzu gerne, dass dieser überoptimale Zustand irgendwann auch wieder sein Ende haben wird. In diesem realitätsverzerrten Zustand besetzen wir den anderen Menschen mit Wünschen, Idealvorstellungen und Fantasien, die im Gegenüber gar nicht vorhanden sind. Sogar Unstimmigkeiten und Gegensätze werden positiv gedeutet und idealisiert: „ Gegensätze ziehen sich an “ oder „ wir ergänzen einander “. Diese erste Verliebtheit führt rasch zu einer so starken Bindung, dass sie in der Regel als zu intensiv und damit als anstrengend erlebt wird. Dies ist ein typisches Traumafolgesymptom: Sich immens stark zu binden, bevor wir den/die andere*n gut kennen. Aus diesen Idealisierungen, dem Himmel, wird dann rasch die Hölle. Es kommt zu massiven Kränkungen, Enttäuschungen, zu Ohnmachtserfahrungen und Hass, mit denen die Betroffenen nicht selbstregulierend umzugehen vermögen. Lesen Sie in diesem Artikel, warum Menschen mit Bindungsängsten rasch ihre Partnerschaften beenden, wenn die erste euphorische Verliebtheit schwindet.