Sexarbeiter*innen und Prostituierte - Traumatherapie

Florian Friedrich • 17. November 2025

Traumatherapie und kostenlose Psychotherapie über den Opferschutz

Sexarbeit umfasst alle Formen der kommerzialisierten Sexualität und sexuelle Handlungen mit oder ohne Körperkontakt gegen Entgelt. Sexarbeit und Prostitution werden teils freiwillig ausgeübt, teils unter Zwang, etwa im Rahmen von Menschenhandel und Zwangsprostitution.



Meine Hilfe in Salzburg / Hamburg

Eine Psychotherapie kann Sie dabei unterstützen, zu ergründen, welche bewussten und unbewussten Gründe und Ursachen Sie Ihren Beruf haben wählen lassen, um dann Ihre Tätigkeit bewusster, informierter, entschiedener und selbstbestimmter ausführen zu können. Auch können wir gemeinsam ergründen, wie die Sexarbeit Ihre körperlichen Gefühle, Emotionen, Gedanken, Ihre (sexuelle) Gesundheit, Ihre privaten Beziehungen, Ihre Lebensqualität, und Ihre Haltung zum Leben beeinflusst oder verändert.


Prostituierte und Sexarbeiterinnen werden oft Opfer von Gewalt und sind schwer traumatisiert.

Ich biete psychologische Beratung und Traumatherapie an.

Wenn Sie als Prostituierte, Sexarbeiter*in oder Stricher Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden sind, dann ist auch eine kostenlose Psychotherapie über den Opferschutz möglich.

Prostituierte, Stricher, Sexarbeiter*innen - psychologische Hilfe

Ein Beruf mit Stigma

Sexarbeit und Prostitution sind Berufe, die von der Gesellschaft nicht wertgeschätzt, sondern sogar stigmatisiert werden. Prostitution gilt aus historischen und kulturellen Gründen als moralisch verwerflich, obwohl es zu allen Zeiten und in allen Hochkulturen Prostitution gab. Zudem schimpfen viele Menschen über Sexarbeiter*innen und Prostituierte, obwohl sie heimlich selbst Prostitution in Anspruch nehmen. Dieses unehrliche und unauthentische Verhalten bezeichnet man auch als "Doppelmoral".

Viele Prostituierte müssen ihre Arbeit verheimlichen, weil ihnen ansonsten gesellschaftliche Benachteiligungen drohen. Dies treibt sie in die Einsamkeit und Isolation. Es fehlt ihnen an Wertschätzung für einen systemrelevanten Beruf. Zudem werden sie von übergriffigen und entmündigenden Feministinnen oder Psychotherapeut*innen rasch als Opfer vereinnahmt, abgestempelt und damit nicht ernst genommen. Ihre eigene Sichtweise kommt dabei nicht zu Wort. Hierbei werden sie dann tatsächlich zu Opfern degradiert.


Sexarbeiter*innen, Stricher und Prostituierte erfahren deshalb oft strukturelle Diskriminierung und erleben wenig Solidarität, wenn sie Opfer von körperlicher, emotionaler oder sexueller Gewalt werden. Erstatten sie nach einer Vergewaltigung Anzeige, so erfahren sie mitunter eine Täter-Opfer-Umkehr und bekommen zu hören, dass sie ja immerhin Prostituierte seien, da müsse man schon mit Gewalt oder Vergewaltigungen rechnen.

Aus diesem Grund schämen sich Opfer von Gewalt umso mehr und erstatten dann häufig gar keine Anzeige. Es können zusätzlich zu alten, frühkindlichen Traumatisierungen neue Traumata hinzukommen. Die Posttraumatische Belastungsstörung wird immer noch komplexer.

Doku über Stricher: "Zu meinen Kunden gehören Familienväter, Polizisten und Lehrer"

Angststörungen, Depressionen und Traumfolgesymptome bei Prostituierten

Sexarbeiter*innen, Stricher und Prostituierte leiden besonders häufig unter Angststörungen und Depressionen. Sie weisen ein sehr hohes Risiko für psychische Erkrankungen auf, weil sie in der Regel Gewalterfahrungen erleben müssen. Die meist schlechten Arbeitsbedingungen und sozialen Rahmenbedingungen sind ein weiterer Grund für psychische Symptome. Zudem sind Sexarbeiter*innen häufig sozial isoliert und werden gesellschaftlich stigmatisiert und diskriminiert.

Film: "Mein Leben als Sexarbeiterin"

Prostituierte, Sexarbeiter*innen und Stricher sind oft komplex traumatisiert

Viele Sexarbeiter*innen, Prostituierte und Stricher wurden bereits während ihrer gesamten frühen Kindheit und Jugend schwer und komplex traumatisiert. Sie haben körperliche Gewalt, schwere sexuelle Gewalt und/oder psychische Gewalt überlebt. Manche dieser Trauma-Überlebenden wiederholen dann in der Prostitution und Sexarbeit ihre ursprünglichen Traumen.

Diese unbewusste Reinszenierung wird in der Tiefenpsychologie auch als "Wiederholungszwang" bezeichnet. Auf diese Weise wird ein sexuell schwer traumatisiertes kleines Mädchen später zur Prostituierten oder Sexarbeiter*in und gelangt wieder an Zuhälter, Männer oder Sexualpartner*innen, die sie sexuell ausbeuten, missbrauchen und gewaltvoll behandeln. Mitunter ist ihnen dieses Wiederholen der ursprünglichen Traumen auch gar nicht bewusst, und sie sind dann davon überzeugt, dass ihre Sexarbeit aus der Selbstbestimmung heraus erfolgt. Deshalb kann der Begriff "Sexarbeit" auch verschleiernd und euphemistisch sein.


Ob es sich um eine selbstbestimmte, mündige Entscheidung einer erwachsenen Person zur Sexarbeit handelt oder um ein Traumafolgesymptom, ist auch in der Traumatherapie oft nur schwer zu ergründen und erfordert eine sorgfältige Diagnostik.


Prostitution als kompetente Lösung nach einem Trauma

Selbst wenn Prostitution und Sexarbeit unbewusst als Traumawiederholungen inszeniert werden, so handelt es sich hierbei im Sinne der systemischen Hypnotherapie um eine kompetente und kreative Schutzleistung unserer Psyche. Das Symptom macht also Sinn und ist ein wichtiger Copingmechanismus, welcher Prostituierten nicht zu schnell genommen werden sollte. Aus diesem Grund halte ich überhaupt nichts von einem Verbot der Sexarbeit, wie es einige Traumatherapeutinnen in der EMMA auf vereinnahmende Weise fordern. Denn schwer traumatisierten Personen zu schnell ihren Selbstschutz zu nehmen, kann sie in den psychischen Zusammenbruch oder sogar Suizid treiben.

Das Symptom Sexarbeit bzw. Prostitution ist dann eine hochkompetente und schöpferische Lösung, ein psychischer Überlebensmechanismus für ein zugrundeliegendes Problem (hier: schwere Traumatisierungen, massive Verletzungen des Selbstwerts), für den die Betroffenen freilich langfristig einen hohen und unökonomischen Preis zahlen müssen - ein parafunktionaler Selbstschutz, den sie aber momentan noch brauchen.

Film: "Zur Prostitution gezwungen: Wie Frauen in Deutschland brutal ausgebeutet wurden"

Kostenlose Psychotherapie über den Opferschutz

Der Staat Österreich garantiert Ihnen einen umfassenden Opferschutz, wenn Sie in Österreich, auf einem österreichischen Schiff oder Luftfahrzeug Opfer einer Straftat wurden. In diesem Fall erhalten Sie einen kostenlosen Psychotherapieplatz und müssen nichts dafür bezahlen. Ihr*e Psychotherapeut/Psychotherapeutin kann Sie dabei unterstützen, einen Antrag für die volle Kostenübernahme zu stellen. Sie müssen dabei nicht angeben, in welchem Beruf Sie tätig sind.

Übrigens: Auch wenn die Täter*innen nicht bekannt sind und keine Anzeige erstattet wurde, ist eine Therapie über den Opferschutz möglich, auch dann, wenn die Straftat schon Jahrzehnte zurückliegt.

Film: "Prostitution von Minderjährigen: Taschengeld-Treffen auf Kleinanzeigen-Portalen"

Wo erhalte ich als Sexarbeiter*in sonst noch kostenlose und anonyme Hilfe?

In Salzburg

PiA Beratung für Sexarbeiterinnen

Information & Beratung

Mail: projekt-pia@frau-und-arbeit.at

+43 664 254 44 45


In Wien

Sophie - Beratungszentrum für Sexarbeiterinnen
Oelweingasse 6–8

A–1150 Wien
T 01 897 55 36
F 01 897 55 36–30Mail:
sophie@volkshilfe-wien.at

Telefonische Erreichbarkeit:
Mo–Do 10:00–17:00
T 01 897 55 36

Öffnungszeiten: 
Mo–Do 14:00–17:00

Soziale Kanäle:

Twitter: @SophieBeratung1

Facebook: Sophie Beratungszentrum


In Hamburg

Fachberatungsstelle Prostitution Hamburg - Sperrgebiet

St. Georg

Sperrgebiet St. Georg
Lindenstraße 13
20099 Hamburg

Tel: 040 . 24 66 24
Fax: 040 . 24 75 83

Email: stgeorg@sperrgebiet-hamburg.de


St. Pauli

Sperrgebiet St. Pauli
Seilerstraße 34
20359 Hamburg

Tel: 040 . 31 64 95
Fax: 040 . 31 99 37

Email: stpauli@sperrgebiet-hamburg.de


In Berlin

Hydra - Treffpunkt & Beratungsstelle zu Sexarbeit und Prostitution

Kontakt & Öffnungszeiten

Beratungsstelle: 
Köpenicker Straße 187/188
D-10997 Berlin (Kreuzberg)
Tel: 030 - 611 00 23
Fax: 030 - 611 00 21

E-Mail: kontakt@hydra-berlin.de

Mo und Di: 10 bis 15 Uhr
Do: 16 bis 20 Uhr
weitere Termine nach Vereinbarung

Cafe:
Hermannstraße 18
12049 Berlin
E-Mail:
cafehydra@hydra-berlin.de

Mi: 14 bis 18 Uhr

Termine & Events im Kalender


Pink Door

KONTAKT

Beratung: +49 (0)157 53730986 

Mo. bis Do. 10.30 Uhr bis 16.30 

Mail: beratung@pinkdoorberlin.org

trans*identität – Supervision und Teamsupervision
von Florian Friedrich 16. Februar 2026
Gruppensupervision für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Psychiater*innen, Gutachter*innen, Pädagog*innen, Therapeut*innen und andere Berufsgruppen Ich biete regelmäßig an Samstagen von 11 bis 13 Uhr eine kostenlose online Supervisionsgruppe / Intervisionsgruppe für Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Psychiater*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die trans*Personen auf ihrem Weg der Transition in ihr Wunschgeschlecht begleiten und/oder Gutachten bzw. Stellungnahmen für Hormontherapien und Operationen verfassen. In dieser Gruppe können wir alle viel voneinander lernen, Fallvignetten einbringen, unser Schwarmwissen bündeln, netzwerken und auch Länder übergreifend zusammenarbeiten. Die Gruppe ist offen, d.h. Sie können jederzeit dazustoßen. Ich selbst koordiniere die Gruppe nur, bin aber im Sinne der Intervision ein Teil der Gruppe und nicht deren Leiter. In der Gruppe können Einzelfälle, aber auch Themen eingebracht werden. Mögliche Themen sind: Gutachten erstellen Sorgen wegen Detransition und Fehldiagnosen Rechtliches und Haftung bei Detransition Autismus, ASS und ADHS in der Kombination mit trans*Identitäten genderfluide und non binäre Lebensweisen Rechtliche Aspekte Andere LGBTIQA* Themen Wann sind die nächsten Termine? Samstag, 21. Februar 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 25. April 2026 von 11 bis 13 Uhr Samstag, 4. Juli. 2026 von 11 bis 13 Uhr  Einzeln oder im Team Des Weiteren biete ich (kostenpflichtige) Supervisionen (einzeln oder Teamsupervision) und Coaching für helfende Berufsgruppen an, die mit trans*identen (transgender, transsexuellen, diversen, nicht binären, genderfluiden) Personen arbeiten, etwa für Pädagog*innen, Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen und Gutachter*innen. Die Supervisionen sind auch online möglich. Viele Psychotherapeut*innen und Gutachter*innen sind sich unsicher, wie sie mit trans*Personen und der Geschlechtsidentität von Menschen arbeiten und therapeutisch vorgehen sollen und lehnen dann trans*idente und non-binäre Menschen ab. Unter Umständen liegt dies daran, dass trans*Personen oft gar keine klassische Psychotherapie benötigen, da es ja nicht um die Heilung von Symptomen oder einer psychischen Erkrankung geht, sondern vielmehr um eine aktive Unterstützung auf dem Weg der Transition und der persönlichen Entwicklung. Insofern stellt eine Zwangs-Psychotherapie für uns als Helfer*innen, aber auch für unsere Klient*innen / Patient*innen eine Restriktion dar, die oft als entwürdigend erlebt wird.
Somatopsychik – Wenn der Körper die Psyche beeinflusst
von Florian Friedrich 30. Januar 2026
Somatopsychik nach Gunther Schmidt: Wie der hypnosystemische Ansatz Körper & Psyche verbindet – verständlich erklärt & praxisnah.
Systemische Beratung und Therapie in Salzburg / Hamburg
von Florian Friedrich 27. Januar 2026
Hypnosystemisches Coaching Der hypnosystemische Ansatz geht auf den Arzt, Betriebswirten und Psychotherapeuten Gunther Schmidt zurück. Dieser war ein Schüler des Hypnotherapeuten Milton Erickson (1901-1980). Gunther Schmidt hat die lösungsorientierte systemische Familientherapie und Beratung mit der kompetenzaktivierenden Hypnotherapie Ericksons verbunden und damit die systemische Therapie massiv und nachhaltig weiterentwickelt. Gunther Schmidt ist ärztlicher Direktor der sysTelios Klinik , und er überzeugt mich von allen systemischen Therapeut*innen am meisten. Ich biete systemische und hypnosystemische Therapie, Beratung und Coaching in Salzburg und Hamburg an. Gerne komme ich auch in Ihren Betrieb. Existenzanalyse und Hypnosystemik Hören Sie den Podcast: Sounds of Science Spezial / Christian Kuhlmann, Alfried Längle & Gunther Schmidt - Hypnosystemik und Existenzanalyse
Hypnosystemische Psychotherapie
von Florian Friedrich 23. Januar 2026
Was ist Psychotherapie im hypnosystemischen Verständnis? Beratung, Coaching u nd Psychotherapie sind Wege, Menschen darin zu unterstützen, ihre Lebensqualität zu verbessern. Psychotherapie bedeutet ursprünglich „Behandlung der Seele“ – im hypnosystemischen Ansatz (nach Gunther Schmidt) meint sie vor allem eine Begleitung von inneren und äußeren Veränderungsprozessen, die Leid lindern und Entwicklungsprozesse ermöglichen. Psychische Symptome werden dabei nicht primär als „Störungen“, sondern als sinnvolle Ausdrucksformen innerer Prozesse verstanden. Sie zeigen an, dass ein inneres System aus dem Gleichgewicht geraten ist oder dass wichtige Bedürfnisse bisher nicht ausreichend berücksichtigt werden konnten. Psychotherapie unterstützt Sie darin, wieder Zugang zu Ihrer inneren Kompetenz, Selbstregulation und Lebendigkeit zu finden – zu jener Kraft und Energie, die Sie für ein erfülltes Leben benötigen.