Sexuelle Lustlosigkeit bei psychischen Erkrankungen

Florian Friedrich • 31. Juli 2025

Wenn es der Psyche schlecht geht, dann geht rasch die Lust am Sex verloren

Oft gibt es vielfältige und komplexe Ursachen, wenn Menschen keine Lust auf Sex haben. Neben partnerschaftlichen und körperlichen Ursachen können auch psychische Erkrankungen und seelische Probleme eine bedeutsame Rolle spielen.

Lesen Sie in diesem Artikel über sexuelle Lustlosigkeit bei psychischen Erkrankungen.

Sexuelle Lustlosigkeit bei psychischen Erkrankungen

Libidoverlust bei Depressionen

So gehen etwa mittelschwere und schwere Depressionen mit einem gravierenden Verlust an Lebensenergie und Lebensfreude einher, und viele Menschen, die gerade eine depressive Episode durchmachen, verlieren auch die sexuelle Lust. In diesem Fall ist Sexualtherapie definitiv nicht sinnvoll, sondern es sollte zuerst die Depression nach dem aktuellen State of the Art behandelt werden, etwa durch Psychotherapie, psychosoziale Hilfe, soziotherapeutische Maßnahmen und die Einnahme von Antidepressiva.

Dokumentation: "Liebe gegen Depression? | Alles Liebe!"

Keine Lust bei Schizophrenie

Auch Schizophrenie kann sexuelle Lust massiv beeinträchtigen, da ja gerade schizophrene Menschen Angst vor zwischenmenschlicher Nähe haben und ihnen im Zustand der Schizophrenie die Fähigkeit verloren geht, Nähe zu regulieren und Grenzen zu setzen. Diese Unfähigkeit schlägt sich dann auch in der Sexualität nieder. Hier sollte ebenfalls zuerst die Schizophrenie behandelt werden.


Sexuelle Lust als persönliche Ressource

Hingegen gibt es viele Menschen, die unter Schizophrenie oder Depressionen leiden und deren sexuelle Lust nicht beeinträchtigt ist. Hier kann die sexuelle Lust sogar zu einer persönlichen Ressource werden, über welche die Betroffenen noch Lebensfreude finden können.


Auch Psychopharmaka können die Lust vermindern

Zudem können Neuroleptika und Antidepressiva, also Medikamente, die zur Behandlung von psychischen Erkrankungen verschrieben werden, sexuelle Lustlosigkeit verursachen. Es handelt sich dabei um eine medikamentöse Nebenwirkung. In der Anamnese ist es daher wichtig, abzuklären, ob die Lustlosigkeit ein Folgesymptom einer psychischen Erkrankung oder die Nebenwirkung eines Medikaments ist.

Film: "Depressionen und Sexualität"

Minimalistischer Therapieraum mit zwei Sesseln und symbolischem goldenen Lorbeerkranz; Grafik zum Th
von Florian Friedrich • 24. September 2026
Dürfen Therapeuten eigene Narrative aufdrängen? Florian Friedrich über das Machtgefälle, Michaela Huber und die Risiken von Bestätigungsschleifen.
Ein gemütlicher, leerer Sessel in einer modern eingerichteten Psychotherapie-Praxis mit warmem Licht
von Florian Friedrich • 24. September 2026
Wissenschaftliche Kritik an den Mind-Control-Modellen von M. Huber u. V. Petkova. Wie moderne Neurobiologie therapeutische Mythen entlarvt.
A close-up of a hand holding a small, brilliant sphere of warm light, illuminating a clean.
von Florian Friedrich • 23. September 2026
Traumatherapeut Florian Friedrich über Egostates, DIS-Diagnose & Mind Control. Erfahre, wie du deine Selbstwirksamkeit im Alltag nachhaltig stärkst.
Rituelle Gewalt und Mind Control  - Podcast
von Florian Friedrich • 22. September 2026
Eine 13-teilige Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation und therapeutische Macht Die Diskussion über „rituelle Gewalt“ und „Mind Control“ bewegt sich zwischen realen Erfahrungen von Gewalt, traumatischen Folgen, wissenschaftlich umstrittenen Erklärungsmodellen und teilweise weitreichenden Verschwörungserzählungen. Dieser Podcast versucht, diese Ebenen voneinander zu unterscheiden. Dabei geht es nicht darum, sexualisierte oder organisierte Gewalt zu leugnen. Solche Gewalt ist real und kann schwere psychische Folgen haben. Gleichzeitig müssen auch weitreichende Behauptungen über geheime Täter-Netzwerke, satanistische Rituale, gezielte Persönlichkeitsspaltung oder Mind Control wissenschaftlich geprüft werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Erinnerungen entstehen und welche Rolle therapeutische Suggestion spielen kann. Denn eine therapeutische Beziehung ist niemals nur ein Gespräch unter Gleichen. Therapeut*innen verfügen über Wissen, Autorität und Einfluss. Gerade deshalb tragen sie eine besondere Verantwortung dafür, zwischen Beobachtung, Hypothese und Gewissheit zu unterscheiden. Die Reihe fragt unter anderem: Was ist über rituelle und organisierte sexualisierte Gewalt tatsächlich bekannt? Welche wissenschaftlichen Belege gibt es für die weitreichende RG-MC-Erzählung? Was wissen wir über Dissoziation und DIS? Wie entstehen Erinnerungen und wie können falsche Erinnerungen entstehen? Was bedeutet es, wenn Erinnerungen erst während einer Therapie auftauchen? Wo beginnt therapeutische Suggestion? Was geschieht, wenn eine therapeutische Theorie zum Deutungsrahmen für nahezu alles wird? Wie können Patient ihre eigene Autonomie bewahren? Was können Therapeut tun, wenn sie eine frühere Überzeugung inzwischen kritisch sehen? Wo liegen die Grenzen wissenschaftlicher Kritik und berufsrechtlicher Sanktionen? Und wie können wir über dieses Thema sprechen, ohne entweder Menschen zu entwerten oder unbelegte Behauptungen zu bestätigen? Die Perspektive der Reihe ist hypnosystemisch: Nicht jede Erfahrung muss sofort abschließend erklärt werden. Zustände, Gefühle, Körperreaktionen und innere Anteile können ernst genommen und therapeutisch bearbeitet werden, ohne daraus automatisch eine bestimmte historische Geschichte abzuleiten. Denn: Wir können Menschen glauben, ohne jede Interpretation ihrer Vergangenheit zu glauben. Wir können Trauma behandeln, ohne eine bestimmte Tätergeschichte vorauszusetzen. Und wir können sagen: „Ich weiß es nicht.“ Diese Unsicherheit muss kein therapeutisches Defizit sein. Sie kann der Raum sein, in dem Selbstbestimmung wieder möglich wird. Die 13 Folgen: Rituelle Gewalt & Mind Control – Was ist wissenschaftlich belegt? Wenn eine Hypothese zur Gewissheit wird Wenn eine Hypothese zur Gewissheit wird Eine Podcastreihe über Trauma, Erinnerung, Dissoziation, Suggestion, therapeutische Verantwortung und die Freiheit, die eigene Geschichte selbst zu hinterfragen.