ADHS bei Erwachsenen: Sind Medikamente schädlich?

Florian Friedrich • 15. September 2025

Medikamente gegen ADHS lindern viel Leid

Nein, Medikamente sind nicht schädlich. Hierbei handelt es sich um viel Ideologie, um Fake-News, Halbwissen und schlechte, einseitige mediale Berichterstattung. Wie bei jeder anderen psychischen oder auch körperlichen Erkrankung lindern die Medikamente nämlich viel Leid und entlasten die betroffenen Menschen.


Lesen Sie in diesem Beitrag, warum Medikamente für Personen mit ADHS sinnvoll sind und welche Medikamente und Substanzklassen es für die Behandlung von ADHS gibt.

ADHS - Sind Medikamente schädlich? Welche Medikamente gibt es?

Methylphenidat (Ritalin) und Amphetamine sind hochwirksam

Die Medikamente (Methylphenidat mit dem Markennamen Ritalin und Amphetamine) sind hochwirksam und zeigen rasch eine deutliche Verbesserung der Symptomatik. Oft greifen dann auch psychotherapeutische und soziotherapeutische Maßnahmen besser, und es kommt zu einer Aufwärtsspirale. Die aktuellen Behandlungsrichtlinien sehen in Medikamenten und zusätzlicher biopsychosozialer Begleitung (etwa psychologischer Hilfe, Psychotherapie, Soziotherapie) die erste Wahl, um Symptome zu reduzieren, zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.


Die Medikamente erster Wahl sind Stimulanzien (insbesondere Methylphenidat und Amphetamine). Diese wirken auf das Dopaminsystem im menschlichen Gehirn. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff, der durch diese Medikamente erhöht wird. Amphetamine erhöhen die Ausschüttung von Dopamin in den Nervenzellen. Methylphenidat hingegen blockiert die Wiederaufnahme von Dopamin in die Nervenzellen. Dadurch verbessern sich die Funktionen der dopaminergen Bahnen im Gehirn.



Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer und Antidepressiva

Bei Unverträglichkeiten gibt es als alternative Behandlung auch selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer oder Antidepressiva.


Selbstverständlich sind auch die Sorgen und Ängste der Betroffenen immer ernst zunehmen, und es ist bedingungslos zu akzeptieren, wenn Personen mit ADHS sich gegen eine medikamentöse Therapie entscheiden. Betroffenen und deren Angehörigen Druck zu machen, erachte ich als missbräuchlich und unethisch, weil Medikamente immer eigenverantwortlich, freiwillig und mit Abstimmung auf die authentischen Bedürfnisse der betroffenen Personen eingenommen werden sollten - oder eben nicht.

Film: "ADHS-Betroffener: «Ich brauche Ritalin, um den Alltag zu überstehen»"

Vor allem Ritalin kann das Leben mit ADHS viel leichter machen. Es ist ein großes Vorurteil und eine Falschinformation, dass Ritalin bei einer starken Ausprägung von ADHS nicht nötig sei. Die Behandlung mit Ritalin gilt auch bei Erwachsenen als State of the Art.



Medikamente und Psychotherapie sind wichtige Bausteine

Medikamente können Defizite der Impulskontrolle verringern, wobei die Betroffenen dann zusätzlich Strategien der Impulskontrolle lernen und trainieren sollten. Dabei gibt es positive Rückkopplungsprozesse zwischen den verschiedenen Ebenen. Die Einnahme von Medikamenten kann eine Psychotherapie wirksamer machen, umgekehrt verbessert eine begleitende Psychotherapie wieder die medikamentöse Compliance und verändert die Neurobiologie.

trans*identität – Supervision und Teamsupervision
von Florian Friedrich 30. Juni 2026
Gruppensupervision für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Gutachter*innen, Pädagog*innen, Therapeut*innen und andere Berufsgruppen Ich biete regelmäßig an Samstagen von 11 bis 13 Uhr eine kostenlose online Supervisionsgruppe / Intervisionsgruppe für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die trans*Personen auf ihrem Weg der Transition in ihr Wunschgeschlecht begleiten und/oder Gutachten bzw. Stellungnahmen für Hormontherapien und Operationen verfassen. In dieser Gruppe können wir alle viel voneinander lernen, Fallvignetten einbringen, unser Schwarmwissen bündeln, netzwerken und auch Länder übergreifend zusammenarbeiten. Die Gruppe ist offen, d.h. Sie können jederzeit dazustoßen. Ich selbst koordiniere die Gruppe nur, bin aber im Sinne der Intervision ein Teil der Gruppe und nicht deren Leiter. In der Gruppe können Einzelfälle, aber auch Themen eingebracht werden. Mögliche Themen sind: Gutachten erstellen Sorgen wegen Detransition und Fehldiagnosen Rechtliches und Haftung bei Detransition Autismus, ASS und ADHS in der Kombination mit trans*Identitäten genderfluide und non binäre Lebensweisen Rechtliche Aspekte Andere LGBTIQA* Themen Wann sind die nächsten Termine? Samstag, 5. September 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 7. November 2026 von 11 bis 13 Uhr  Einzeln oder im Team Des Weiteren biete ich (kostenpflichtige) Supervisionen (einzeln oder Teamsupervision) und Coaching für helfende Berufsgruppen an, die mit trans*identen (transgender, transsexuellen, diversen, nicht binären, genderfluiden) Personen arbeiten, etwa für Pädagog*innen, Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Gutachter*innen. Die Supervisionen sind auch online möglich. Viele Psychotherapeut*innen und Gutachter*innen sind sich unsicher, wie sie mit trans*Personen und der Geschlechtsidentität von Menschen arbeiten und therapeutisch vorgehen sollen und lehnen dann trans*idente und non-binäre Menschen ab. Unter Umständen liegt dies daran, dass trans*Personen oft gar keine klassische Psychotherapie benötigen, da es ja nicht um die Heilung von Symptomen oder einer psychischen Erkrankung geht, sondern vielmehr um eine aktive Unterstützung auf dem Weg der Transition und der persönlichen Entwicklung. Insofern stellt eine Zwangs-Psychotherapie für uns als Helfer*innen, aber auch für unsere Klient*innen / Patient*innen eine Restriktion dar, die oft als entwürdigend erlebt wird.
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